Restaurant Zeik Hamburg

Besucht im Januar 2026
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron, grünes Kleeblatt

Es ist schon lange her, dass wir zuletzt im Zeik waren. Es war damals unser erster Restaurantbesuch nach einem der COVID-19-Lockdowns und wir hatten draußen auf der Terrasse an der Sierichstraße gesessen.
Inzwischen hat sich hier viel getan. Ein Michelin-Macaron zieht jetzt mehr Gäste an und es gibt einen wochentagsabhängigen Menüpreis. Das Konzept ist gleichgeblieben: regional, saisonal und nachhaltig, wo immer es geht. Deshalb ist das Restaurant auch zusätzlich mit einem grünen Michelin-Kleeblatt ausgezeichnet. Zum Beispiel wird nicht automatisch zu jedem Gang neues Besteck aufgedeckt, sondern gefragt, ob man es behalten will. Man kann, muss aber nicht.
Da wir momentan eine Location für ein Fest suchen, dachten wir uns, hier sozusagen zur Probe zu essen. Innen drin gibt es zwei Räume, einen Gastraum hinten für 10 Personen und einen grösseren mit 22 Sitzplätzen – nicht so ideal für eine Feier mit vielen Personen. Wir hatten unsere Plätze im hinteren Raum und fanden, am Platz angekommen, ein dunkles Couvert mit persönlicher Begrüssung und zwei Menükarten vor – eine Vorstellung der aktuellen zwei Menüs, omnivor und vegetarisch, inklusive Weinbegleitung und Vorstellung des Teams und eine Karte mit genauer Beschreibung von allem, was in den einzelnen Gängen verarbeitet wurde. Das war für mich sehr gut, musste ich diesmal doch fast nichts mitschreiben.
Wir bestellten dann einmal vegetarisch, einmal omnivor und einmal gemischt. Ich orderte dazu noch drei Gläser aus der Weinbegleitung und die anderen Gäste neben stillem Wasser hausgemachtes Ginger Ale und Zeik Cola.

Begrüßung und Einstimmung in das Menü

Auf das Menü eingestimmt wurden wir mit vier Variationen zum Thema Pilz. Das versprach viel, sind solche Zubereitungen doch meist voller Umami. Wir bekamen auf dem Deckel einer Holzkiste ein Schälchen mit einem

Pilz 1

2. Apero (rechts)
glasierter Champignon
Käseschaum
Liebstöckel Julien

Ein kleines Sandwich 3. Apero (links)
Zwischen zwei Pilzchips befanden sich Pilzragout
Hefecrumble
Zitronenessig und
eingelegte Krause Glucke

Pilz 2

In der Kiste befanden sich der 1. Apero (rechts)
Tartelette
Hefe Mayo
Sphäre gefüllt mit Bobbel Pilzsuppe
ausgestochener Kräuterseitling und
Fichtenessig

und der
4. Apero (links)
Ein Berliner gefüllt mit Pilzcreme und bedeckt mit Johannisbeer-Lack.

Das war alles sehr gut abgeschmeckt, abwechslungsreich in den Texturen und zeigte tatsächlich viel Umami. Ich fand, dies war ein sehr guter Einstieg.

Eigelb | Rettich

Das Amuse -Rettich- beendete den Reigen der Einstimmungen.
geräucherte Molke + Zitrone
eingelegter Rettich
Wildkräuter
Asche
Eigelbcreme
Rettich in Sellerie-Pilz eingelegt

Der Rettich war hier geschmacklich sehr schön herausgearbeitet und wurde durch die Molke sehr gut unterstützt.

Sauerteig | Bier | Thymian

Brot+Butter

Brotteig (70 g/1 Brötchen)
Röstzwiebelbutter (gebrannter Zwiebeljus, Thymianöl?)

Sehr gutes warmes fluffiges Brot und dazu eine Zwiebel-intensive aufgeschlagene Butter als separater Gang, der hernach abgeräumt wurde.

Sommerspargel | Winterspargel
Weinbegleitung: 2024 Etna Bianco, Graci, Sizilien, Italien

1. Gang -Winterspargel-

Schwarzwurzel Mousse
Schwarzwurzel Röst Sud
Schwarzwurzel Ragout
Schwarzwurzel Milch Gelee
Schwarzwurzel Chip
Seespargel (Salicorn)
Zitronenzeste

Spargel Eis
eingelegter Spargel

Schwarzwurzel Schaum

Auf dieses Gericht war ich ziemlich neugierig. Das Zeik hat ein sehr gutes Instragram- Profil und ich hatte dort schon eine Beschreibung des Gerichtes gelesen. Es ist quasi Spargel hoch drei – Sommerspargel, Winterspargel, Seespargel. Die Eiscrème unter dem Schwarzwurzel-Schaum war aus gerettetem, weissem Sommerspargel in Form von Spargelessig hergestellt worden. Die Schnitte hatte dann ausschliesslich den Winterspargel = Schwarzwurzel in verschiedenen Zubereitungen als Zutat. Abgerundet wurde das Ganze durch Zitronenzesten für die Frische und Salicorn (= Seespargel). Tolle Idee, gut umgesetzt und sehr gut vom Geschmack.

Karotte | Wildkräuter

2 . Gang -Karotte-

marinierte Karottenstreifen
Karottenstampf
Karottenragout
Karottenmousse
Karotten Buttermilch Sauce
Kräuteröl
Kräuterstrauß on top

Knusperrolle
Gefüllt mit Rauchkarottenpüree
Zwiebel Vinaigrette

Auch der zweite Gang wurde auf Instagram schon präsentiert. In einem Päckchen aus marinierten Karottenstreifen verbarg sich Stampf, Ragout und Mousse der Karotte. Obendrauf eine schönes Kräutersträusschen und das Ganze umgeben von einem Sud aus Buttermilch und Karottensaft. A part wurde ein knuspriges Röllchen mit geräuchertem Karottenpürée gereicht. Das fanden einige am Tisch ganz hervorragend, andere ganz schrecklich. Räucheraromen mag nicht jede/jeder.

Topinambur | Haselnuss

3. Gang -Topinambur-

Rauch Hollandaise
geröstete Topinambur Sauce
Topinambur Stampf
Birnen Gelee
Topinambur Chip
Haselnussmousse
Haselnusspesto
Topinambur Schaum

Dieses Gericht zeigte eine komplett andere Aromenwelt mit einer Art Haselnusspraline, die entfernt an Nutella erinnerte, welche auf einer im Schaum nicht sichtbaren grösseren Scheibe ruhte.

