Restaurant Jellyfish Hamburg

Besucht im Februar 2026
Mittagessen
Bewertung: Ein Michelin-Macaron

Nun sind wir doch noch verspätet in den Genuss eines Valentintags-Menüs gekommen. Nachdem es uns beim letzten Mal hier so gut gefallen hatte und uns das aktuelle Bistro-Menu sogar noch mehr ansprach, entschlossen wir uns spontan an einem Sonntag, hier Mittag zu essen. Mittags gibt es keine zusätzliche Auswahl an Gängen aus dem Fine Dining Menü, aber wer Austern oder Kaviar haben will, kann das. Wir wählten wiederum das Viergang-Menü, weil man dann beide Zwischen- und beide Hauptgänge serviert bekommen kann.
Nach Wasser und Tee begann es wieder mit hervorragendem Brot und Aufstrich, die wir auch diesmal nachbestellten.

BROTAUSWAHL
Sauerteigbrot | Focaccia | Kürbis

Frischkäsecrème mit süss sauer eingelegtem Kürbis, Granola aus Kürbiskernen und angerösteten Dinkelflocken

TATAR VOM FÄRÖER LACHS
Gurke | Limone | Wildkräuter

Lachstatar, Wildkräutersalat, Gurken, Stangensellerie, Apfelvinaigrette, Crème Fraîche, Croutons, Forellenkaviar, Dillöl
Die Vorspeise wurde ich so immer wieder bestellen. Sehr schön abgeschmecktes frisches Tatar hatte durch die anderen Komponenten ideale Begleiter, die diesen Gang geschmacklich und texturell spannend machten.

BADISCHE FLUSSKREBSE
Rührei | Brunnenkresse | Croûtons

Ich hatte die in Aromabutter und mit Zitronenzesten eingelegten Flusskrebse, die sich am Boden des tiefen Tellers versteckten. Darauf hatte man aus der ISI-Flasche ein Rührei-Espuma, gesprüht, das dessen Geschmack auf leichte Weise herüberbrachte. Knusprige Croutons und ein grünes Brunnenkresseöl vervollständigen diesen Teller.

Die Alternative zu den Flusskrebsen war ein am Tisch angegossenes Schaumsüppchen, das die Einlage bestehend aus einer Hummernocke, einem Karotten-Mango-Chutney, Kalamansi und Schnittlauchöl nahezu verschwinden liess. Das schmeckte ganz hervorragend.

WALLER AUS DER MÜRITZ
Grüner Spargel | Bohne | Parmesan
Weinbegleitung: 2024 Roero Arnais, Vietti, Piemont, Italien

Als Hauptgang wurde mir ein Waller auf weisser Bohnencrème und Bohnencassolet mit grünem Spargel serviert. Eingelegte Apfelspalten für ein bisschen Säure und ein Parmesanschaumrundeten dieses Gericht ab.

ROSA GEGARTES ENTRECÔTE
Kartoffel | Bundmöhre | Vadouvan

Für die nicht-so-gerne-Fischesser gab es ein Entrecôte mit Kräuterkruste, bissfest gegarter Bundmöhre, Möhrencrème, einem getrüffelten Kartoffelsoufflé und einer sehr schönen Sauce Vadouvan. Dies hat der Esserin sehr gut geschmeckt.

Das Dessert machte aus diesem Menü eben das Valentintags-Menü. Anders kann ich mir die Wahl der Form eines Schokoladenherzes gefüllt mit Milchschokoladencrème, Mascarpone und Himbeerkompott nicht erklären. Der Teller wurde noch mit frischen Himbeeren, Himbeergranité, Joghurtperlen und Rosenblätter ausdekoriert. Dieses Dessert schmeckte uns sogar noch ein bisschen besser als das Exotikdessert vom letzten Mal.

Fazit

Mehr brauche ich eigentlich nicht. Gute Produkte, sehr gut zubereitet und schön angerichtet; das müsste es viel mehr geben. Dies war ganz bestimmt nicht der letzte Besuch dieses Jahr…

Website des Restaurants: Jellyfish

Brook Hamburg – Kurzbericht

Besucht im Februar 2026
Abendessen
Bewertung: im Michelin erwähnt

Spontan am Samstagabend entschieden besuchten wir Mal wieder das Brook, an das wir von unseren Schlemmersommer-Menüs dort nur gute Erinnerungen hatten. Wir assen beide das Fünfgangmenü. Bei einem ersetzten wir das Erbsenschaumsüppchen durch das kleine Labskaus aus dem à la Carte Angebot. Neben Wasser und Kaffee bestellte ich noch ein Glas 2022, Sauvignon blanc Erste + Neue, Kaltern, Südtirol, Italien und zum Hauptgang ein Glas 2020, Valpolicella Classico DOCG von Zenato, Veneto, Italien.

Brot und Dip

Warmes Brot und rote Beete-Meerrettich-Dip

Gruss aus der Küche

Gebackener Falafel mit Mango-Papaya-Chutney

Dreierlei vom Lachs

Von oben nach unten:
Asiatisch gebeizter Lachs auf Chiligurken mit spicy Mayo,
Lachstatar,
Lachstempura auf Kimchi

Cremesüppchen von frischen Erbsen und Birne mit Scampi (Scampo)
Kleines Hamburger Labskaus mit Spiegelei, Gurke und Rollmops
Zanderfilet auf Spinat-Zitronen-Risotto mit Mango-Ingwer-Chutney
Rosa Rinderrücken auf Provencialischem Schmorgemüse mit Zucchini-Frittata, wildem Brokkoli, Gnocchis und Pilzen
Dessertvariation

Warmer Griessknödel, eingelegte Birne, weisses Schokoladen-Mousse, Gewürz-Mokka-Parfait

Fazit

Das hat uns alles gut geschmeckt. Das Essen hat zwei einviertel Stunden gedauert. Preis-Leistung ist für Hamburg sehr gut. Netter Service ohne Fehl und Tadel. Gerne wieder.

Website des Restaurants: Restaurant BROOK – Hamburg

Anna Stuben St. Ulrich

Besucht im März 2026
Abendessen
Bewertung: ein Michelin Macaron

Nachdem ich im letzten Jahr das Vergnügen hatte, radikale Alpenküche im Atelier Mössmer zu geniessen, habe ich dieses Jahr in den Anna Stuben reserviert, wo das Angebot etwas breiter gefächert ist.
Das Restaurant gehört zum 5 Sterne Hotel Gardena Grödnerhof, welches nur wenige Gehminuten von der Seiser Alm Talstation in St. Ulrich entfernt ist. Es verfügt über einen separaten Eingang, hat vor den grossen Fenstern ein Terasse und bietet einen schönen Blick auf das Zentrum von St. Ulrich.
Hier wird es dem Gast leicht gemacht. Neben drei vorkomponierten Menüs, darunter ein mehr regionales und ein sehr internationales, kann man den Küchenchef auch machen lassen, und zwar 4, 5 oder 6 Gänge. Ausserdem sind alle 18 Gerichte auf der Karte auch à la Carte verfügbar.
Ich war im Vorfeld etwas unschlüssig, was ich denn nun nehmen soll. Das Argument, nicht hier auch noch zu essen, was es anderswo auch gibt, erscheint mir schlüssig, aber ich hatte einfach an diesem Abend Lust, Gänseleber und Hummer zu essen. So wurde es denn das Menü “Hingabe”.
Im Vorfeld hatte ich auch die Weinkarte studiert und einige Weine herausgesucht, die meinen Vorlieben und Budgetvorgaben entsprachen. Diesmal hatte ich mich wieder Mal dafür entschieden, den Wein nicht zum Essen, sondern zwischen den Gängen zu trinken. Nach kurzem Austausch mit dem Sommelier über Intensität und Reife wählte ich dann einen 2017 Bertinga. Dabei handelt es sich um einen Supertoskaner, gekeltert aus 50% Sangiovese- und 50% Merlottrauben. Dies stellte sich als eine gute Wahl heraus, mundete mir der Wein doch ganz vorzüglich.

