Le Bernadin New York

Mittagessen
Besucht am 14.01.2019
Bewertung: Drei Michelin Macarons
Dies war mein dritter Besuch hier, diesmal zum ersten Mal mittags.

Mittags hat man die Auswahl zwischen den Menus oder einer à la Carte Selektion von drei Gängen zu 90 US$. 3 Gänge bedeuten, 2 Gänge aus der dreispaltigen Auswahl plus Dessert. Man kann auch aufstocken, jeder zusätzliche Gang wird dann zu 30 $ berechnet.

Wir waren zu zweit und ich präsentiere hier alle Gänge, die wir gewählt haben.


Vorweg: Lachs-Rilette und getoastetes Brot

Thunfisch Carpaccio mit Iberico-Schicken Chutney und Limonen-Olivenöl

Oktopus, Tomatillo Salsa, Rotweinsauce

Der Oktopus gefiel uns etwas besser als die Calamari.


Krabbenfleisch-gefüllte Calamari a la Plancha, Romesco Sauce

Schwarzbarsch, Baby Bok Choy, Bitter-Orangen-Zitronengras-Auszug-Bouillon

Lachs von den Faroer Inseln, schwarze Trüffel, Pot-au-Feu

Mein Lunch-Partner nahm dies auf meine Empfehlung. Von einem früheren Besuch kannte ich den Lachs als einen Menügang. Dieser ist geschmacklich und von der Konsistenz der beste Lachs, den ich in einem Restaurant je gegessen habe. Er wird speziell zubereitet. Man braucht Lachsstücke gleichmässiger Dicke. Diese werden gewürzt und in einer Pfanne wird ein Zentimeter hoch Wasser fast zum Kochen gebracht. Dann legt man den Lachs herein und lässt ihn solange im Wasser bis er an der Oberfläche Temperatur angenommen hat. Dies resultiert in einer wachsig, buttrigen Konsistenz, die ihresgleichen sucht. Im Menu gibt es eine Tranche, zu Mittag deren zwei, wie hier zu sehen ist. Lachs wird nach meiner Erfahrung nicht so oft in der Spitzengastronomie serviert.


Dessert: Marinierte Feige, Törtchen, Vanillecreme

Schwarzwald: eine dekonstruierte Schwarzwälder Torte

Nichts ist wie es scheint. Die Kirsche obendrauf ist keine. Sie besteht aus einer Schokoladenganache als Kugel, die mit Kirschgelee überzogen ist. Der Kubus ist mit heller Creme und marinierten Kirschen gefüllt. Das Ganze war sehr lecker.

Fazit

Manche Besucher dieses Restaurant meckern ja auf sehr hohem Niveau: zu wenig innovativ, im Vergleich zu anderen Drei-Sterne-Restaurants zu einfach usw.

Einfachheit hat auch Vorteile und das ist genau das, was ich an diesem Restaurant schätze. Wenige Komponenten, sehr gut aufeinander abgestimmt, beste Fisch- und Meeresfrüchtequalitäten und eine Zubereitung, die die Produkte und deren Geschmack optimal herausarbeitet.

Ich schreibe, Le Bernadin ist immer eine Reise wert.

l’atelier Joël Robuchon Shanghai

Mittagessen

Besucht am 03.06.2018

Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Dies war mein erster Besuch in einem Atelier von Joël Robuchon. Das Restaurant befindet sich in einem klassischen Gebäude am Bund in Shanghai.

Es gibt inzwischen einige Ateliers rund um die Welt und es handelt sich dabei um eine Art Systemgastronomie im Gourmetbereich. Die Restaurants sind mit zwischen eins und drei Michelin Macarons ausgezeichnet. Das Konzept ist hierbei, dass die meisten Plätze an einer Theke U-förmig um die Küche angeordnet sind. Man kann den Köchen bei der Arbeit zuschauen oder, wenn denn beide Seiten dazu bereit sind, sich mit seinen Sitznachbarn unterhalten.