Kabeljau | Kapern
Weinbegleitung: 2023 Chardonnay “Leithaberg”, Wagentristl, Neusiedlersee, Österreich

4. Gang -Kabeljau-

Kabeljau gebeizt
Krustentier Glace
Krabben
Frühlauch fein geschnitten
Kapern Zitronen Sauce
Kapern frittiert

Hefekloß
Krabbenfüllung

Perfekt gegartes recht kleines Stück Kabeljau bedeckt mit einer Krustentiergelee-Scheibe, darauf Krabben und Kapern. Die umgebene Sauce war mir zu zitronig. Hier hätte ich eine klassische Bisque oder einen Krustentiertee bevorzugt – Geschmackssache.

Im vegetarischen Menü

Steckrübe | Zitrone

4 . Gang – Steckrübe-

Steckrübe geschmort
Steckrüben Stampf
Steckrüben Sauce
Meier Zitronen Segment
Zitronengelee
frittierte Kapern

Hefekloß gefüllt mit
Steckrüben Vanille Ragout

Raviolo I Kohlrabi

Raviolo gefüllt mit fermentierter Kohlrabi-Crème, Kohlrabischaum, Schnittlauch

Während an anderen Tischen ein Zusatzgang mit rote Beete serviert wurde, bekamen wir diese wohlschmeckende Kohlrabi-Kleinigkeit. Das wäre gar nicht nötig gewesen, war aber eine nette Geste.

Reh | SellerieSellerie | Walnuss
Weinbegleitung: 2018 Demoiselle Sociando Mallet, Château Sociando Mallet, Haut Médoc, Frankreich

5 . Gang -Reh-

Rehrücken
Selleriepüree
Walnuss kandiert
Walnuss Sellerie Praline
Sellerie Lack
Sellerie gehobelt
Apfel gehobelt
Liebstöckelstreifen
Selleriestreifen
Petersilienstreifen

Im Hauptgang wurde Rehrücken serviert. Dieser war ganz zart, hatte aber eine andere Textur als wenn er nur klassisch im Ofen gegart worden wäre. Ich vergass, nach der Garmethode zu fragen. Als Frucht-/Säurekomponente dienten die dünnen Apfelscheiben obenauf, die dort abwechselnd mit Sellerie platziert waren. Der Jus war gut, das Pürée fein. Der Sinn der kalten, recht grossen Wallnuss-Sellerie-Praline erschloss sich mir nicht.
Der Wein, ein klassisches Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit 10% Cabernet Franc passte gut dazu.

Im vegetarischen Menü

5. Gang -Sellerie- Sellerie Püree

Walnuss Mousse
Walnuss kandiert
Sellerie Terrine
Sellerie Püree
Walnuss Sellerie Praline
Röstjus

Hier wurde der Rehrücken durch eine gefüllte Sellerierolle ersetzt. Der Geschmack der dunklen Füllung erschloss sich so recht nicht.

Der Anfang vom Ende

Sanddorn | Petersilie

DAVE -Sandddorn-

Sanddornsorbet
Hirsesalat
Peterschaum
Nougatcreme
karamellisierte Quinoa
gepuffter Buchweizencrunch

Sehr schön frisches Pré-Dessert, in dem der “Peterschaum” nicht zu “petersilig” und das Sanddorn-Sorbet nicht zu sauer waren.

Mandarine | Quark

6. Gang -Mandarine-

Mandarinensorbet
Quarkmousse
Mandarinen Gel Füllung
Mandarinen Estragon Sud
Estragonöl

Mandarinen Krokant
gestockter Quark
geflämmte Mandarine
Kakaobutter-Sticks

Tolles Dessert rund um das Thema Mandarine und Quark. Gefiel der Mehrheit am Tisch sehr gut.

süßer Ausklang

Petit Four
1.
rechts
Sphäre gefüllt mit Bratapfel Crème und Apfelkompott
Crème Patissiere
Mürbteig
2. unten
Kaltes Rum Parfait
eingelegte Rosine
3. links
Praline Blaubeere

Dies war ein schöner Abschluss mit drei Kleinigkeiten, die etwas vom sonst Üblichen abwichen.

Fazit

Durch die richtige Wahl der Portionen geht man nicht übersättigt nach Hause. Die Küche ist leicht. Nicht alles gefällt jedem. Der Service ist aufmerksam, beim Wasser wurde beispielsweise gefragt, ob man bis zum Hauptgang jeweils eine neue Flasche bringen darf. Man wird geduzt.
Auch wenn es sich etwas versteckt, wird hier viel mit Selbstfermentiertem gearbeitet. Das ist nicht jedermanns Sache, kann es doch überraschende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Ich habe es zumindest hinterher gespürt.
Gegenüber unserem ersten Besuch ist eine klare Weiterentwicklung zu erkennen. Die Bewertung ist verdient.

Webseite des Restaurants: Zeik Hamburg: Fine Dining in Winterhude • Willkommen!

Eden Kitchen & Bar Zürich

Besucht im Januar 2026
Mittagessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Anlässlich eines Business-Lunches hatte ich wieder Mal die Gelegenheit, die Eden-Kitchen & Bar im Zürcher Hotel La Reserve zu besuchen. Wir hatten uns auch für den Business-Lunch angemeldet, bei dem Wasser und Kaffee inklusive sind.
Der Küchenchef Marco Ortolani war heute vor Ort und begrüsste mich persönlich.
Da dies ein Arbeitsessen war, verzichteten wir auf Wein.
Neben dem wöchentlichen Lunch-Angebot wurde noch ein Spezialgericht angeboten: Lasagnette mit Kalbsragout.
Das Mittagessen begann mit Snacks, die am Anfang alle vom Typ “nichts ist wie es scheint” waren.

Falsche Paprika

Thunfisch-Mousse umhüllt von mit Habanero geschärftem Tomaten-Gel

Falsche Oliven

Grün gefüllt mit Entenlebermousse, Schwarz mit flüssiger Füllung auf Basis von Tomatenwasser mit Wacholder

Tartelett mit Chu-toro-Tartar und Ossietra-Kaviar

Alle Snacks waren gut bis sehr gut, aber dieses hier das Highlight, das mit superber Produktqualität, richtigen Verhältnissen der Zutaten und angenehmer Temperatur glänzen konnte.

Zu Beginn des Mittagessens gab es auch zweimal Brotservice mit einigen knusprigen Varianten und einem Sauerteigbrot, das mit sehr gutem Olivenöl serviert wurde. Für Details schaue man sich bitte meine anderen Berichte über dieses Restaurant an.