Snacks

Von links oben nach rechts unten im Uhrzeigersinn
Tartelette mit Crème hergestellt mit Roveia aus Umbrien, eine Art Kichererbse, und Forellentatar
Krustade mit Kabeljaucrème und Essigkaviar
Zitronenmarshmallow mit Alpinkaviar aus Österreich
PaniPuri mit Kimchi und fermentiertem Pfirsich
Fermentierter Zitronenjus (wenn ich das so richtig verstanden habe)

Roveia, manchmal auch Roveja geschrieben, wird als Erbse des Feldes oder auch Corbello bezeichnet. Es schmeckt tatsächlich sehr ähnlich wie Kichererbse. Die Snacks waren recht spannend, zwei von Ihnen hatten aber ein Temperaturproblem. Die Kabeljaucrème war eiskalt, so dass sie gar nicht ihren Geschmack entfalten konnte. Auch der Marshmallow war sehr (zu kalt). Dieser Snack lebte aber vom Wechselspiel des Zitronigen mit der Salzigkeit des Kaviars.

Amuse Bouche

In Himbeeressig eingelegter Radicchio Tardivo war überschichtet mit einem Ziegenkäseschaum. Ein bisschen Mais-Kürbis-Kruste lieferte noch eine zusätzliche Textur.

Brot

Hausgemachtes, warmes Sauerteigbrot aus lange gereiftem Teig, Schüttelbrot und zweierlei Grissini, eins davon mit Zirbenöl und Orangenzugabe, wurden begleitet von einer aufgeschlagenen Emulsion aus Olivenöl, Thymian, Zitrone und Kakaobutter

Black Cod
fermentierte Zwiebel, Dashi-Produkte, Sesamcracker

Auf fermentierter roter Zwiebel war ein Sous-vide zubereitetes Stück schwarzer Kabeljau platziert worden, auf dem sich eine Sesam-Norialgen-Kruste befand. Dashi und Dashi-Schaum rundeten das Ganze ab. Der Fisch war tadellos von Textur und Geschmack und gewann noch durch die würzige Kruste. Etwas enttäuschend fand ich den Dashi, der merkwürdig dünn geraten war und weit entfernt war von dem intensiv einreduzierten Sud, den ich aus der japanischen Küche kenne. Aber das Hauptprodukt glänzte und machte das Gericht immer noch zu einem guten bis sehr guten.

Foie Gras
eingelegte Kirsche, Ayinger-Eis, Brioche

Ein hohes rundes Stück Gänseleberterrine folgte mit verschiedenen Kirschzubereitungen und einer getoasteten Brioche (ohne Bild) dem gängigen Dreiklang aus Foie Gras, fruchtig- säuerlichen Komponenten und süssem knusprigen Gebäck. Der Clou war hier das dazu servierte Mandarinen-Bier-Eis. Das passte sehr gut. Ich hätte mir die Foie Gras einige Grade wärmer serviert gewünscht. Da ja schon Eis als kalte Komponente auf dem Teller vorhanden war, war die niedrige Temperatur der Terrine unnötig.

Linguine
Seeigel, Algen, Mark

Der Pasta-Gang ist sicher für einige Esser herausfordernd sind doch Zutaten wie Seeigel, Knochenmark und Algen nicht everybodies darling. Ich fand diesen Gang ganz wunderbar, strotzt er doch von Umami. Auch mit dem Seeigel habe ich kein Problem, war er hier auch sparsam dosiert aber von gutem Geschmack. Dies ist nun das dritte Mal innerhalb eines Monats, dass ich diese Zutat probieren konnte. Noch dazu waren die Linguine leicht bissfest und damit perfekt gegart.

Blaulobster
Bohnenmiso, Kumquats

Blauer Hummer aus der Normandie war sous vide gegart worden. Als Begleiter hatte er Kumquat-Gel, Bohnen aus Umbrien und eine Hummerbisque. Die Süsse des Krustentiers wurde gut durch die Bohnenzubereitung ergänzt. Das etwas säuerliche Kumquat-Gel setzte dazu einen interessanten Kontrapunkt.

Lamm aus dem Villnösstal
Kohlrabi, schwarze Knoblauchmarmelade

Lamm war sous vide gegart und dann gegrillt worden. Ein Raviolo aus eingelegtem Kohlrabi war gefüllt mit einer Kohlrabi-Gemüse-Kräuter-Füllung. Ferner befanden sich auf dem Teller noch ein kaltes Kohlrabi-Pürée, etwas Senfsaat und eine Nocke Marmelade aus fermentiertem schwarzen Knoblauch und Orange. Begeistern konnte mich besonders der dazu angegossene Lamm-Jus, den es auch noch aus dem Kännchen zum Nachnehmen gab. Würzig, dunkel, intensiv, dicht sind nur einige Attribute, die ich diesem zuordnen würde. Noch dazu traf auf dessen Erscheinungsbild auf dem Teller der berühmte Spruch von Paul Bocuse zu: “Das ist der Glanz, der die Augen erfreut”. Damit war der herzhafte Teil des Menüs abgeschlossen.

Pré-Dessert

Als Start in den süssen Teil wurde ein Zitrusfruchtsorbet auf Vanille-Crumble mit Senfsaat serviert. Das war gut.

Topinambur
Vanille, Haselnuss

Etikettenschwindel: Dies war eigentlich ein Schokoladendessert. Umgeben von einer Topinambur-Krustade befand sich auf einem Schokoladenbiskuit eine Haselnuss-Schokoladen- Mousse, hergestellt unter Verwendung von Schokolade 80% aus Peru. Abgedeckt mit einem Schokoladentuile gab es dazu noch ein fantastisches Eis mit sehr viel Madagaskar-Vanille auf Haselnuss-Crumble. Dies fand ich war ein perfektes Dessert.

Mignardises

Passionsfruchtgelee
Schokoparaliné mit Kokosfüllung
Schoko-Nuss-Brownie
Hausgemachtes “Oreo”, Milchschokoladenoblaten mit Yuzu-weisse Schokoladenfüllung

Das Gelee schmeckte intensiv nach Passionsfrucht und bildete auch die der Frucht immanente Säure gut ab. Der Brownie war im Vergleich zu den anderen Petitessen sehr mächtig. Am besten gefiel mir das Sandwich mit den Gebäckscheiben, die im Mund fast zerfielen, und der schönen Füllung, bei der ich allerdings die Bitterzitrone nicht wahrnahm.

Fazit

Hier kann man ohne Zweifel sehr gut essen. Das Ambiente ist elegant und ansprechend, der Service freundlich, verbindlich und professionell. Das Serviertempo war angenehm. Im Großen und Ganzen kann man der Bewertung der Küchenleistung zustimmen. Die meisten Weine sind übrigens sehr fair kalkuliert.

Webseite des Restaurants: Gourmet Restaurant Anna Stuben in St. Ulrich Gröden

Osteria La Risacca Blu Milano

Besucht im Februar 2026
Mittagessen
Bewertung: Im Guide Michelin erwähnt

Ein etwas enttäuschender, frühzeitig beendeter Besuch auf einem Oldtimer-Teilemarkt in der Nähe von Mailand eröffnete spontan die Möglichkeit für ein spätes Mittagessen in Mailand. Die Reservierungs-Webseite The Fork listete hierzu neun geöffnete Michelin-Restaurants auf, von denen jedoch einige zeitlich zu weit entfernt waren, um diese während der Öffnungszeiten noch zu erreichen. Also suchte ich mir nach kurzem Blick auf die Online-Speisekarte das Fischrestaurant La Risacca Blu aus.
Als ich das kleine Restaurant erreichte, sah es innen halbleer aus, was sich aber im Laufe der nächsten halben Stunde ändern sollte. Im Grunde hatte ich Glück, das Restaurant war bis auf die beiden nicht eingedeckten Tische in der Mitte nahezu ausgebucht.
Das Restaurant macht innen einen relativ dunklen Eindruck. Besonders schade war, dass die Fischtheke nicht beleuchtet war, auf der die Zutaten auf Eis präsentiert wurden.
Der Umgang des Maîtres d’ mit seinen zwei Servierkräften war etwas gewöhnungsbedürftig, laut und teilweise vom Eindruck her herabwürdigend – ein Führungsstil, der für mich nicht in Frage käme.