Impression

Die Ateliers sind einige der wenigen Restaurants, in denen ich mir mein Menu aus à la Carte Gerichten zusammenstelle. Es gibt kleine Probierportionen und Normalportionen. Das habe ich auch hier so gemacht. Dazu habe ich je ein Glas Weiss- und Rotwein genommen. Diese waren 2016 Muscadet Domaine de la Pepière Sèvre et Maine sur Lie und ein 2016 Gamay Raisins gaulois M. Lapierre.


Vorweg: Foie Gras Creme mit Portweinreduktion und Parmesanschaum (alles warm)

Sehr gutes Brot

Himmlisch: Besonders die Blätterteigschnecken vorn und das Käse-gefüllte helle Brötchen Mitte links.


Doraden Carpaccio mit Zitronendressing, Piment d’Espelette und Kaviar für die Salzigkeit

Sensationell gute Zusammenstellung, dünne Doradenscheibchen ohne Tadel und eine tolle Idee, statt Salz Kaviar zu benutzen


Gebratener Hummer in Krustentierbisque mit Erbsen und Pak Choi

Sehr gute Hummerqualität und -zubereitung, schmackhafte, intensive Bisque und perfekt zubereiteter Pak Choi


“Schwarzer” Kabeljau, Baby Pak Choi, Schwarzpfeffersauce und Parmesanschaum

Auch hier eine sehr gute Fischqualität so zubereitet, dass jeder Happen ein Genuss ist.


Dazu der berühmte Joël Robuchon Kartoffelbrei

Dieser ist tatsächlich sehr fein, sowohl von der Textur als auch vom Geschmack. Manche bezeichnen dies auch als mit Kartoffel gebundene Butter. Inzwischen bin ich auch in der Lage, diesen zu Hause zuzubereiten. Das Rezept nach Heston Blumenthal verrate ich einmal an anderer Stelle.


Vanille-Milchreis, Mango, Schokolade, Karamelsauce, Haselnuss
Petit Fours

Dieser Besuch machte Lust auf mehr. Ich habe dann öfter Mal im Atelier in New York vorbeigeschaut, wenn ich in der Stadt war. Siehe separate Berichte.

Hôtel de Ville Crissier

Mittagessen
Besucht am 06.04.2018
Bewertung: Drei Michelin Macarons

Das Restaurant Hotel de Ville befindet sich im kleinen Ort Crissier oberhalb von Lausanne. Wir sind mit Bahn und Bus angereist. Das Restaurant war einmal das beste Restaurant der Welt auf La liste und hat eine lange Tradition von erfolgreichen Köchen, aber auch eine tragische Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen werde.

Es handelt sich um ein klassisches Gourmet-Restaurant mit weissen Tischdecken und Silberbesteck.

Wir haben uns für das Überraschungs-Menu entschieden, welches mit den frischen Produkten der Saison zubereitet wird. Ich kann jetzt schon sagen, es hat sich gelohnt. Das Menü war wirklich eine Überraschung, da wir die Karte mit den Beschreibungen erst hinterher bekamen.

Dazu haben wir die Weinbegleitung geordert. Das Menu bestand aus:


Marinierte glasierte Pfeilmuscheln, Minisalat und Vinaigrette
Weinbegleitung: 2016 Sauvignon Blanc Les Frères Dutruy

Rätselhafte Kugeln

Brioche (rechts) – nun bekommt man eine Idee, was die Kugeln sein könnten.

Gepuderte Perlen aus Foie Gras, Fruchtchutney und Honig von den hauseigenen Bienen
Weinbegleitung: 2016 Riesling Domaine Ostertag

Karottenpäckchen gefüllt mit gestockter Hollandaise und Spargelspitzen, leicht säuerlicher Milchschaum mit Eigelbflocken
Weinbegleitung: 2015 Saint-Aubin Domaine Bachelet-Monnot

Erneut ein Spitzen-Spargelgang, ideenreich und clever umgesetzt. Auf den Gedanken mit den Päckchen muss man erstmal kommen. Das Ganze war sehr wohlschmeckend, die Säure fast nicht präsent.