“Brot “1
Brot 2
Amuse

Bevor es mit dem eigentlichen Menü losging, gab es noch dieses letzte Amuse Bouche: Kartoffel-Kräuterschaum mit Lorbeerpulver und Raclette Choux

Lachs Gravlax – Crème Fraîche, Radicchio Tardivo

Die Vorspeise, die alle am Tisch wählten, war OK. Fast jeder kennt Gravad-Lachs, meist gereift mit Kräutern und mit Senf-Honig-Dill Sauce serviert. Das hier war anders, der Lachs von guter Qualität und mit Crème Fraîche, einem Kräuteröl, wahrscheinlich Schnittlauch und Keta- (=Lachs) Kaviar serviert. Der knackige, frische, leicht marinierte Salat mit seinen Bitternoten passte gut dazu.

Ravioli des Tages

Auch beim Hauptgericht hatte man die Wahl zwischen zwei Optionen, eine davon waren Ravioli fatto in casa gefüllt mit Rehfleisch. Den Essern hat dies sehr gut geschmeckt.

Poulet “Frikasse-Art” – Pilze, Pilawreis

Auch wenn ich anfangs skeptisch war, so etwas “Schnödes” wie Hühnerfrikassee zu bestellen – das wahrscheinlich jeder auch von zu Hause kennt –, hat sich meine Wahl sehr gelohnt. Ich hätte mir denken können, dass dies nichts mit der Beutel- oder Tiefkühlware aus dem Supermarkt oder der Version zu Hause zu tun hat, bei der die Sauce den Löwenanteil ausmacht.
Aus zwei Kasserollen wurde dieses formidable Gericht serviert: Für das Frikassee, das einen halben Tag Vorbereitung erfordert, wurden die Komponenten separat zubereitet und erst vor dem Servieren zusammengefügt.
Das resultierte dann in butterweichen Stücken des Huhns teils mit knuspriger Haut, Pilzen und Sauce voller Umami, und frittiertem und bissfest gekochtem grünen Gemüse (Spinat, Krautstiel, Cima di Rapa?). Ein hervorragendes Gericht mit einer ordentlichen Portionsgrösse, das in zwei Gängen serviert wurde. Interessant dazu war der Reis mit sehr kleinem Korn.

Nun war die Zeit schon sehr fortgeschritten und alle waren satt, sodass wir auf ein Dessert verzichteten. Nichtsdestotrotz wurden wir mit sehr feinen Petit Fours und Kaffee wiederum sehr gut verabschiedet.

Mignardises

Haselnusspralinen und Choux gefüllt mit Vanillecrème und getoppt mit Haselnuss-Mousse

Fazit

Es lohnt sich immer wieder hierherzukommen, da man viele interessante Petitessen und auch Gerichte à la carte essen kann, die von sehr guter Qualität sind. Noch dazu finde ich das Preis- Leistungs-Verhältnis sehr fair. Wie ein anderer Gast aus unserer Runde formulierte: Schönes Ambiente und sehr leckeres Essen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Website des Restaurants: Eden Kitchen Restaurant Zürich | La Réserve Eden au Lac Zürich

Die 10 wohlschmeckendsten Gerichte 2025 (D, CH, F, I, US, DK)

Besucht: Februar bis Dezember 2025
Mittagessen oder Abendessen
Bewertung: 38 Michelin Macarons

Die regionale Reichweite umfasste dieses Jahr 6 Länder: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Dänemark und die USA. Ich habe in dieser Zeit 35 Mal über einen Restaurant- oder Eventbesuch berichtet. Fünf der Restaurants habe ich mehrmals besucht: 100/200 Kitchen**, Restaurant Auerhahn Schluchsee, Le Bernadin*** New York, Jungsik*** New York und Widder Restaurant** Zürich. Die besuchten Restaurants sind Ende 2025 in den regionalen Guide Michelins mit insgesamt 37 Macarons gelistet. Das Alinea in Chicago war im November spektakulär auf zwei Macarons abgewertet worden.

Mir geht es so wie mancher/manchem Fine-Dining-Affinen: Besonders in Ein-Sterne-Restaurants in Deutschland begegnet man zur selben Zeit wiederkehrenden Zutaten, sehr ähnlichen Kombinationen, identischen Zubereitungen und denselben Anrichteweisen. Deshalb habe ich dieses Jahr weniger solche Restaurants besucht. Teilweise hatte ich wochenlang keine Lust irgendwo hinzugehen.
Speziell waren wieder die Besuche im Widder Restaurant. Eine besondere Feier zur Pensionierung und ein Besuch mit Restuarantwechsel waren echte Highlights.
Ferner habe ich die Linie von vier Drei-Macaron-Restaurants zwischen Milano und Venezia durch zwei Besuche komplettiert und drei von vier Saisons in der 100/200 Kitchen erkundet. Die 100/200 Kitchen ist meiner Meinung nach immer noch das spannendste Restaurant in Hamburg. Hier wird teilweise Überraschendes oft mit einem Augenzwinkern serviert. Man muss sich nur auf das Konzept einlassen können / wollen.

Nachfolgend also meine Top Ten ein bisschen geordnet nach typischer Menüfolge.

  1. Banchan Jungsik*** New York
    Banchan
  2. Artischocke 100/200 Kitchen** Hamburg
    Artischocke
  3. Yellowtail Jungsik*** New York
    Yellowtail
    Das war so gut, dass ich es bei meinem zweiten Besuch im August noch einmal bestellt habe.
  4. Trüffelravioli Alinea*** Chicago
    Explosions
    Denkwürdig, dass auf eine scherzhafte Bemerkung meinserseits noch einmal drei Ravioli serviert wurden.
  5. Buttoni Enrico Bartolini*** Milano
    Buttoni
    Hier war es vor allem die Cacciucco genannte Sauce, die begeisterte.
  6. Gefüllter Steinbutt Restaurant Widder** Zürich
    Mit Garnelen gefüllter Steinbutt
  7. Podolica Cow Enrico Bartolini*** Milano
    Podoliza Cow
  8. Pre-Dessert Manhatta New York
    Melone
    Auch die Einfachheit mochte hier begeistern.
  9. Strawberry Garden Jean-Georges** New York
    Berry Garden
  10. Tarte Tartin Atelier Mössmer*** Bruneck

SOÏ 28 / Widder Restaurant Zürich

Besucht im Dezember 2025
Mittagessen
Bewertung: unbewertet/ Zwei Michelin Macarons