Brot und Wasser wurden sogleich an den Tisch gebracht und etwas später ein Gruss aus der Küche.

Sardine in saour

Nach Studium der Speisekarte bestellte ich eine Vorspeise und einen Hauptgang. Ich wurde freundlich gefragt, ob ich ein Glas Weisswein perlend oder trocken dazu haben wolle, was ich bejahte. Kurze Zeit später wurde ein Glas am Tisch ohne nach der Weinpräferenz zu fragen eingeschenkt. Der Wein stellte sich als Ribolla Gialla heraus. Er schmeckte, also alles gut.

Insalata di mare calda

Warme Shrimps, Seppie, Tintenfisch, Bohnen, Salicorn und reichlich sehr gutes Olivenöl bildeten diesen sehr gut schmeckenden und für eine Vorspeise grosszügig portionierten Meeresfrüchtesalat. Die Zutaten waren wirklich frisch und optimal zubereitet. Sie hatten alle den richtigen Biss. Für meinen Geschmack hätte er ein bisschen mehr Salz vertragen, aber nachsalzen kann man immer, zu viel Salz nachträglich reduzieren allerdings nicht.

Gran misto di pesce alla griglia

Sechs verschiedene Fisch- und Meeresfrüchte vereinte dieser Grillteller. Auch hier bekam man wieder allerfrischeste Produkte, die jetzt auf den Punkt gegrillt waren. Das Stück Schwertfisch unten in der Mitte beispielsweise war nur von aussen angegrillt und fast noch dunkelrot roh in der Mitte. Die Sepia-Tuben rechts waren schön zart, der Lachs in der Mitte saftig und nicht trocken. Ich bin sehr zufrieden gewesen. Auch diese Portion war reichhaltig, sodass für eine Nachspeise kein Platz mehr war, obwohl ich Appetit auf das eine oder andere der als hausgemacht deklarierten Auswahl gehabt hätte.

Fazit

Wer in Mailand frische korrekt zubereitete Fisch- und Meeresfrüchte ohne Chichi sucht, ist hier richtig. Mir hat das Essen geschmeckt.

Webseite des Restaurants: La Risacca Blu | Ristorante Milano

Shio Omakase Bar Hamburg

Besucht im Februar 2026
Abendessen
Bewertung: unbewertet

Omakase bedeutet soviel wie “Ich überlasse es Ihnen.” Der Koch entscheidet, was serviert wird. So kann er auch darauf reagieren, was tagesfrisch an guten Produkten für ein mehrgängiges Menü zubereitet werden kann. Im Falle des Shio kauft man als Gast im Voraus ein Ticket für ein 12-gängiges Omakase Menü in einer Schicht. Wir hatten für die erste Schicht um 17 Uhr gebucht.
Das Restaurant im Schanzenviertel betritt man durch eine Tür in einem Hinterhof. Im Erdgeschoss wurde gerade an einer weiteren Theke aus hellem Holz gebaut. Hier soll später der Handroll-Day zu einem ständigen Angebot ausgebaut werden. Auf einer engen dunklen Treppe geht es nach oben und hinter einem Vorhang links betritt man den Gastraum.
In diesem befindet sich links in der Ecke ein Dry-Aging-Kühlschrank und in der Länge eine Theke, an der zehn Personen Platz nehmen können. Zwei Köche und eine Köchin führen durch den Abend und ein Sommelier berät und gibt zusätzliche Informationen. Das Restaurant war in unserer Schicht ausgebucht.
Nachdem die Wasserfrage geklärt war, bestellten wir einen Sparkling Tea Jasmin Saicho mit Apfel-Sorbet I Litschi I Vanillearomen und einen Sake Fukii Lapislazuli Ishikama mit den
Eigenschaften Säure I Umami I lang. Diese begleiteten uns durch den Abend. Die Getränkekarte hat auf zwei Seiten Platz. Das finde ich in Ordnung.


Man konnte die Köche gleich von Anfang bei der Vorbereitung des ersten Gangs beobachten, in diesem Fall Portionierung eines zweifarbigen Thunfisch-Tatars in Keramikschüsseln.
In der Folge wurden in einer Box die Fisch- und Meeresfrüchtezutaten präsentiert.

Produktpräsentation

Trockengereifter Fisch: Gelbflossenmakrele, Wolfsbarsch, Glattbutt in Sake getränktem Kombu eingewickelt, White Tiger Garnele (Ebi), Hummerschwanz, Norwegische von Tauchern geernetete Jakobsmuschel, Imperial Kaviar, Wasabi

Thunfisch-Tatar

Bluefin Thunfisch Tatar (Akami, Chu-Toro), Reis, Shiso, Crystal Soja Sauce, Miso Nori Mayonnaise, Togarashi, Yuzu-Essig
Dies war ein ziemlich starker Einstieg, wurden doch zwei sehr gute Thunfischschnitte mit spannenden Begleitern präsentiert.

Muschelsuppe

Miesmuschel-Miso-Suppe, geflämmte Garnele, Lauch, in Sojasauce eingelegtes Wachtel-Ei. Die Miso-Suppen-Basis fand ich weniger intensiv als in anderen Restaurants dieses Stils. Die Garnele hatte noch etwas Fleisch und hätte den Kopf aussaugen können, wenn man wollte.

Adlerfisch-Sashimi

Sashimi vom trockengereiften Adlerfisch, Grapefruit Fenchelsalat, Buttermilch Dashi, Süsskartoffelstroh
Der Fisch hatte optimale Qualität und die anderen Zutaten auf dem Teller fügten genau die richtigen Aromen und Texturen hinzu, die diesen Gang zu einem Genuss werden liessen.
Mit diesem Sashimi-Gang endeten die Vorspeisen, bevor es zu einer Sequenz von Nigiri ging.

Der erste Blick in das mit einem Tuch bedeckte Holzfass mit dem Reis offenbarte für mich Erstaunliches: hellbrauner Reis. Nach Rückfrage wurde gesagt, dass man Reis aus Taragona/Spanien benutze der wegen des verwendeten Sushi-Su dunkel wird. Sushi-Su wird oft als Reis-Essig aber auch Reismarinade übersetzt. Diese hier mit dunkler Farbe sollte für mehr Geschmackstiefe sorgen. In der Folge stelle ich die verschiedenen Nigiri vor, ohne Kommentar.

Glattbutt, Wasabi
Wolfsbarsch, süsse Sojasauce, Zitronengras
Hamachi, spicy Sojasauce
Jakobsmuschel, Wasabi, Zitronensaft, Nussbutter, Fleur de Sel

Hierzu doch ein Kommentar: Bei Vorstellung der Zutaten am Anfang des Abends wurden hohe Erwartungen geschürt an die Qualität dieser von Tauchern handgeernteten Jakobsmuscheln aus Norwegischen Gewässern. Diese wurden tatsächlich erfüllt. Auch wenn man von den vielen verschiedenen Zutaten dieses Nigiris den Eindruck haben könnte, dass sie zu sehr von der Muschel ablenken, war dies nicht der Fall und ihre Qualität konnte glänzen.

Geflämmte Garnele (Ebi), Sojasauce
Akami, Kaviar

Auch hierzu ein Kommentar: Den Zuschnitt der beiden Thunfisch-Nigiris konnte man komplett vom aus dem Dry-Ager entnommenen Stück beobachten. Das habe ich so noch nie gesehen. Meist kommen die fertig parierten “Filets” aus Boxen und nur die Scheiben werden noch geschnitten. Bei der Ware handelte es sich um Balfego-Thunfisch aus Spanien, sodass man allerhöchste Qualität erwarten konnte und auch bekam.