Medaillons vom Seeteufel geröstet mit Kräutern, Reduktion von der Kapernblüte
Weinbegleitung: 2016 Pinot Noir “Cuvée MacQueen” La Maison du Moulin

Nun machte Franck Giovannini seine Runde und hatte durchaus Interessantes zu erzählen. Er erläuterte uns die Zubereitung des Spargelgerichtes und die Idee, die dahinter stand. Er wollte etwas Leichtes servieren, ohne die sehr fettreiche und Eier-schwere Sauce Hollandaise, aber trotzdem alle üblichen Komponenten verwenden; deshalb auch das getrocknete Eigelbpulver. Ihm ist durchaus bewusst, dass, macht man sich als Koch keine Gedanken darüber, die Gäste nach 8 Gängen ziemlich gerädert das Restaurant verlassen. Diese Leichtigkeit zieht sich durch alle seine Gerichte.

Mein Lunch-Partner lobte noch den Seeteufel, als den besten, den er je gegessen hatte.


Blauer Hummer, Mini-Karotten, Pfefferbutter, Kaviar, Margherita-Brioche
Weinbegleitung: 2015 Nebiolo d’Alba Sandrone

Den geplanten Wein aus der Begleitung haben wir ausgetauscht. Der ursprünglich angebotene Shiraz hätte das Gericht völlig überdeckt. Dies ist mir nun schon das zweite Mal mit Shiraz/Syrah passiert. Siehe Bericht vom Jacob Hamburg.


Gegrillte Nüsschen vom Kalbsfilet mit Morcheln, Pomme Dauphine und kleinen Gartenerbsen
Weinbegleitung: 2013 Syrah aus der Magnumflasche Marie-Bernard Gillioz

Frische und gereifte Käse vom Wagen
Weinbegleitung: 2013 Petite Arvine Grain Noble aus der Magnumflasche Philippe Darioli

Ananas Victoria mit Zestensorbet a l’Italienne

Gariguette-Erdbeeren, delikate Meringues mit Orangen und Melisse aromatisiert

Friandises

Ich finde es absolut verständlich, warum dieses Restaurant immer noch zu den besten der Welt gehört.

Nach dem Essen hatten wir während eines Küchenbesuchs erneut die Möglichkeit, mit Herrn Giovannini zu reden. Diesmal drehte sich unser Gespräch um das Hauptgericht, das sehr zarte Nüsschen vom Kalbsfilet. Wir vermuteten Sous Vide Zubereitung aber Herr Giovannini verneinte dies. Er benutzt diese Technik nicht, weil es dem Produkt die Frische nimmt. All die Portionen, die im Restaurant an einem Tag serviert werden, müssten lange vorher vorbereitet werden, da man Sous Vide nicht à point zubereiten kann. Dieser Koch hat mich mit seinen Ideen und Standpunkten sehr beeindruckt.

Wir haben das Restaurant um 13 Uhr betreten und um etwa 17:30 Uhr verlassen, während schon für den Abendservice eingedeckt wurde.

Sushi Ginza Onodera New York

Mittagessen

Besucht am 22.10.2018

Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Das Restaurant Sushi Ginza Onodera befindet sich in der 5th Avenue zwischen 40. und 41. Strasse in New York. Wir sind mit dem Taxi vom Financial District aus hingefahren.

Man sitzt an einer Holztheke und kann den Sushi-Meistern bei der Arbeit zusehen.

Mittags hat man die Auswahl zwischen einem 10-teiligen oder 15-teiligen Menu. Da wir abends noch eine Reservation im Le Bernadin hatten, entschieden wir uns für das 10-teilige Menu.

Die Erklärungen zu den einzelnen Stücken waren teilweise sehr schwer zu verstehen, ob des japanischen Englisch, dass unser Meister sprach. Man möge mir Fehler bei der Beschreibung verzeihen.

Zum Menu tranken wir sehr guten japanischen grünen Tee.