Dies war einer der ungewöhnlicheren Besuche in Restaurants dieses Jahr. Es gibt ja Arrangements, die sich Essern, die in der Fine-Dining-Welt nicht zuhause sind, nicht unbedingt erschliessen. Beispiele sind, Mittagessen und Abendessen an einem Tag in demselben mit drei Michelin-Macarons ausgezeichneten Restaurant einnehmen. Oder: Gibt es zwei Restaurants in einem Haus, wie im 100/200 oder im Tantris Maison Culinaire, das Menü in einem Restaurant essen und ein à-la-carte-Gericht aus dem anderen Restaurant dazubestellen. Oder: Nach Vorbesprechung mit dem Koch bereitet dieser Speisen für einen zu, die gar nicht auf dem aktuellen Menü stehen.
Wir nahmen an diesem Tag die Vorspeisen im neuen SOÏ 28 by Stefan Heilemann ein und wechselten dann über die Gass ins Widder Restaurant für den Hauptgang.
Das kam so: Wir wollten als Team zum Jahresende noch einmal essen gehen und reservierten im Soï 28, für das im Moment recht viel Werbung gemacht wird. Ich war schon länger nicht im Widder gewesen, auch weil wiederholtes Prüfen der Webseite kein Wildmenü und auch keinen “Königlichen Hasen” ankündigte. An beiden hatte ich Interesse. Darüber hatte ich mit dem Küchenchef in der Vergangenheit schon mal geredet. Ich schrieb ihm, um zum Jahresende Grüsse zu übermitteln, nicht ohne den Hasen und das Wild zu erwähnen. Und siehe da, er antwortete: “Den Hasen haben wir im Moment im Menü.”
Da reifte bei mir die Idee, ob man den Besuch im Soï nicht so modifizieren könnte, dass wir nur diesen Hauptgang danach im Widder einnähmen. Ich besprach dies im Widder bei einem Besuch spätabends nach einer Weihnachtsfeier vor und mir wurde signalisiert, dass dies kein Problem sei. Der Grundstein für ein grossartiges Mittagessen war gelegt.
Das Soï 28 in der Augustinergasse ist ein kleines Restaurant, das sich Asian Streetfood zum Thema gemacht hat. Um die Kompetenz des Chefs für asiatisches Essen etwas zu beleuchten, muss man Folgendes wissen. Eine Station im Werdegang von Stefan Heilemann war unter anderem die Schwarzwaldstube, seit Jahrzehnten eines der besten Gourmetrestaurants in Deutschland. Die Schwarzwaldstube hat eine Art Partnerhotel in Bangkok mit einem entsprechenden regional geprägten Restaurant. Schon seit langer Zeit findet ein Austausch der Köche statt und auch privat war der Chefkoch des Widders schon öfters in Südostasien. Eine gute Freundin von ihm aus Thailand kommt auch regelmässig für einen Monat nach Graubünden und kocht in einer Art Pop-Up Thailändisch.
Wie gut das Team vom Widder Gerichte aus dieser Aromenwelt kochen kann, haben wir ja schon beim gefüllten Steinbutt mit Fried Rice und Spicy Gurkensalat erfahren können.
Das SoÏ 28 ist nicht so gross und ich würde es im Zweifel nicht darauf ankommen lassen, hier einen Walk-in zu versuchen. Der Gastgeber ist locker, dabei sehr nett und gibt bereitwillig Auskunft, wie hier gearbeitet wird. Einer der Sous-Chefs aus dem Widder Restaurant steht mit in der Küche. Zutaten-Einkauf und Zubereitungstechniken sollen auf “Sterne-Niveau” sein. Wir starteten mit einem Non-alcoholic Aperitif und orderten, nachdem auch der letzte Gast angekommen war, einige Hauptspeisen, eine Portion Ramen und eine Beilage, alles zum “sharen”, wie es so schön Neudeutsch heisst.

Kalamansi Spritz
Bitter Lemon | kaffirlime | homemade kalamansi syrup

Sehr schön erfrischender alkoholfreier Cocktail, der die Geschmacksnerven optimal auf das vorbereitete, was da kommen sollte.

Thai Beef Salad
Beef from our own farm | lettuce | chili | Thai salsa | mint | coriander

Sehr interessanter Salat, der mit einer Vinaigrette in separatem Schälchen gereicht wurde. Herzhaft, scharf, saftig, knackig, frisch sind Attribute, die ich diesem Gericht zuordne. Die Korianderblätter habe ich rausgefischt und beiseite gelegt.

Balik Salmon Sashimi
Yuzu | soy | wasabi | pickled radish

Lachs von hoher Qualität wurde von Mayonnaise, Wasabi-Gel, eingelegtem Rettich, Radieschen-Scheiben, Bambusstreifen? und Sprossen-Microgreens begleitet. Dieses Gericht lebte von der exzellenten Qualität des Sashimis.

Crispy Eggplant
Homemade XO crunch | teriyaki sauce | crispy onions

Super-knusprige Auberginen-Streifen mit toller Panade, etwas Grapefruit als sauer, bitterem Gegenspieler zum Fettanteil des Gerichtes. Die Aubergine innen drin war weich und cremig. Drumherum kleinteiliger nicht näher zu identifizierender Crunch mit viel Umami. Würde ich immer wieder bestellen.

Soï 28 Ramen
Rich chicken broth | eggs from our own farm | egg noodles | Swiss chicken meatballs

Sehr geschmackvolles gut gewürztes Ramen Thai-Style und nicht Japanisch. Unterschied: Hühnerbrühe statt Dashi. Grosszügige Einlage mit Nudeln, Ei, Hühnerfleisch und Fleischklössen. So bekommt man Ramen wohl als Streetfood in Bangkok.

Fried Rice
Yellow Thai curry | jasmine rice | vegetables | egg | coriander | crispy Onions

Ich war sehr gespannt, ob dieser geschmacklich sehr von dem abwich, was wir als Beilage zum Steinbutt schon im Widder Restaurant gegessen hatten. Tat er nicht. Erstaunlich, es ist “nur” Bratreis und schmeckt so gut. Schreibe ich als eigentlich Nicht-Reis-Fan.
Nun wechselten wir ins Widder Restaurant und nach etwas Brot mit Aufstrichen wurde der besagte Hauptgang serviert.