Chu-toro, leichte Soja Sauce
Hummer Florentine

Hummer Florentine: Spinat, geflämmter Hummerschwanz, Nussbutter, Aal-Teriyaki, Aalsaucen Hollandaise, Togarashi, Croutons, Schnittlauch

Dieses Gericht ist als Hummer-Florentine bekannt. Bei der Vorbereitung hatte ich den Eindruck, dass als Erstes Wakame auf den Teller kam. Es stellte sich aber heraus, dass es sich um Spinat handelte – sozusagen das Wakame des Nordens. Hummer-Florentine ist ein Gericht aus Hummerfleisch, das auf einem Bett aus Spinat serviert und oft mit einer cremigen Sauce begleitet wird. Hier lenkten die Zutaten etwas von der Qualität des Hummers ab. Es war aber insgesamt trotzdem ein gutes Gericht.

Dessert: Auster

Dessert: in Yuzu, Sojasauce und Austernsaft eingelegte irisch Moor Auster, Yuzu-Hafermilchschaum
Das Dessert stellte sich als ungewöhnlich heraus. Nicht süss. Die Auster hatte durch das Einlegen eine etwas festere Struktur bekommen, was zum Gefallen von nicht-Austern-Fans beitrug. Der Schaum trug gut passende Zitrus-Aromen und etwas Säure dazu bei. Sehr gut.

Yuzu Sake

Nach Ende des offiziellen Teils wurde noch eine Afterdinner-Karte präsentiert, auf der Digestifs und einige Extra-Nigiris zu finden waren. Wir entschieden uns für die Chefs Choice, die aus einem Yellowtail und einem Ebi-Nigiri bestanden.
Ich nahm auch einen Yuzu Sake, der einen niedrigen Alkoholanteil zu haben schien.

Fazit

Dieser Abend war sehr “entertaining”. Ist Omakase bei Japanischen Meistern meist eine stille Angelegenheit, gab es hier einen regen Austausch zwischen dem Restaurant-Team und den Gästen. Das ist speziell für Esser sehr lehrreich, die zum ersten Mal Omakase geniessen. Auch die Speisen selbst kann man nur loben. Qualität der Zutaten und Zubereitung sind fast makellos. In Hamburg ist dieser Stil Restaurant meines Wissens einzigartig. Für Puristen, die Hochqualitäts-Sushi aus Japan und anderen Metropolen kennen, ist dies eher nichts. Kurzum: Wir haben den Abend sehr genossen und kommen wieder.

Website des Restaurants: Shio – Omakase Bar Hamburg

Ristorante Orsini Zürich – Business Lunch

Besucht im Februar 2026
Mittagessen
Bewertung: Ein Michelin-Macaron

Ich hatte schon länger vor, soetwas zu organisieren und nun hat es endlich geklappt – ein Teamlunch im Restaurant Orsini. Mit neun Personen sassen wir an zwei Tischen nebeneinander auf der Fensterseite des ersten Raums. Nach Klärung der Unverträglichkeiten und der Wasserfrage entschieden sich alle für das Drei-Gang-Business-Menü. Zwei Gänge wären auch möglich gewesen.
Das Mittagessen startete mit drei Snacks.

Dies waren drei sehr gute, geschmacklich und texturell abwechselungsreiche Snacks.
Anschliessend gab es sehr gute hausgemachte Grissini, warmes Sauerteigbrot und sizilianisches Olivenöl in Spitzenqualität.

TERRINA
di pollo della Gruyere, cipolle borettane e salsa al barolo chinato
Chicken terrine from Gruyère, with borettane onions and Barolo Chinato sauce
Hähnchenterrine aus der Gruyère mit Borettane-Zwiebeln und Barolo-Chinato-Sauce
Weinbegleitung: 2022 Sole e Vento, Marco di Bartoli, Marsala, Sizilien, Italien

Der erste Gang war eine recht einzigartige Terrine mit reichlich Huhn belegt mit eingelegten Senfkörnern und einer speziellen Zwiebel, der ursprünglich aus der Emilia Romagna stammenden flachen Borretane-Zwiebel, die oft in Balsamico-Essig eingelegt als Beilage serviert wird. Einzigartig deshalb, weil ich soetwas noch nie gegessen hatte. Die Sauce und der Schaum schmeckten exzellent und erinnerten mich ein bisschen an eine Albufera-Sauce. Überraschend für mich war, dass sie überhaupt nicht bitter war, was ich aufgrund der Zutat Barolo Chinato erwartet hätte. Mehr über diese Zutat kann man bei der Beschreibung des Desserts hier lesen.

RISONE
al topinambur, caffee, ricci di mare
Risone with Jerusalem artichoke, coffee and sea urchin
Risone mit Topinambur, Kaffee und Seeigel

Dieses schlonzige Löffelgericht war eine Wucht! So unspektakulär ich das Risotto vor etwa zwei Wochen hier fand, so fantastisch war dieser Gang. Risone ist eine kleine Pasta auch Orzo genannt, die es aus verschiedenen Ländern gibt und die auch für Salate verwendet werden kann. In Griechenland heissen sie Kritharaki. Diese waren hier bissfest gekocht die Grundlage. Dazu gab es ein grünes Liebstöckel-Öl (Maggi…), eine helle Topinambur-Crème, Kaffeepulver und als Krönung ein Seeigel-Eis. Diese Kombination resultierte in ordentlich Umami, es war auch gut gesalzen ohne übersalzen zu sein – jeder Löffel ein Glücksmoment für die Geschmackspapillen.

MAIALE DI MONTAGNA
Mela fermentata, cavolo cuore di bue e salsa fricassea
Mountain pork with fermented apple, oxheart cabbage and fricassee sauce
Bergschwein mit fermentiertem Apfel, Ochsenherz-Kohl und Frikassée-Sauce
Weinbegleitung: 2020 Montefili Chianti Classico, Greve in Chianti, Toskana, Italien

Ein schönes Stück vom Bergschwein, das nicht auf allen Tellern dieselbe zarte Konsistenz hatte und bei mir eher fest war, wurde auf zwei verschiedenen Saucen, einem Jus und einem Schaum serviert. Etwas dunkle Crème vom fermentierten Apfel konnte dazu dosiert werden. Auf dem Fleisch befanden sich verschiedene Blätter, darunter welche vom Ochsenherz-Kohl. Dazu wurde Fioccacia gereicht.

SOGLIOLA
con zucca maturata, mandarino e salsa al Vin Jaune
Dover sole with ripe pumpkin, mandarin and Vin Jaune sauce
Seezunge mit Kürbis, Mandarine und Vin Jaune Sauce

Als Alternative zu diesem Hauptgang wurde Seezunge mit einer Variation vom Kürbis serviert.

Mignardises
Praliné mit Schokoladenganache
Choux gefüllt mit Crème aus Melonenkernen und Melonenchip
Limoncello-Gelee

Drei sehr schöne Petits Fours beschlossen das Mittagessen. Die Pralinés fanden den besten Anklang. Ich allerdings bin immer wieder über das Limoncello-Gelee erstaunt, das, lässt man es langsam im Mund zergehen, nacheinander erst Zitrusaromen und dann Alkoholgeschmack freigibt.

Fazit

Alle waren sehr zufrieden mit diesem Mittagessen. Klarer Favorit an meinem Tisch waren die Risone, aber auch die Hähnchenterrine mit der tollen Sauce wusste zu begeistern.
Man schätzte auch den freundlichen, warmen, kommunikativen Service.

Webseite des Restaurants: ORSINI

Jellyfish Hamburg

Besucht im Februar 2026
Abendessen
Bewertung: ein Michelin Macaron

Ein Besuch im Jellyfish stand schon lange auf meiner Liste und hat jetzt an einem Februar- Wochenende endlich Mal geklappt. In Hamburg herrschte zu der Zeit klirrende Kälte, weswegen wir den Abend mit einem sehr guten Oolong-Pfirsich-Tee begannen.
Das Konzept des Jellyfish ist sehr interessant, wird neben dem Finedining-Menu auch an bestimmten Tagen ein Bistro-Menü angeboten, das durchaus für Menschen bezahlbar ist, die nicht bereit sind, soviel Geld für gutes Essen auszugeben. Die Bistrokarte listet auf der linken Seite kleine Supplements und kostspieligere Extras auf, wie Austern oder Kaviargerichte. Auf der Rückseite sind dann noch einzelne Gerichte à la Carte angeboten, die aus dem Fine Dining Menü entnommen wurden. Wir entschieden uns für vier bzw. drei Gänge aus dem Bistro-Menü und fügten eine Kleinigkeit aus den Supplements hinzu. Ich bestellte zum Zwischen- und zum Hauptgang je ein Glas Weisswein.