Das Menu bestand aus:


Fermentierte Makrele
Lachsrogen auf Reis

Von einem Fisch ähnlich Gelbschwanz

Tintenfisch (Squid) mit Seeigel

Hecht, Ingwer, Schnittlauch (zwischen Fisch und Reis)

Magerer marinierter Thunfisch

Thunfisch Tartar, Sesam, Sojasauce

Über Nacht marinierter Gelbschwanz

Seeigel und Salz

Miso-Suppe

Diese war ganz hervorragend und hat mit der Misosuppe aus der Tüte nichts zu tun.


(Fetter) Thunfischbauch

Dessert: Grüntee-Panna Cotta

Fazit: Ausser in Japan habe ich noch nie so gutes Sushi gegessen. Kein Wunder, wird die Ware doch aus Tokio eingeflogen.

Aber dieses Sushi ist nicht nur der Fisch. Auch der leicht bräunliche Reis trug mit der richtigen Korngrösse und Form, der richtigen Säure und Temperatur zum Geschmackserlebnis bei.

Man wurde übrigens dazu ermuntert, die Stücke mit den Fingern zu nehmen.

Dieses Restaurant kann ich empfehlen, besonders für ein Mittagessen.

Cheval Blanc Basel

Mittagessen

Besucht am 22.04.2017

Bewertung: Drei Michelin Macarons

Das Restaurant Cheval Blanc befindet sich im Hotel Les Trois Rois in der Innenstadt von Basel. Es ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, wir sind aber mit dem Auto angereist.


Das Cheval Blanc ist ein klassisches Gourmet-Restaurant.

Wir haben uns für das 6-Gang Menu entschieden. Dazu haben wir eine Weinbegleitung geordert und jetzt kommt etwas ganz Tolles. Ich sagte, dass ich noch mit dem Auto fahre und deshalb auf die Weinbegleitung verzichten müsse. Daraufhin bot man mir trotzdem die Weinbegleitung an, allerdings in reduzierter Menge und Berechnung. Ich konnte also eine kleine Menge von jedem Wein probieren. Solch einen Service finde ich grossartig!

Das Menu bestand aus:


Amuse Bouche 1

Amuse bouche 2: links Macaron aus Foie Gras, Orange, Garam Marsala; rechts Joghurt, Gurkensuppe, Escabeche

Amuse bouche 3: Texturen vom Champignon, Pata Negra

Japanischer Hamachi, Rettich, Avocado und Ponzu
Weinbegleitung: Riesling Trimbach 2014

Cassolette von weissem Spargel und Frühlingsmorchel
Weinbegleitung: Steinstuck Muscat 2014

Die beste Kombination, die ich 2017 serviert bekommen habe. Der Spargel, die Morcheln und die leichte Creme – einfach perfekt. Und dazu noch der trocken ausgebaute Muscat, der für mich jetzt der Spargelwein ist. Den habe ich mir unmittelbar hinterher auch für zuhause besorgt.


Rotbarbe mit knusprigen Schuppen, Safransauce und Creme aus fermentiertem Knoblauch
Weinbegleitung: Unikat 2013 Slowenien

Bretonischer Steinbutt mit Basilikum?
Weinbegleitung: Cartology Chenin Blanc 2014 Südafrika

Roastbeef vom Japanischen Wagyu-Rind, Schalotten-Vinaigrette und Okraschoten
Weinbegleitung: Pinot Noir vom Bieler See

Von Maître Antony gereifter Käse vom Wagen
Weinbegleitung: Altesse Morges 2015

Pre-Dessert

Komposition von Gariguette-Erdbeeren mit Limonen-Kresse
Weinbegleitung: Kabir Donnafugata 2015

Mignardises 1

Petit Fours

Pralinées

Fazit

Alles in allem war das ein wirklich sehr gutes 4-stündiges Mahl.

Webseite des Restaurants: https://www.chevalblancbasel.com/de/

Ecco Zürich

Mittagessen
Besucht am 26.11.2017
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Das Restaurant Ecco befindet sich im Design-Hotel Atlantis by Giardino im Osten von Zürich am Hang, wo es zum Uetliberg heraufgeht. Es ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ein kurzer Fussweg führt von der Bahnstation zum Hotel.

