Besucht im Oktober/November 2026
Mittag- oder Abendessen
Bewertung: 15 Michelin Macarons
Meine letzte Reise führte mich nach Hong Kong und Shanghai. Im Laufe dieser Reise konnte ich Japanisch, Französisch, Kantonesisch, lokal Fisch und Meeresfrüchte, innovativ (so wird es jedenfalls vom Michelin als Stil bezeichnet), vegetarisch und verschiedene andere chinesische Stile probieren.
Hong Kong

Nachdem mein Flugzeug morgens um sechs in Hong Kong landete, war das Hotelzimmer nach der kurzen Zugfahrt zur Hong Kong Station natürlich noch nicht bereit. So gab ich meinen Koffer ab und begann die Stadt zu erkunden. Man kann sich hier ja weitgehend bewegen, ohne je auf das Strassenlevel zu müssen.

Interessanterweise fand in unserem Viertel jeden Tag in einer steil ansteigenden Gasse ein Obst- und Gemüsemarkt statt. Einen der Stände habe ich fotografiert, nachdem ich um Erlaubnis gebeten hatte. Etwa die Hälfte der Gemüse und Kräuter ist mir unbekannt.

Am Beginn stand diesmal ein Japanisches Mittagessen im Sushi Shikon. Ich wollte einmal ein mit drei Michelin Macarons ausgezeichnetes Sushi-Restaurant ausprobieren und hier ergab sich eine bezahlbare Gelegenheit dazu. Man reserviert über tablecheck. Es wird keine Anzahlung verlangt. Das Restaurant befindet sich im siebten Stock des Mandarin Oriental Hotels, welches in die Landmark-Mall integriert ist. Auf dem gleichen Stockwerk sind auch das dreifach besternte Amber und ein weiteres Restaurant beheimatet. Acht Gäste sitzen an einer klassischen Holztheke nebeneinander und können dem Meister bei der Zubereitung zusehen. Der Bericht vom Sushi Shikon befindet sich hier.

Für den Abend hatte ich dann im Atelier Joel Robuchon unkompliziert via sevenrooms gebucht, um noch ein paar Kleinigkeiten vom Tasting-Portions-Menü zu probieren. Das Restaurant befindet sich im 4. Stock der gleichen Landmark-Mall. Das Design in den Farben schwarz und rot finde ich nach wie vor beeindruckend. Bericht hier.

Für den nächsten Tag hatte ich vor, ein Mittagessen mit einigen à-la-carte-Gerichten im Restaurant Forum*** einzunehmen. Das hat nach der Reservierung mit der Inline-App und einer Anzahlung von 300 HK$ auch geklappt. Den Bericht kann man hier lesen.




Auslage eines Fischmarktes,
Restaurant, in dem wir gegessen haben,
Zubereitung von einheimischen Muscheln, einheimischem Fisch, Stabmuscheln auf Reiskuchen, Hummer auf Pasta,
Blick aus dem Restaurant auf die Fischläden
Abends hatten wir uns dann zu einem Essen verabredet an einem Ort, der sehr wenig von Touristen frequentiert wird. Die Idee war, auf der einen Strassenseite lebend-frischen Fisch und Meeresfrüchte zu kaufen und in einem Restaurant auf der gegenüberliegenden Strassenseite zubereiten zu lassen. Das ist hier ganz normal und war eine einzigartige Erfahrung. Mangels Auswahl von akzeptablem Wein haben wir Bier getrunken. Das hat dazu gut gepasst. Nächstes Mal bringen wir unseren eigenen Wein mit. Das ist hier und auch in China in “normalen” Restaurants nichts Aussergewöhliches.
Shanghai

Am nächsten Tag ging es dann nach Shanghai. Ein zweistündiger Flug brachte uns zum Stadt-nahen Flughafen Hongqiao. Während man in Hong Kong zahlt, wie wir es im Westen gewohnt sind, ist China inzwischen fast ausschliesslich auf die Zahlfunktionen von WeChat und noch mehr AliPay ausgerichtet. Wir hatten unsere Mobiltelefone mit Hilfe eines chinesischen Kollegen vorbereitet und tätigten direkt am Flughafen einen Testkauf in einem Lawson-Laden bevor wir ins Taxi stiegen. Das klappte und ging auch so weiter während unserer gesamten Reise.