BROT AUSWAHL
Sauerteigbrot | Focaccia | Kürbis

Zum Start wurden eine hervorragende Brotauswahl und ein Aufstrich gebracht, die so gut waren, dass wir einmal nachbestellten. Der Nachservice ist kostenpflichtig. Im Einzelnen war dies eine Frischkäse-basierte Crème mit Kürbis, Blüten, Granola aus Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernöl, eine Foccacia mit Rosmarin und Parmesan und ein Sauerteigbrot.

BRUSCHETTA
Burrata | eingekochtes Gemüse | Kürbis

Bei diesem Gericht handelte es sich um eine Kleinigkeit aus dem Supplement, bei der noch dazu auf Wunsch des Gastes die Sprotte weggelassen wurde.

JELLYFISH FRIKADELLE
Peperoni | Tofu | Zitrus

Die Vorspeise bestand aus zwei kleinen Fischfrikadellen zubereitet mit Lachs, Kabeljau, Wels, Tofucrème und Zitrusfruchtsalat. Das gefiel mir gut.

ONSEN – EI
Shakshuka | Rucola | Röstbrot
Weinbegleitung: 2023 Silvaner, Weingut Stahl, Franken, Deutschland

Schüssel geschichtet aus Shashuka, ein Gericht der levantischen und auch nordafrikanischen Küche bestehend aus pochierten Eiern in einer Sauce aus Tomaten, Chilischoten und Zwiebeln. Es gibt auch Varianten mit Paprikaschoten und das wurde hier benutzt. Statt eines pochierten Eis wurde hier ein Onsenei zubereitet, welches seinen Namen von der Zubereitung in den Japanischen heissen Quellen (Onsen) hat. Dies wird etwa eine Stunde bei etwa 65 °C gegart. Die Zubereitungsart lässt Eiklar und Eigelb nur leicht gerinnen und gibt ihm eine wachsweiche Konsistenz. War mir hier etwas zu flüssig. Der kräftige Silvaner passte gut zur Sauce.

GETRÜFFELTES PARMESAN – SÜPPCHEN
Quitte | Petersilie | Croûtons

Einlage am Boden des Tellers waren ein Quittenkompott, mittelgrosse Croutons und Petersilie. Am Tisch wurde die Suppe angegossen. Trüffel konnte man kaum wahrnehmen, ging wahrscheinlich im Parmesan-Umami unter. Sonst tadellos.

MEERESFRÜCHTE RISOTTO
Muschelfumet | Fenchel | Gartenkräuter
Weinbegleitung: 2024 Muschelkalk Chardonnay, Weingut Klumpp, Baden, Deutschland

Ein helles Risotto war angereichert mit gebratenen Garnelen, Tintenfisch und Muscheln. Darüber Fenchelstreifen, darum ein schaumiges Muschelfumet. Der Tintenfisch hatte eine angenehme Konsistenz, die Garnelen waren auf den Punkt gebraten. Sehr gut., mein Highlight des Menüs.

FRANZÖSISCHE MAISPOULARDE
Linsen | Wasserspinat | Krokette

Zarte Maispoulardenbrust mit knuspriger Haut, Krokette aus Keulenfleisch, Linsen und Wasserspinat. Die Linsen waren meiner Dinnerpartnerin zu salzig und für mich an der oberen Grenze des Erträglichen. Alles andere war bestens zubereitet und gefiel gut.

PFIRSICH – MARACUJA – MOUSSE
Exotik | Granatapfel | Rosmarin

Ein Ring mit Pfirsich-Papaya-Mousse und Rosmarin hatte in der Mitte Pistaziengebäck, Granatapfelkompott, Granatapfel-Gel, ein Exotiksorbet mit dominantem Grapefruitgeschmack und Honigwaben-Tuile. Rosmarin haben wir kaum geschmeckt. Das war gut und auch schön anzusehen, ich habe allerdings schon bessere Exotikfrucht-Desserts gegessen, z.B. im Ophelia in Konstanz.

Fazit

Im Jellyfish kann man ohne Zweifel gut bis sehr gut essen. Der Anspruch und das gekonnte Handwerk des Fine-Dinings sind auch beim Bistro-Menü zu spüren. Mein Highlight war klar das Meeresfrüchte-Risotto mit den separat perfekt zubereiteten Zutaten aus dem Meer.
Im Restaurant ist eine gute Atmosphäre.
Der kompetente und zugewandte Service trägt dazu bei.
Die Weine waren gut zu den Speisen ausgewählt.

Webseite des Restaurants: Jellyfish Hamburg – Jellyfish Restaurant

Orsini Zürich – 4 hands dinner

Besucht im Februar 2026
Abendessen
Bewertung: ein plus drei Michelin Macarons

Richard Ekkebus in Zürich, diese Nachricht elektrisierte mich sofort als dies bekannt gemacht wurde. Vor einiger Zeit hatte ich einen Bericht gesehen, der den Gastauftritt des Küchenchefs des Restaurant Amber*** im Hangar 7 in Salzburg zum Thema hatte. Die Möglichkeit, Auszüge der von ihm kuratierten Küche zu geniessen, ohne nach Hongkong reisen zu müssen, fand ich äusserst attraktiv und reservierte sogleich. Spannend auch, dass er ohne Butter, ohne Milchprodukte und weitgehend ohne Zucker kochen lässt.
Zum Menü äusserte ich meinen Wunsch, drei Gläser Wein aus der Begleitung trinken zu wollen.

AMUSE BOUCHES
Von recht unten nach links oben
AMBER: Seiden-Sojamilch-Panna Cotta, Peperoni und Szechuan Pfeffer
Soy milk silken panna cotta, bell pepper, and Szechuan pepper
ORSINI: Carpione mit Tropea Zwiebel, violette Garnele und Fenchelwasser
Carpione with Tropea onion, purple shrimp and fennel water
AMBER: Foie gras, Hibiskus, Rande und Lebkuchen-‘Chupa Chups’
Foie gras, hibiscus, beetroot and gingerbread ‘chupa chups’
ORSINI: Panissa mit schwarzer Zitronen-Emulsion, Pecorino und Perigord Trüffel
Panissa with black lemon emulsion, Pecorino and Perigord truffle

Grissini, Sauerteigbrot, Olivenöl

Sehr gutes Olivenöl wie immer hier und eine neue dickere Orsini-Version der Grissini mit Pfeffer und Salz, die tatsächlich süchtig macht.

Ein Amuse mit dem Thema Karotte bestehend aus gelben und orangen Karottenstreifen auf Karottencrème mit einer Garnele und etwas Schwarztee-Pulver habe ich nicht fotographisch festgehalten.

ORSINI: Scampo mit salzigem Marsala ‘Marco de Bartoli’’-Sabayon und Safranschaum
Scampo with salted Marsala ‘Marco de Bartoli’’ sabayon and saffron foam

Der Scampo war perfekt gegart und der Star des Tellers. Zwei sehr unterschiedliche Begleiter, die die Geschmacksrichtungen salzig und zitrussauer (der Schaum) verkörperten und auch texturell sehr unterschiedlich waren, sorgten für ein abwechslungsreiches Löffel-/Gabelspiel. Auf das Sabayon hatte man Rooibos-Pulver gestreut.
Zum Gericht wurde noch ein Satellitenteller mit einer wohlschmeckenden Fregola Sarda Zubereitung gereicht.