Wir haben uns für das Deluxe Menu entschieden. Dazu haben wir eine Flasche Weisswein Pellegrin Grand’Cour, ein Cuvée aus Kerner, Riesling und Sauvignon, aus Genf getrunken. Das Menu bestand aus:


Amuse Bouche 1
Amuse bouche 2
Amuse boche 3: Raviolo aus Kohlrabi mit Trüffeln
Amuse bouche 4: Chip aus Entenhaut mit Entenschinken
Amuse bouche 5

Bauch vom “Bigeye” Thunfisch, pochierte Gillardeau Auster, Zwiebel, Wacholder

Das war ein hervorragender Start in das eigentliche Menu .


Kaisergranat gebraten und glasiert, Chinakohl, Alge, Koriander (für mich ohne)

Bretonische Rotbarbe, Topinambur, Bottarga, Sherryessig

Die Rotbarbe war für meinen Geschmack etwas zu roh und der noch vorhandene Schwanz ist nicht jedermans Sache.


Butternut Kürbis, Crème de Gruyère, weisser Trüffel

Eines der besten Gerichte, die ich 2017 gegessen habe: Der Kürbis wurde in dünne Scheiben geschnitten, mariniert, dann zu einer Art Cannelloni aufgerollt, die mit Kürbistartar gefüllt wurden. Dazu die sehr schmackhafte Gruyère-Creme mit Kürbiskernöl verfeinert und dann eine generöse Portion aromatischer weisser Trüffel darüber – einfach fabelhaft!


Entenleber mariniert und gebraten, Räucheraal aus der Ostsee, rote Beete

Sehr delikat, zumal meine bevorzugte Art von Entenleber und zwar gebraten mit schöner Kruste auf beiden Seiten Teil des Gerichts war. Diese schmolz im Mund…


Junges Reh, Rücken und Schulter, Kerbelwurzel, eingemachte Zwetschge

Käseauswahl aus dem “Jumi Versum”, Früchtebrot

Dessert 1: Weizen, Joghurt, Preiselbeere

Dessert 2: Felchlin “Cru Cuba” Schokolade 72%, Cox Orange Apfel, Sauerampfer

Die Schokoladenkugel hatte einen Kern aus Apfeltartar.


Nachdessert: ich erinnere mich nicht mehr, was es war.

Petit fours: siehe Karte auf dem Bild, speziell die Komposition aus Entenleber, Feige und Brioche vorn links war himmlisch.

Wir hatten in der Küche kurz Gelegenheit, mit dem Chefkoch Herrn Heilemann zu reden. Ich musste ihm ein Kompliment machen. Für mich hatte dieses Essen über grosse Teile Drei-Stern-Michelin-Niveau.

Das sehen die Tester vom Michelin wohl anders – bis heute hat das Restaurant nur zwei Macarons (= ugs. Sterne).

Das Hotel wurde im April 2020 geschlossen und verkauft. Das Restaurant Ecco ist demzufolge dauerhaft geschlossen. Stefan Heilemann wechselte mit fast dem gesamten Team ins Widder Hotel.

Perbellini Isola Rizza (Italien)

Mittagessen

Besucht am 18.03.2018

Bewertung: Ein Michelin Macaron

Anlässlich des Abholens einer Weinlieferung aus dem nicht sehr entfernt liegenden Bovolone (bei Verona) entschloss ich mich im Perbellini essen zu gehen, was ich schon lange im Auge hatte. Ich hatte vorher reserviert.
Das Restaurant ist witzig eingerichtet aber eher nicht casual – weisse Tischdecken und ordentliches Besteck sind hier Standard.