French Hare
beets | blackcurrant | duck liver
Weinbegleitung: 2018 Amarone della Valpolicella, Riserva di Costasera, Azienda Masi, Veneto, Italien

Der Lièvre à la Royale oder auch Lapin à la Royale ist ein Klassiker der französischen Hochküche. Zum ersten Mal kam ich damit Ende 2022 in der l’Auberge Saint Laurent im Elsass in Berührung. Das Gericht gilt als Prüfstein für Spitzenköche, was Nachhaltigkeit, Anzahl der Arbeitsschritte, Beherrschen von unterschiedlichen Techniken und präzise Zubereitung betrifft, und erscheint deshalb nicht oft auf Speisekarten. Insbesondere die Zubereitung der mit Blut gebundenen Sauce Rouennaise ist sehr anspruchsvoll. Dazu passt die Aussage von Stefan Heilemann: “Wer diese Sauce perfekt zubereiten kann, der kann kochen.” Es gibt mit Hilfe moderner Küchentechnik aber Tricks, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.
Und wie hat es geschmeckt? Mir grossartig und meinen Lunchpartnern offensichtlich auch. Dieses Gericht ist etwas vom Intensivsten, was man als herzhaften Gang essen kann. Es ist etwas für fortgeschrittene Gourmets, und es besteht immer die Gefahr, dass jemand es nicht mag und speziell die Sauce von sich weist.
Hier wurde die Royale unten auf dem Teller mit einem milden roten Bete-Pürée, schwarzen Johannisbeeren für die Säure und Totentrompeten kombiniert. Die speckummantelte Royale wird mit einer Farce aus Hasenfleisch und Innereien gefüllt und langsam geschmort. Auf der Royale waren eine gebratene Entenleber und kurzgebratene Tranchen des Hasenrückens platziert. Ein Entenleberschaum und die besagte Sauce Rouennaise in einem separaten Kännchen komplettierten das Arrangement. Auf meinen besonderen Wunsch wurde uns noch ein wunderbares seidiges Kartoffelpüree dazu gereicht, das durch die Verwendung von Nussbutter geschmacklich enorm gewann. Zitat vom Tisch: “Die Sauce braucht es gar nicht. Das Kartoffelpürée allein ist schon super.”
Den Wein habe ich als Alternative zur Glas-weise Begleitung aus dem Menü ausgesucht, einem gereiften Cuvée aus Cabernat Sauvignon und Sangiovese. Der kräftige Amarone passte überaus gut zum Gericht und bot einen Trinkfluss, der dazu führte, dass wir die Flasche zu viert recht schnell leerten.

Süsses Finale
canelé | tonka bean | passion fruit
pistachio | marzipan | plum
„André’s banana split“

Zwei von dreien haben wie hier schon öfter gegessen. Ich meine, dass das Pistazien-Marzipan- Pflaumen-Sandwich neu war und noch dazu sehr gut. Bei einem Canelé kann man Fehler machen. Dieses hier ist nach wie vor perfekt von Geschmack, Texturen und Bräunungsgrad.

Fazit

Auch wenn dies nicht der letzte Restaurantbesuch dieses Jahr war, so betrachte ich es doch als sehr guten kulinarischen Abschluss.
Das Soï 28 ist wirklich etwas neues Innovatives für Zürich. Es ist ein legereres Angebot für den kleineren Geldbeutel. Allerdings wird hier mit einem Qualitätsanspruch gekocht, den man an anderen Orten in und um Zürich mit asiatisch geprägter Küche lange suchen muss. Bleibt das so, komme ich bestimmt öfter.
Wie immer war der Besuch des Widder Restaurants etwas Besonderes. Ich bin sehr froh, dass ich hier einen so guten Zugang gefunden habe. Das Schöne ist auch, dass wir immer sehr persönlich betreut werden und ich in den Gesprächen mit dem Küchenchef oft auch etwas lerne.
Es zählt natürlich hauptsächlich das, was auf dem Teller kommt und da wurden wir hier noch nie enttäuscht. Alles ist meisterhaft zubereitet und ein Hochgenuss.

Webseite der Restaurants:
Soï 28 – Widder Hotel – Zurich’s Luxury Hideaway
Widder Restaurant – Widder Hotel – Zurich’s Luxury Hideaway

Au Lion d’Or – Chez Théo Rosenau

Besucht im Dezember 2025
Mittagessen
Bewertung: Bib Gourmand

Wohnt man im Nordwesten der Schweiz, so sind die nächsten im Guide Michelin erwähnten kulinarischen Destinationen das Autour de la Table in Hüningen und das Au Lion d’Or in Rosenau. Das Letztere sollte mein Ziel für ein Mittagessen sein.
Beim Betrachten der Menükarten im Internet entdeckte ich einiges Interessantes und so nutzte ich die Möglichkeit zur Reservation über The Fork.
Das über mehrere Generationen in Familienbesitz geführte Restaurant befindet sich in einem herrschaftlich anmutenden Haus im Norden von Rosenau.
Innen findet man in mindestens zwei Räumen Tische mit weissen Tischtüchern, was für mich darauf hindeutet, dass man hier eher klassische, französische Küche zu erwarten hat. Man spricht auch Deutsch.
Meine Wahl fiel auf das vom Preis her mittlere der Gourmetmenüs, das aus drei Gängen besteht. Da ich gern alternative Anrichteweisen neben dem Hauptprodukt Jakobsmuscheln erkunde, orderte ich diese als Zusatzgang.
Es wird eine Art “Flatrate” bei den Getränken angeboten und ich entschied mich für Mineralwasser und zwei Gläser Wein.
Nachdem ich vom Händewaschen zurückkam, stand auch schon ein Gruss aus der Küche auf dem Tisch.

Willkommensgruss aus der Küche
Rote Beete Mousse, Salzcracker Rettich

Cremig, knusprig und knackig, gut geeignet, um die Sinne auf das vorzubereiten, was noch kommt.

Brot und Rauchsalzbutter

Gutes Sauerteigbrot mit locker aufgeschlagener Butter, die mit Rauchsalz aromatisiert war.

Diese klassische Foie gras mit den drei Komponenten, perfekt zubereitete und temperierte Terrine, Frucht-/Säure-Ausgleich, hier durch ein Apfelmus mit seiner Brunoise und getoastete Scheibe Brioche, machte Spaß.
Zu diesem Gericht wird oft Gewürztraminer serviert. Hier war es ein trockener Pinot Gris, was auch passte.

Jakobsmuscheln
Leicht angebraten, Sellerie-Birnen-Tartar, Haselnuss Crumble

Die Jakobsmuscheln waren perfekt gebraten, aussen mit ausreichend Bräunung, innen glasig. Alles war auf einem milden Selleriepürée platziert. Gebratene marinierte Birnenspalten, ein Tatar aus Birnen- und Selleriewürfeln und Haselnuss-Crumble vervollständigten das Ensemble. Hat mir sehr gut geschmeckt.