AMBER: Aka Uni mit Blumenkohl, Hummer-‘jell-o’ und Caviar
Aka Uni with cauliflower, lobster jell-o and caviar
Weinbegleitung: 2023 Westhofen Kirchspiel Riesling Grosses Gewächs Philipp Wittmann Rheinland Pfalz Deutschland

Diesem Gericht, das als Ricci del Mare (Der Reichtum des Meeres) vor Wochen angekündigt wurde, sah ich mit Vorfreude entgegen. Und tatsächlich: allein deswegen hat sich der Besuch hier gelohnt. Die Seeigelkeramik war gefüllt mit süssem Seeigel aus Island, Blumenkohl-Mousse, einer weiteren Schicht Seeigel, Hummergelee, reichlich allerbestem Kaviar und abschliessend mit Blattgold verziert. Das provoziert bei den meisten, die das Foto zu sehen bekommen, den spontanen Ausruf “Gold!”. Das Gericht, welches man am besten durch Eintauchen des Löffels bis zum Boden geniesst, offenbart eine Kombination von vielen unterschiedlichen Aromen: die Süsse des Krustentiers, das maritime “Seebecken” Aroma des Seeigels, die Salzigkeit des Kaviars und ein zurückhaltendes Aroma vom Blumenkohl.
Der Cremigkeit des Gerichtes sollte die Knusprigkeit der salzigen Seetang-Wakame-Tapioka-Cracker entgegenstehen.

ORSINI: Risotto mit Sizilianischen Zitronen, Senise Paprika-Sauce und schwarzem Kardamom
Risotto with Sicilian lemons, Senise pepper sauce and black cardamom
Weinbegleitung: Probierschluck 2022 Aldo Conterno Bussiador Chardonnay Langhe Italien

Ein Risotto ist und bleibt ein Risotto, egal, was man damit anstellt. Wer viel in italienischer Hochküche unterwegs ist, wird dies feststellen. Im Moment scheint die Sauce zum Risotto sehr in zu sein. Hier war es eine auf Basis von Senise-Paprika. Auch wird heutzutage oft ein Pulver darüber gestreut, sei es Lakritz oder Himbeere :-), hier war es schwarzer Kardamom.
Neuerdings werden auch andere Käse als Parmesan oder Pecorino benutzt. Das hatte ich zuletzt im Restaurant Enrico Bartolini so gesehen. Bei der Version heute Abend stach für mich der Abrieb der Sizilianischen Zitrone als besonderer Kick heraus, nach dem sich ein verführerisches Aroma über den Tisch verbreitete. Das schmeckt alles gut, kann aber für mich nicht mit solchen Gerichten, wie den Gängen vorher mithalten.
Matteo, der Sommelier, war so nett und gab mir auch den begleitenden Wein zum Probieren.

AMBER: Jakobsmuschel mit schwarzem Perigord Trüffel ‘’en coquille lutee’ Topinamburkompott, eingelegte Baumnuss und Jakobsmuschelbart-Garum-Beurre blanc
Scallop with black Perigord truffle ‘en coquille lutee’ Jerusalem artichoke compote, pickled wet waltnut and scallop skirt garum beurre blanc
Weinbegleitung: Sohomare Shuzo Yumesasara Tokubetsu Junmai Sake Japan

Als drittes Highlight heute Abend kam als nächstes die von Tauchern handgeerntete Jakobsmuschel aus Norwegischen Gewässern, die am Tisch von Richard Ekkebus aufgeschnitten und angerichtet wurde. Die Zubereitungsart, die einer französischen Kochtechnik für Huhn abgeleitet wurde, sorgt für eine einzigartige Textur der Jakobsmuschel – sie erscheint roh, ist aber doch gegart. Die Muschel wird dazu geöffnet, bis auf den Muskel gereinigt, wieder verschlossen, mit einem Teig versiegelt und kurze Zeit im Ofen bei mittlerer Temperatur erhitzt. Am Tisch wird sie geöffnet und mit verschiedenen Condimenten versetzt, wie 12 Monate gereiftes Garum aus den Muschelbärten, getoastetem Seetang-Dashi, Lacto-fermentierter Walnuss und Topinambur-Kompott. Zum Schluss wurde noch Trüffel darüber gerieben.
Die Jakobsmuschel hatte wirklich eine einzigartige Textur und alles drumherum passte hervorragend dazu.
Der Sake hatte ein phantastisches Bouquet und war eine wohl ausgesuchte Begleitung.

ORSINI: Geräucherter Hirsch mit Campari-marinierter Rande und Civet-Sauce
Smoked roe deer with Campari marinated beetroot and Civet sauce
Weinbegleitung: 2021 Wolf and Woman Pinotage Südafrika

Der Hauptgang präsentierte ein Stück Rücken vom Rehbock im Mittelpunkt, wie ich aus der Englischen Übersetzung schliesse. Die männlichen Stücke des Rehwilds werden als Bock und nicht als Hirsch bezeichnet. Die mit Wirsing umwickelte Tranche war perfekt gegart und wurde von eingelegter roter Beete, Senfsaat und Tropea-Zwiebel begleitet. Etwas Radiccio befand sich auch noch auf dem Teller. Räucheraromen nahm ich keine wahr. Aus einer kleinen Kupferkasserole wurde Civet-Sauce angegossen, eine typische Sauce bei Rehpfeffer, in der die nicht so edlen Stücke des Tieres lange in Wein und Aromaten mariniert und die Sauce abschliessend mit Blut gebunden wird. Diese hatte die perfekte Konsistenz und schmeckte sehr gut. Es wurde auch noch ein Stück Foccaccia gereicht.
Auf einem Satellitenteller befand sich noch ein schönes Hirschcarpaccio mit etwas Caviar.

Pré-Dessert

Das Pré-Dessert konnte man durchaus als Käsegang wahrnehmen, auch wenn inzwischen ein Käsewagen aufgebaut wurde, nach dessen Inhalt mir nicht zumute war. Auf einem sehr guten Gorgonzola-Espuma thronte ein Sherry-Sorbet mit Himbeere und rote Beete.

AMBER: Sorbet von Williams-Birne und gelber Peperoni, Safran-Creme brül&e mit Passionsfrucht, Ingwer und Honig
Williams pear and yellow bell pepper sorbet, saffron creme brülee with passionfruit, ginger and honey
Weinbegleitung: Probierschluck 2023 Domaine Carnin Petit Manseng Jurancon Les Grains de Copains Frankreich

Das Dessert zeigte wiederum den typischen Stil des Amber. Benutzt man keine Butter, Zucker und Milchprodukte muss man sich speziell in dieser Sektion etwas einfallen lassen. Interessant schmeckte das Sorbet aus Birne und gelber Paprika. Umgeben war es von einer kaum süssen Crème brûlée oder auch Crema Catalana, die mit Safran aromatisiert worden war. Dazu kamen noch runde Stücke eingelegter Birne und Tupfen von Passionsfrucht-Gel und –Marmelade. Für leichte Schärfe sorgte Ingwer in einer der Zubereitungen. Die wenigen süssen Akzente wurden durch Verwendung von Honig gesetzt.
Die Mignardises wurden dann wieder hälftig von beiden Küchenteams kreiert.

Mignardises

Von links oben im Uhrzeigersinn nach links unten:
ORSINI: Buchweizen-Madeleine mit Sesam und Teecrème-Füllung
AMBER: Choux gefüllt mit Crème aus Mandeln und gerösteten Melonenkernen, Melonen-Tuile
ORSINI: Domino Zitrone Marshmellow
AMBER: Praliné mit Pistazie und Sauerkirsche

Fazit

Wie schon aus dem Bericht hervorgehen sollte, habe ich diesen Abend sehr genossen. Die Highlights waren für mich klar die Meeresfrüchtegänge.
Der Service war wie immer sehr angenehm – freundlich, professionell, zugewandt.
Weitere Informationen über diesen Abend kann man sich hier ansehen. Die beiden Herren vom Gault Millau speisten am Nebentisch.