Tischdekoration

Im Perbellini hat man mittags die Qual der Wahl. Es gibt mehrere Menus, teilweise mit begleitenden Gläsern Wein inklusive. Ferner gibt es noch eine à la Carte Auswahl. Da ich noch Autofahren musste, habe ich mich auf ein Glas Wein beschränkt.
Ich entschied mich für das Überraschungsmenu und ein Glas gereiften Amarone 2001 von Bertani serviert nach dem Hauptgang. Der Inhalt dieses Glases wurde mit dem Coravin-System aus der Flasche geholt. Der Wein war etwas enttäuschend. Er hatte nur noch wenig Kraft.
Das Menu bestand aus:

Amuse bouche 1
Amuse bouche 2

Brot und sehr gute Butter

Wie das Brot hier serviert wird, habe ich in einem Restaurant noch nie erlebt. Das sehr gute Brot (der Ursprung vom Perbellini ist eine Bäckerei, man kann auf dem gleichen Gelände in einem kleinen Laden einkaufen) wird in einer Silberschale serviert und durch die Kerze darunter warm gehalten.


Antipasti: Wie Sushi von Flusskrebsen und Tintenfischen
Primi Piatti: Risotto „Ich habe eine Marinara-Pizza eingearbeitet!
Secondi Piatti: Schweinebauch „Mora Romagnola“, geräuchert und am Spieß mit geschmortem Fenchel und Kardamom-Duft
Dolce: Latschenkiefer-Meringue mit Erdbeeren und Walderdbeeren, Rhabarbergranita und Joghurtmousse
Petit fours

Schokolade zum Espresso (Arabica Laboratorio Giamaica aus Timor)

Das Essen war sehr schmackhaft, das Preis-Leistungs-Verhältnis geradezu sensationell. Das ganze Menu hat 40 Euro gekostet.

Das Restaurant wurde nach der Covid-19-Zeit dauerhaft geschlossen. 2025 hatte ich die Chance, das Restaurant der Familie in Verona zu besuchen. Es hat neu drei Michelin-Macarons.

The Modern New York

Abendessen
Besucht am 16.01.2017
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Das Restaurant The Modern befindet sich östlich des Eingangs zum New York Museum of Modern Art (kurz Moma). Es ist gegliedert in einen Barraum und das eigentliche Restaurant, welches durch eine Wand abgeteilt ist. Die Speisen für beide Bereiche sind unterschiedlich, kommen aber aus der gleichen Küche.

Als Aperitiv nahm ich ein Glas Diebolt Vallois Champagner.

Ich entschied mich für ein Viergang-Menu und ein Glas Brunello Cerbaie zum Hauptgang. Das Menu bestand aus:


Amuse Bouche: Variation von roter Beete (Consommé, Madeleine, Chips mit Schafkäse-Dip)

Ceviche, Apfelkompott und Quinoa

Gebratene Foie Gras mit angegossener Consommé und Rüben-Kohlrabi Brunoise

Rinderfilet mit Markknochenkruste, Sellerie und Trüffel-Kartoffelbrei

Dessert (ich erinnere mich nicht mehr, wie es genau bezeichnet wurde)

Ein Gang, der mir noch lange in Erinnerung blieb, war das Rind mit der hervorragenden Kruste mit Knochenmark als Zutat.

Die Gänge waren alle auf sehr hohem Niveau, sodass mir hier die Michelin-Bewertung gerechtfertigt erscheint.

Zum Dessert gab es noch ein Glas Cognac, welches mir der Sommelier offerierte. The Modern nimmt kein Trinkgeld an. Es ist im Menupreis integriert.

Jacobs Restaurant Hamburg

Abendessen
Besucht am 03.05.2017
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Das Jacobs Restaurant befindet sich im Hotel Louis C. Jacob in Hamburg Blankenese. Das Hotel ist ein sehr traditionelles Haus, welches hoch oben am Elbufer thront. Bekommt man einen der Tische am Fenster, so kann man die Schiffe auf der Elbe vorbeifahren sehen.