Perlhuhn Brüstchen gefüllt mit Flusskrebsen,
Sauerkraut und gedämpften Kartoffeln, Krustentier Jus
Weinbegleitung: 2023 An 100 Terrasses du Larzac Gérard Bertrand, Languedoc, France

Ich war gespannt, wie man die Füllung realisieren würde. Es stellte sich dann mehr als spicken heraus, so wie man zu Ostern kleine Taschen in eine Lammkeule schneidet und diese mit ganzen Knoblauchzehen füllt. Die Perlhuhnbrüste waren dressiert und kamen sehr zart daher – gut gemacht.
Die Beilagen fand ich etwas uninspiriert. Das Sauerkraut war mild. Gekochte Kartoffeln kann man besser zubereiten und servieren. Diese machten den Eindruck, als hätten sie schon lange in der Küche auf ihren Auftritt gewartet. Am spannendsten waren noch die frittierten Kartoffelgitter. Ich lese erst jetzt, dass es wohl ein Krustentierjus gewesen sein soll. Das habe ich geschmacklich nicht im Gedächtnis.
Der Wein war ein Cuvée aus Syrah, Grenache noir und Mourvèdre. Er war wenig intensiv und passte deshalb gut zum hellen Geflügelfleisch.

Sehr löblich, dass es hier einen Käsewagen gibt. Diese Gelegenheit muss man nutzen. Lehnen zu viele diesen ab, was im Falle der Gäste an den Nebentischen so war, verschwindet er vielleicht irgendwann, da wirtschaftlich unattraktiv.
Man hat vier Stücke zur Auswahl. Ich entschied mich unter anderem für Vaccherin Mon d’Or, Langres und ein Tomme de Savoie. Dazu gab es Feigenkompott und neues Brot.

Butternusskürbis als Dessert !
Butternussmousse, Kürbiskern-Granola, Butternuss-Limetten Sorbet

Das Dessert präsentierte eine Variation vom Kürbis. Neben den in der Bildunterschrift genannten Zubereitungen gab es noch Würfel vom eingelegten Butternuss und einen Kürbisschwamm. Die Idee war gut, auch das Textur- und Temperaturspiel, die Aromatik eher mild. Der Kürbisgeschmack hätte durchaus intensiver sein können.

Fazit

Der Michelin sieht hier “Moderne Küche”. Ich fand das, was ich gegessen habe, eher klassisch, was nicht negativ ist.
Der Service war recht speditiv. Wurde der Teller des gegessenen Gangs abgeräumt, kam auch bald der nächste Gang.
Ich habe gut gegessen und es gibt keinen Grund, hier nicht wieder hinzugehen.

Website des Restaurants: Accueil du Lion d’Or à Rosenau : un restaurant familial et convivial situé au bord du Rhin

100/200 Kitchen Hamburg

Besucht im Dezember 2025
Mittagessen
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Nun besuchte ich als dritte Saison im Jahr 2025 erstmals das Restaurant, während es das Menü Feuer & Rauch anbot. Es interessierte mich sehr, welche Produkte nun im Herbst zum Einsatz kämen und wie sie verarbeitet werden.
Wie immer gilt: Wer bis Mitte Februar noch dieses Menü geniessen und sich überraschen lassen will, sollte ab hier nicht weiterlesen.
Diesmal wurde mir wieder der sehr schöne Tisch zwischen Fenster und Küche angeboten und ich konnte so manche Tätigkeit in der Küche beobachten.
Ich orderte eine halbe Weinbegleitung, was in etwa der Alkoholmenge vom letzten Mal entsprach.

Schaubar: eingelegte Chili, geräucherter Wacholder, roter Pfeffer, geräucherte Pistazien, Lardo, Thymian, Zimt, Vanille, Sojasauce, Rote Beete, Rosenkohl, Morchel, Buchenpilze, Butter, Eier, gereifter Gouda, Balsamico.
Dazu gehört im Reifeschrank das ganze aus der Decke geschlagene Stück Damwild aus der Gegend bei Kiel. Dies demonstriert auch sehr gut die Nachhaltigkeit, die hier gelebt wird. Es wird alles vom Tier verarbeitet. Das bedeutet auch, dass bei den edlen Fleischstücken nicht jeder Gast dasselbe erhalten kann. Das 100/200 ist mit einem grünen Michelin-Kleeblatt ausgezeichnet.

Pilzhappen

An der Showbar wird ein sehr guter Pilzhappen serviert. Dieser bestand aus einem knusprigen Tartelette gefüllt mit Kohlcrème, darauf eingelegte Totentrompeten und Buchenpilze. Das ist ein sehr schöner kleiner Snack mit viel Umami.

Es gibt wieder fünf Einstimmungen, die sich sehr wenig im Vergleich zu der “Saison” geändert haben.

Rote Beete und Rose – süss
Tomate und Kombu-Alge – sauer
Kristallbrot und Kohl – salzig
Salat – bitter
Gouda, Alge und Thymian-Butter – Umami
Vorher: Wasserkefir, Lavendel

Die Einstimmungen bilden die 5 Geschmacksrichtungen teils subtil aber treffend ab. Die rote Beete wird als Gelwürfel dargeboten. Die Tomate ist mariniert, angetrocknet und hat Kombu- Gel obenauf. Auf dem Kristallbrot befindet sich Kohlcrème und Shiitakepulver. Beim Salat hat man Radicchio verwendet, um das Bittere zu betonen. Gouda, Alge und Thymian-Butter als einzige Änderung zum Sommer wurden für eine Brühe benutzt.

Sauerteigbrot I Joghurtbutter mit Rosmarin. Schnittlauch und Chili (ohne Bild)
Schnittlauch-, Rosmarin- und Chili-Öl, aufgeschlagene Joghurtbutter und Brot. Wie immer gut.

“Pastete vom Wild mit Cumberlandsauce”
Felix Pieper I Mittelrhein I Riesling Domkaule “Reserve 100/200” I 2023
Feige I Johannisbeere

Eingelegte rote Zwiebel, rote Beete-Schnüre, geräucherte Pistazien und eine rote Beete–Rose- Wacholder-Vinaigrette komplettierten dieses Gericht. Die Pastete war handwerklich einwandfrei umgesetzt und die Sauce Cumberland passte sehr gut dazu.

“Kalmar Kohl & Kümmel”
Weingut Münzberg I Pfalz I Silvaner I 2022
Huacatay I Banane

Da war er wieder, der Teller mit ordentlich Wumms. Letztes Mal waren es die Bohnen, hier nun gegrillte Stücke vom Kalmar mit Rosenkohl und einer sehr intensiven Consommé vom Rind. Der Teller zeichnete sich durch eine interessante Textur der Hauptzutat und ordentlich Umami aus.