Hier hatte ich für den Abend im Taian Table*** gebucht, das ich ja bereits 2023 besucht hatte. Ich freute mich auf ein Wiedersehen mit Stefan Stiller und Christiaan Stoop. Das Abendessen war grossartig, was man hier nachlesen kann.

Am darauffolgenden Tag gingen wir zum Abendessen in das vegetarische Restaurant Fu He Hui, Nummer 11 in Asia’s Best 50 Restaurants. Dieses reservierte ich über szuo.com 30 Tage vor dem Besuch. Meine Erfahrung habe ich hier beschrieben.
Nach einigen durchaus guten Abendessen, die von unseren Gastgebern organisiert worden waren, stand noch ein Dinner zum krönenden Abschluss an. Ursprünglich war geplant, ins Meet the Bund Skyline zu gehen, welches ein Ableger des preisgekrönten Meet the Bund Restaurants ist und einen phantastischen Blick auf Pudong gewähren soll. Ich hatte auch einen Tisch für vier reserviert und eine Anzahlung geleistet. Als ich die Reservierung jedoch auf mehr Personen erweitern wollte, wurden uns nur fensterlose Räume angeboten und eine unakzeptable Mindestverzehrsumme zur Bedingung gemacht. Daraufhin stornierte ich die Reservierung und wir gingen nach einer Table-Check-Reservierung in eine Imperial-Treasure-Filiale, wenig vom Bund entfernt, der Flaniermeile am Fluss.

Für das Abendessen hatten wir eine Vorauswahl von 10 Gerichten aus der 50-seitigen Speisekarte getroffen und verbrachten einen tollen Abend. Allerdings gestaltete sich die Anfahrt etwas schwierig; wir benötigten im Taxi für eine 8-km-Fahrt doch fast zwei Stunden. Der Grund: wegen eines internationalen Events waren viele Strassen rund um den Bund gesperrt.
Fazit
Mit etwas Vorbereitung kann man in diesem Teil der Welt sehr interessante kulinarische Erfahrungen machen. Die Tischkultur ist nach wie vor hauptsächlich auf das Teilen ausgerichtet, aber es gibt inzwischen auch Angebote für Besucher aus dem Westen. Geht man allein, ist es zwingend notwendig, sich vorher mit den teils recht ausschweifenden Speisekarten zu beschäftigen. Sonst endet es in einer Enttäuschung und/oder wird sehr teuer.
Die Reservierungsmöglichkeiten sind teils etwas schwierig zu finden, aber ab dann geht es eigentlich problemlos. In China isst man früh. Schwierig zu tätigende Reservierungen haben oft grössere Chancen, wenn man eine späte Essenszeit wählt. Im Atelier Joel Robuchon waren wir ab 20:30 Uhr beispielsweise die letzten Gäste und konnten zum Schluss das Küchenputzen beobachten.
Wein ist teuer und man sollte sich ebenfalls mit den Weinkarten vorher beschäftigen, um Überraschungen zu vermeiden.
Kommunikation ist teilweise schwierig, da auch das Personal in international orientierten Restaurants nicht durchgehend Englisch spricht.
Das Preisniveau ist sehr unterschiedlich. Teilweise befindet es sich auf Europäischem Niveau, aber gerade in den chinesischen auf das Teilen spezialisierten Restaurants kann man auch im Vergleich sehr günstig essen.
In den kommenden Wochen werde ich schrittweise alle hier angekündigten Berichte veröffentlichen.




























































