Als Aperitiv nahmen wir einen 2015 Grüner Veltliner Viesslinger Stern.
Wir entschieden uns für das Fünfgang-Menu und die Grand Weinbegleitung. Das Menu bestand aus:


Eismeerforelle, Senfkörner, Rettich, Dill, Miso-Sojavinaigrette
Weinbegleitung: 2012 Albarino de Fefinanes

Samtsuppe vom Bärlauch, zitronisierter Apfel und Creme Fraîche Sphären
Weinbegleitung: 2012 Les Challées de l’Enfer

Filet vom Nordsee-Steinbutt, überbackener Lauch, Champagner Beurre Blanc
Weinbegleitung: 2012 Pearl Morissette Chardonnay

Gebratenes Rinderfilet, Rotweinjus, Champignons, Zwiebeln, junge Erbsen, Markklösschen
Weinbegleitung: 2010 Schist Syrah Mullineux

Man glaubt es nicht, aber die Bärlauchsuppe war echt der Knaller. Manchmal sind es eben die einfachen, unspektakulären Gänge, die am längsten in Erinnerung bleiben. Dies ist einer der besten Gänge, die ich 2017 gegessen habe. Warum? Die drei Komponenten Bärlauch, die kleinen Apfelkugeln und die Creme Fraîche Sphären, die überraschend im Mund zerplatzten, harmonierten eben sehr gut miteinander.

Das Menü war aber auch insgesamt auf sehr hohem Niveau.

Es gab nur eins an diesem Abend zu bemängeln: Die Weinbegleitung zum Rinderfilet-Gang. Viele Syrahs sind allgemein ja sehr intensiv und pfeffrig und das war zu diesem Gang des Guten zu viel. Der Wein deckte sämtliche Aromen des Essens zu – und das nachhaltig. In der Folge entschieden wir uns statt für das Dessert (Ananas, Kokos und Pina-Colada Eis waren geplant) für Käse.

Käse
Weinbegleitung: 1954 Madeira


Petit fours

Von unserem ersten Besuch im Jacob ein, zwei Jahre vorher wussten wir schon, dass sie dort einen sehr gut bestückten Petit fours/Mignadises-Wagen haben. Dies war auch diesmal wieder der Fall. Man war auch diesmal wieder so nett und hat uns ein paar Süssigkeiten für unsere Tochter eingepackt.

Fischereihafen-Restaurant Hamburg

Abendessen
Besucht am 12.02.2019

Nun war es also soweit. In der Gegend um Hamburg seit 40 Jahren ansässig war ich noch nie im Fischereihafen-Restaurant.

Einen Tisch für drei reserviert und auf mit dem Bus zum Hafen. Wir bekamen einen sehr schönen Tisch mit Blick auf die Elbe.

Als Vorspeisen bestellten wir den Klassiker Räucheraal auf Kräuterrührei und geröstetem Schwarzbrot und einen Fischereihafenteller. Auf diesem befand sich neben einer kleineren Portion des Räucheraals, ein Gamba in einer Art Tempura-Teig, ein Thunfischtartar, ein kleiner Heringssalat mit Currynote und marinierter Lachs mit Senf-Dillsauce.

Besonders die lauwarm servierten Aalfilets wussten zu begeistern. Auch die anderen Komponenten des Fischereihafentellers waren von guter Qualität.

Hauptspeisen


Steinbutt mit Krabben auf einer Krustentierreduktion, Blattspinat und Kartoffelmus

Skrei mit Steckrüben und Meerettichschaum

Seezunge Müllerin-Art (d.h. in Butter gebraten) mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat

Die Seezunge wurde nach Zubereitung im Ganzen präsentiert und danach für uns ausgelöst. Sie war perfekt gebraten und sehr wohlschmeckend.

Auch bei den beiden anderen Fischgerichten waren die Garpunkte perfekt getroffen. Von der Komposition sicher am interessantesten war der Winterkabeljau (Skrei) mit den Steckrüben und einem sehr feinen nicht zu intensiven Meerrettichschaum.

Dazu haben wir ein und eine halbe Flasche Sancerre Domaine des trois Noyens 2017 getrunken. Die Kalkulation der Weine finde ich fair.