“Försterin Lümmel”
Domaine Macle I Jura I Chardonnay, Savagnin “Tradition” I 2018
Hollerbeere I Lindenblüten

Hinter dem etwas zweideutigen Namen dieses Gangs verbarg sich ein Wildragout-Cannelloni. Innerhalb eines Petersiliencrème-Rings umgab die gefüllte Pasta-Röhre ein Spitzkohl- Schinkenfonds. Zudem befanden sich noch ein gebratener Pilz und eine marinierte Zwiebelschale mit einer Speck-Pilz-Crème auf dem Teller. Das schmeckte sehr gut.
Als “Satellitenlöffel” wurde ein gefülltes Stück Morchel serviert. Auch sehr gut.

Wild Baden-Baden
Ziereisen I Baden I Spätburgunder Jaspis “Bürgin” – Archivwein I 2015
Pumpernickel I Grapefruit I Pfeffer

Unter Baden-Baden versteht man eine Wildzubereitung mit Speck und gedünsteten Birnenhälften, die mit Johannisbeergelee oder Preiselbeeren gefüllt werden. Hier ruhte auf einer legierten Eigelb-Crème ein Tartelette mit einer Crème, auf der sich eine Birnenrose befand, die mit Preiselbeeren gefüllt war.
Ich konnte in der Küche sehen, wie das Stück auf dem Binchotan-Grill langsam von oben nach unten wanderte, also immer grösserer Hitze ausgesetzt wurde. Das resultierte dann in schönen Grillaromen. Texturell war das Stück etwas fester als bei einer sanften Zubereitung im Ofen, nicht unangenehm.
Wie eingangs schon erwähnt, bekommt nicht jeder denselben Schnitt Fleisch. Das konnte man bei den anderen Tellern deutlich sehen, die über den Pass gingen. Das Fleisch hatte mitunter eine komplett andere Form.

Links vom Sommer, rechts von diesem Mal. Keine Änderung der Zutaten im Vergleich zum letzten Mal.
Isst man öfter einen Klassiker, so fallen einem Nuancen in der Zubereitung auf, die sich auch im Geschmack äussern können. Im Sommer gefiel es mir besser, da der Käse grosszügiger proportioniert war. Dazu gab es wie immer den Pilz-Kakao-Kombucha-Drink.

Tarte & Parfait
Château de Léberon (Carolin Rozès) I Armagnac I “Colombard Mute” I N.V.
Verveine I Artisan

Als Dessert wurde etwas serviert, das sich als mein Highlight dieses Mittagessens herausstellte. Man hat hier offenbar ein gutes Händchen für Tartes. Schon letztes Mal war die Artischocken-Tarte mein Favorit.
Auf dem Teller befand sich eine Karamelltarte bedeckt mit einem Gelee, das mit Soja-Sauce zubereitet wurde. Salzkaramell einmal anders. Daneben war ein Olivenöl-Parfait mit rotem Pfeffer platziert. Dabei war der Olivengeschmack nicht dominant. Ein hervorragendes Dessert!

“Butter ist dein Freund, Margarine will dich töten” bekam ich aus irgendeinem Grund diesmal nicht serviert. Die anderen Gäste im Restaurant schon.

Sehr schöne kleine warme Madeleines auf Zimt und Zucker mit Zitronenzesten

Macarons (ohne Bild, keine Änderung gegenüber der Saison)
Lakritz, Himbeer, Zitrone
Haben uns zuhause gut geschmeckt.

Fazit
Das Motto der Saison war passend umgesetzt, die verschiedenen Zubereitungsarten waren abwechslungsreich. Beim Service konnte ich neue Menschen kennenlernen. Ich fühlte mich gut bedient.
Das Menü, welches hinterher ausgedruckt mitgegeben wurde, war diesmal reduzierter. Meine Notizen erlauben mir aber, den Besuch detailliert genug wiederzugeben. Die Weinbegleitung, die aufgeführt ist, enthielt dieses Mal Informationen über die Geschmacksrichtung der Weine, die ich in den Bildunterschriften wiedergegeben habe.
Ich war mit meinem Besuch wieder rundum zufrieden.

Website des Restaurants: Restaurant 100/200 – ausgezeichnet mit zwei Michelin Sternen. In Hamburg.

Restaurant Hochzwei Langenau

Besucht im November 2025
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Nachdem wir vor einiger Zeit einmal im Seestern gewesen waren, fiel unsere Wahl diesmal auf das Hochzwei. Langenau ist nicht weit von Ulm entfernt und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Ulm aus erreichbar. Der Platz, an dem das Hotel gelegen ist, in dem sich das Restaurant befindet, bot genügend Parkplätze an, sodass die Anreise recht angenehm war.
Das Restaurant selbst war zu unserem Abendessen Mitte der Woche recht spärlich besetzt. Die Küche bedient aber noch andere Lokalitäten im Haus und eines der Restaurants sah recht gut besucht aus.
Die Menükarte bietet allerlei Optionen, darunter drei verschiedene Menüs. Man wird darauf hingewiesen, dass pro Tisch die Bestellung von bis zu zwei verschiedenen Menüs möglich ist, und davon machten wir auch Gebrauch. Während die Mehrheit sich für das sehr fair bepreiste viergängige Fischmenü entschied, nahm eine Person vier Gänge aus dem bis zu 6-gängigen Menü nach Empfehlung des Chefs.
Aus der Weinkarte war recht bald auch der passende Wein herausgesucht: Ein 2020 „Where Dreams Have No End“ Silvio Jermann | Chardonnay, Friaul, Italien, der sich als hervorragende Wahl herausstellte.
Ich hatte auch das Fischmenü und werde hauptsächlich dies beschreiben.

Brot
Los ging es mit fünf verschiedenen guten Brotsorten, die mit Salzbutter, Pfeffer und zusätzlich Salz und einer Gemüse-Crème mit vielen zusätzlichen Kräutern serviert wurden.

Amuse Bouche

Dieses Amuse Bouche wurde allen Personen am Tisch serviert.

Hummerschaumsüppchen
Kartoffel-Garnelenmaultäschle

Das Fischmenü begann mit diesem ganz hervorragenden Hummerschaumsüppchen, welches als Einlage einige Hummerstücke und eine kleine Maultasche hatte, die mit einer Garnelenfarce gefüllt war. Ein attraktives, mit Sepia-Tinte gefärbtes Tuile in Fischform und einige Micro-Greens rundeten das Gericht ab. Die Suppe war genauso, wie sie sein sollte: sehr gut ausbalancierter intensiver Krustentiergeschmack ohne Dominanz von Gemüse oder zugesetztem Alkohol.