Website des Restaurants: Orsini Italian Fine Dining I Mandarin Oriental, Zürich

Restaurant Zeik Hamburg

Besucht im Januar 2026
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron, grünes Kleeblatt

Es ist schon lange her, dass wir zuletzt im Zeik waren. Es war damals unser erster Restaurantbesuch nach einem der COVID-19-Lockdowns und wir hatten draußen auf der Terrasse an der Sierichstraße gesessen.
Inzwischen hat sich hier viel getan. Ein Michelin-Macaron zieht jetzt mehr Gäste an und es gibt einen wochentagsabhängigen Menüpreis. Das Konzept ist gleichgeblieben: regional, saisonal und nachhaltig, wo immer es geht. Deshalb ist das Restaurant auch zusätzlich mit einem grünen Michelin-Kleeblatt ausgezeichnet. Zum Beispiel wird nicht automatisch zu jedem Gang neues Besteck aufgedeckt, sondern gefragt, ob man es behalten will. Man kann, muss aber nicht.
Da wir momentan eine Location für ein Fest suchen, dachten wir uns, hier sozusagen zur Probe zu essen. Innen drin gibt es zwei Räume, einen Gastraum hinten für 10 Personen und einen grösseren mit 22 Sitzplätzen – nicht so ideal für eine Feier mit vielen Personen. Wir hatten unsere Plätze im hinteren Raum und fanden, am Platz angekommen, ein dunkles Couvert mit persönlicher Begrüssung und zwei Menükarten vor – eine Vorstellung der aktuellen zwei Menüs, omnivor und vegetarisch, inklusive Weinbegleitung und Vorstellung des Teams und eine Karte mit genauer Beschreibung von allem, was in den einzelnen Gängen verarbeitet wurde. Das war für mich sehr gut, musste ich diesmal doch fast nichts mitschreiben.
Wir bestellten dann einmal vegetarisch, einmal omnivor und einmal gemischt. Ich orderte dazu noch drei Gläser aus der Weinbegleitung und die anderen Gäste neben stillem Wasser hausgemachtes Ginger Ale und Zeik Cola.

Begrüßung und Einstimmung in das Menü

Auf das Menü eingestimmt wurden wir mit vier Variationen zum Thema Pilz. Das versprach viel, sind solche Zubereitungen doch meist voller Umami. Wir bekamen auf dem Deckel einer Holzkiste ein Schälchen mit einem

Pilz 1

2. Apero (rechts)
glasierter Champignon
Käseschaum
Liebstöckel Julien

Ein kleines Sandwich 3. Apero (links)
Zwischen zwei Pilzchips befanden sich Pilzragout
Hefecrumble
Zitronenessig und
eingelegte Krause Glucke

Pilz 2

In der Kiste befanden sich der 1. Apero (rechts)
Tartelette
Hefe Mayo
Sphäre gefüllt mit Bobbel Pilzsuppe
ausgestochener Kräuterseitling und
Fichtenessig

und der
4. Apero (links)
Ein Berliner gefüllt mit Pilzcreme und bedeckt mit Johannisbeer-Lack.

Das war alles sehr gut abgeschmeckt, abwechslungsreich in den Texturen und zeigte tatsächlich viel Umami. Ich fand, dies war ein sehr guter Einstieg.

Eigelb | Rettich

Das Amuse -Rettich- beendete den Reigen der Einstimmungen.
geräucherte Molke + Zitrone
eingelegter Rettich
Wildkräuter
Asche
Eigelbcreme
Rettich in Sellerie-Pilz eingelegt

Der Rettich war hier geschmacklich sehr schön herausgearbeitet und wurde durch die Molke sehr gut unterstützt.

Sauerteig | Bier | Thymian

Brot+Butter

Brotteig (70 g/1 Brötchen)
Röstzwiebelbutter (gebrannter Zwiebeljus, Thymianöl?)

Sehr gutes warmes fluffiges Brot und dazu eine Zwiebel-intensive aufgeschlagene Butter als separater Gang, der hernach abgeräumt wurde.

Sommerspargel | Winterspargel
Weinbegleitung: 2024 Etna Bianco, Graci, Sizilien, Italien

1. Gang -Winterspargel-

Schwarzwurzel Mousse
Schwarzwurzel Röst Sud
Schwarzwurzel Ragout
Schwarzwurzel Milch Gelee
Schwarzwurzel Chip
Seespargel (Salicorn)
Zitronenzeste

Spargel Eis
eingelegter Spargel

Schwarzwurzel Schaum

Auf dieses Gericht war ich ziemlich neugierig. Das Zeik hat ein sehr gutes Instragram- Profil und ich hatte dort schon eine Beschreibung des Gerichtes gelesen. Es ist quasi Spargel hoch drei – Sommerspargel, Winterspargel, Seespargel. Die Eiscrème unter dem Schwarzwurzel-Schaum war aus gerettetem, weissem Sommerspargel in Form von Spargelessig hergestellt worden. Die Schnitte hatte dann ausschliesslich den Winterspargel = Schwarzwurzel in verschiedenen Zubereitungen als Zutat. Abgerundet wurde das Ganze durch Zitronenzesten für die Frische und Salicorn (= Seespargel). Tolle Idee, gut umgesetzt und sehr gut vom Geschmack.

Karotte | Wildkräuter

2 . Gang -Karotte-

marinierte Karottenstreifen
Karottenstampf
Karottenragout
Karottenmousse
Karotten Buttermilch Sauce
Kräuteröl
Kräuterstrauß on top

Knusperrolle
Gefüllt mit Rauchkarottenpüree
Zwiebel Vinaigrette

Auch der zweite Gang wurde auf Instagram schon präsentiert. In einem Päckchen aus marinierten Karottenstreifen verbarg sich Stampf, Ragout und Mousse der Karotte. Obendrauf eine schönes Kräutersträusschen und das Ganze umgeben von einem Sud aus Buttermilch und Karottensaft. A part wurde ein knuspriges Röllchen mit geräuchertem Karottenpürée gereicht. Das fanden einige am Tisch ganz hervorragend, andere ganz schrecklich. Räucheraromen mag nicht jede/jeder.

Topinambur | Haselnuss

3. Gang -Topinambur-

Rauch Hollandaise
geröstete Topinambur Sauce
Topinambur Stampf
Birnen Gelee
Topinambur Chip
Haselnussmousse
Haselnusspesto
Topinambur Schaum

Dieses Gericht zeigte eine komplett andere Aromenwelt mit einer Art Haselnusspraline, die entfernt an Nutella erinnerte, welche auf einer im Schaum nicht sichtbaren grösseren Scheibe ruhte.

Kabeljau | Kapern
Weinbegleitung: 2023 Chardonnay “Leithaberg”, Wagentristl, Neusiedlersee, Österreich

4. Gang -Kabeljau-

Kabeljau gebeizt
Krustentier Glace
Krabben
Frühlauch fein geschnitten
Kapern Zitronen Sauce
Kapern frittiert

Hefekloß
Krabbenfüllung

Perfekt gegartes recht kleines Stück Kabeljau bedeckt mit einer Krustentiergelee-Scheibe, darauf Krabben und Kapern. Die umgebene Sauce war mir zu zitronig. Hier hätte ich eine klassische Bisque oder einen Krustentiertee bevorzugt – Geschmackssache.

Im vegetarischen Menü

Steckrübe | Zitrone

4 . Gang – Steckrübe-

Steckrübe geschmort
Steckrüben Stampf
Steckrüben Sauce
Meier Zitronen Segment
Zitronengelee
frittierte Kapern

Hefekloß gefüllt mit
Steckrüben Vanille Ragout

Raviolo I Kohlrabi

Raviolo gefüllt mit fermentierter Kohlrabi-Crème, Kohlrabischaum, Schnittlauch

Während an anderen Tischen ein Zusatzgang mit rote Beete serviert wurde, bekamen wir diese wohlschmeckende Kohlrabi-Kleinigkeit. Das wäre gar nicht nötig gewesen, war aber eine nette Geste.

Reh | SellerieSellerie | Walnuss
Weinbegleitung: 2018 Demoiselle Sociando Mallet, Château Sociando Mallet, Haut Médoc, Frankreich

5 . Gang -Reh-

Rehrücken
Selleriepüree
Walnuss kandiert
Walnuss Sellerie Praline
Sellerie Lack
Sellerie gehobelt
Apfel gehobelt
Liebstöckelstreifen
Selleriestreifen
Petersilienstreifen

Im Hauptgang wurde Rehrücken serviert. Dieser war ganz zart, hatte aber eine andere Textur als wenn er nur klassisch im Ofen gegart worden wäre. Ich vergass, nach der Garmethode zu fragen. Als Frucht-/Säurekomponente dienten die dünnen Apfelscheiben obenauf, die dort abwechselnd mit Sellerie platziert waren. Der Jus war gut, das Pürée fein. Der Sinn der kalten, recht grossen Wallnuss-Sellerie-Praline erschloss sich mir nicht.
Der Wein, ein klassisches Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit 10% Cabernet Franc passte gut dazu.

Im vegetarischen Menü

5. Gang -Sellerie- Sellerie Püree

Walnuss Mousse
Walnuss kandiert
Sellerie Terrine
Sellerie Püree
Walnuss Sellerie Praline
Röstjus

Hier wurde der Rehrücken durch eine gefüllte Sellerierolle ersetzt. Der Geschmack der dunklen Füllung erschloss sich so recht nicht.

Der Anfang vom Ende

Sanddorn | Petersilie

DAVE -Sandddorn-

Sanddornsorbet
Hirsesalat
Peterschaum
Nougatcreme
karamellisierte Quinoa
gepuffter Buchweizencrunch

Sehr schön frisches Pré-Dessert, in dem der “Peterschaum” nicht zu “petersilig” und das Sanddorn-Sorbet nicht zu sauer waren.

Mandarine | Quark

6. Gang -Mandarine-

Mandarinensorbet
Quarkmousse
Mandarinen Gel Füllung
Mandarinen Estragon Sud
Estragonöl

Mandarinen Krokant
gestockter Quark
geflämmte Mandarine
Kakaobutter-Sticks

Tolles Dessert rund um das Thema Mandarine und Quark. Gefiel der Mehrheit am Tisch sehr gut.

süßer Ausklang

Petit Four
1.
rechts
Sphäre gefüllt mit Bratapfel Crème und Apfelkompott
Crème Patissiere
Mürbteig
2. unten
Kaltes Rum Parfait
eingelegte Rosine
3. links
Praline Blaubeere

Dies war ein schöner Abschluss mit drei Kleinigkeiten, die etwas vom sonst Üblichen abwichen.

Fazit

Durch die richtige Wahl der Portionen geht man nicht übersättigt nach Hause. Die Küche ist leicht. Nicht alles gefällt jedem. Der Service ist aufmerksam, beim Wasser wurde beispielsweise gefragt, ob man bis zum Hauptgang jeweils eine neue Flasche bringen darf. Man wird geduzt.
Auch wenn es sich etwas versteckt, wird hier viel mit Selbstfermentiertem gearbeitet. Das ist nicht jedermanns Sache, kann es doch überraschende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Ich habe es zumindest hinterher gespürt.
Gegenüber unserem ersten Besuch ist eine klare Weiterentwicklung zu erkennen. Die Bewertung ist verdient.

Webseite des Restaurants: Zeik Hamburg: Fine Dining in Winterhude • Willkommen!

Eden Kitchen & Bar Zürich

Besucht im Januar 2026
Mittagessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Anlässlich eines Business-Lunches hatte ich wieder Mal die Gelegenheit, die Eden-Kitchen & Bar im Zürcher Hotel La Reserve zu besuchen. Wir hatten uns auch für den Business-Lunch angemeldet, bei dem Wasser und Kaffee inklusive sind.
Der Küchenchef Marco Ortolani war heute vor Ort und begrüsste mich persönlich.
Da dies ein Arbeitsessen war, verzichteten wir auf Wein.
Neben dem wöchentlichen Lunch-Angebot wurde noch ein Spezialgericht angeboten: Lasagnette mit Kalbsragout.
Das Mittagessen begann mit Snacks, die am Anfang alle vom Typ “nichts ist wie es scheint” waren.

Falsche Paprika

Thunfisch-Mousse umhüllt von mit Habanero geschärftem Tomaten-Gel

Falsche Oliven

Grün gefüllt mit Entenlebermousse, Schwarz mit flüssiger Füllung auf Basis von Tomatenwasser mit Wacholder

Tartelett mit Chu-toro-Tartar und Ossietra-Kaviar

Alle Snacks waren gut bis sehr gut, aber dieses hier das Highlight, das mit superber Produktqualität, richtigen Verhältnissen der Zutaten und angenehmer Temperatur glänzen konnte.

Zu Beginn des Mittagessens gab es auch zweimal Brotservice mit einigen knusprigen Varianten und einem Sauerteigbrot, das mit sehr gutem Olivenöl serviert wurde. Für Details schaue man sich bitte meine anderen Berichte über dieses Restaurant an.

“Brot “1
Brot 2
Amuse

Bevor es mit dem eigentlichen Menü losging, gab es noch dieses letzte Amuse Bouche: Kartoffel-Kräuterschaum mit Lorbeerpulver und Raclette Choux

Lachs Gravlax – Crème Fraîche, Radicchio Tardivo

Die Vorspeise, die alle am Tisch wählten, war OK. Fast jeder kennt Gravad-Lachs, meist gereift mit Kräutern und mit Senf-Honig-Dill Sauce serviert. Das hier war anders, der Lachs von guter Qualität und mit Crème Fraîche, einem Kräuteröl, wahrscheinlich Schnittlauch und Keta- (=Lachs) Kaviar serviert. Der knackige, frische, leicht marinierte Salat mit seinen Bitternoten passte gut dazu.

Ravioli des Tages

Auch beim Hauptgericht hatte man die Wahl zwischen zwei Optionen, eine davon waren Ravioli fatto in casa gefüllt mit Rehfleisch. Den Essern hat dies sehr gut geschmeckt.

Poulet “Frikasse-Art” – Pilze, Pilawreis

Auch wenn ich anfangs skeptisch war, so etwas “Schnödes” wie Hühnerfrikassee zu bestellen – das wahrscheinlich jeder auch von zu Hause kennt –, hat sich meine Wahl sehr gelohnt. Ich hätte mir denken können, dass dies nichts mit der Beutel- oder Tiefkühlware aus dem Supermarkt oder der Version zu Hause zu tun hat, bei der die Sauce den Löwenanteil ausmacht.
Aus zwei Kasserollen wurde dieses formidable Gericht serviert: Für das Frikassee, das einen halben Tag Vorbereitung erfordert, wurden die Komponenten separat zubereitet und erst vor dem Servieren zusammengefügt.
Das resultierte dann in butterweichen Stücken des Huhns teils mit knuspriger Haut, Pilzen und Sauce voller Umami, und frittiertem und bissfest gekochtem grünen Gemüse (Spinat, Krautstiel, Cima di Rapa?). Ein hervorragendes Gericht mit einer ordentlichen Portionsgrösse, das in zwei Gängen serviert wurde. Interessant dazu war der Reis mit sehr kleinem Korn.

Nun war die Zeit schon sehr fortgeschritten und alle waren satt, sodass wir auf ein Dessert verzichteten. Nichtsdestotrotz wurden wir mit sehr feinen Petit Fours und Kaffee wiederum sehr gut verabschiedet.

Mignardises

Haselnusspralinen und Choux gefüllt mit Vanillecrème und getoppt mit Haselnuss-Mousse

Fazit

Es lohnt sich immer wieder hierherzukommen, da man viele interessante Petitessen und auch Gerichte à la carte essen kann, die von sehr guter Qualität sind. Noch dazu finde ich das Preis- Leistungs-Verhältnis sehr fair. Wie ein anderer Gast aus unserer Runde formulierte: Schönes Ambiente und sehr leckeres Essen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Website des Restaurants: Eden Kitchen Restaurant Zürich | La Réserve Eden au Lac Zürich