Seesaibling
Blumenkohl | Ponzu | Birne

Seesaibling und sein Kaviar wurden begleitet von ausgestochenen Birnenkugeln, die für Frische sorgten. Ich notierte hierzu Blumenkohl hoch 3, kam er doch in drei verschiedenen Zubereitungen: als Pürée, frittiert und als Schaum. Ponzu, mit Zitrusaromen, Salzigkeit und Umami vom fermentierten Soja rundete dieses Gericht ab.

Atlantischer Seeteufel
Nordseekrabbe | Wilder Broccoli | Grünes Curry

Auf den Seeteufel war ich gespannt, definieren doch Qualität des Ausgangsprodukts und vor allem richtige Zubereitung den Genuss, den dieser Speisefisch bereiten kann. Um es vorweg zu nehmen, dieser war hier nur befriedigend, da die Konsistenz doch von den besten Gerichten, die ich davon bisher hatte, etwas abwich. Die Textur war etwas zu fest und die Stücke trennten sich nur faserig von dem Stück. Die übrigen Zutaten, Krabben, Püreé unter dem Fisch, Brokkoli- und Haselnusscrèmes, waren gut und auch die Aromen-Zusammenstellung mit dem Twist durch das grüne Curry mochte zu überzeugen.

Crème brûlée | Schokolade | Kokos | Exotische Aromen

Die als Hauptzubereitung angekündigte Crème Brûlée kam nur als “Nebenschale” auf den Tisch. Vor die Gäste wurde der als attraktiverer Eyecatcher fungierende Teller mit den exotischen Aromen platziert. Schokoladencrumble als Grundlage wurde überschichtet mit ausgelöffelter Passionsfrucht, Ananas und Kokosspalten und –Eiscrème.
Die Crème Brûlée war ohne Fehl und Tadel und kann nicht besser zubereitet werden, was Mundgefühl und Geschmack anbetrifft.
Damit war das Fischmenü auch schon beendet und ich gebe hier noch einige Eindrücke des eigentlichen Menüs wieder, das etwas kostspieliger ist, aber auch mehr “drumherum” bietet.

Menü by Hans Häge

Kleinigkeiten

Tartelette, Crustade und mit Käsecrème gefülltes Beignet mit Schinken

Wie im Fischmenü:

Amuse Bouche

“Vitello Tonnato 2025″
Kalb | Thunfisch | Blumenkohl | Eigelb | Ponzu

Recht innovatives dekonstruiertes Vitello Tonnato mit geflämmten Tranchen vom Thunfisch, Kalbstatar mit Eigelb vom Wachtelei, Blumenkohlcrème, Buchenpilzen und, ich nehme an, frittiertem Blumenkohl. Das mit Blumenkohlcrème geformte “Ufer” wurde am Tisch mit Ponzu gefüllt.

Kabeljau & Nordseekrabbe
Wilder Broccoli | Mandel | Grünes Curry | Dillblüte

Dem Hauptgang aus dem Fischmenü recht ähnlicher Fischgang mit Kabeljau als anderem Fisch und Mandel statt Haselnuss. Dillblütenöl als zusätzliche Komponente.

Hirschrücken
Radicchio | Rettich | Rote Beete | Brioche

Unabhängig, wie viele Gänge man sich aus dem Menü aussucht, war der Hauptgang zur Zeit unseres Besuchs immer Hirsch. Der Teller sieht in seiner Farbzusammenstellung von Rot- und Brauntönen sehr attraktiv aus, wie ich finde. Das Gericht spielt mit erdigen Aromen von der roten Beete und Bitteraromen vom Radicchio. Dazu wurde eine Brioche gereicht, die ich nicht im Bild festgehalten hatte. Die Tranche vom Hirschrücken sieht optimal zubereitet aus, war es wohl auch.

Pré-Dessert

Nach dem Hauptgang wurde ein Pré-Dessert serviert, zu dem ich nichts notiert habe.

Hibiskus & Griechischer Joghurt
Kaktusfeige | Kalamata Olive

Dessert mit Wow-Faktor – sehr schön angerichtet und dem Trend folgend, nicht alle Zutaten aus der Patisserie-Geschmackswelt zu nehmen (hier Olive). Hat dem Esser sehr gut geschmeckt.

Ohne Bild

Petit Fours

Mini-Canelé und eine Art Financier

Die Petits Fours, die auch nur einer am Tisch bekam, konnten nicht so überzeugen. Der Financier war recht trocken. Der Canelé zu klein, sodass aufgrund des ungünstigeren Oberflächen-Volumen-Verhältnisses die eigentliche Sensation dieser Petitesse nicht zur Geltung kam: Aussen knusprig karamellisiert, innen fluffig, cremig soll sie sein. Diese backe ich besser. Alternative: Grössere backen und vor dem Servieren durchschneiden und die Hälfte servieren, wenn es eine kleinere Menge sein soll.

Fazit

Trotz “Meckerns” auf hohem Niveau waren wir mit der Küchenleistung zufrieden. Einige Gäste am Tisch fanden es sogar besser als unseren Besuch im Seestern. Nächstes Jahr gehen wir dann vielleicht ins Bibraud.
Das Fischmenü hatte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir verliessen das Restaurant ausreichend gesättigt.
Aufgrund der geringen Auslastung konnte der Service sehr zugewandt agieren, sodass dies auch als tadellos zu beurteilen ist.

Webseite des Restaurants: Restaurant HOCHZWEI | Michelin-Stern Küche in Langenau

Japanisch in Düsseldorf, Zürich und Hamburg

Nachdem ich innerhalb eines Monats dreimal in Restaurants unterhalb Sterne-Niveau Japanisch gegessen hatte, kam die Idee auf, meine Erfahrungen dazu zu teilen.

Roku Japanese Dining & Wine Düsseldorf

Besucht im Oktober 2025
Abendessen
Bewertung: im Guide Michelin erwähnt

Anlässlich einer Messe in Düsseldorf verweilend, hatten wir hier reserviert und gleich im Voraus das Sushi House Set for Two inklusive Toro-Upgrade for Sashimi und Nigiri bestellt.
Das Restaurant ist das Drittrestaurant von Yoshizumi Nagaya, der die einfach besternten Restaurants Nagaya und Yoshi in Düsseldorf betreibt.
Da ich mein Hotel in Neuss genommen hatte, brachte mich die Strassenbahn mit einmal umsteigen nach Düsseldorf Derendorf. Ich bestellte zum Essen aus der Glas-weise Sektion der Weinkarte, in der viele Positionen durchgestrichen waren, nacheinander Sake zwei verschiedener Geschmacksrichtungen, erst einen leichten, trockenen, “crisp”, dann einen mehr in die fruchtige Richtung.

Das Menü begann mit Edamame und setzte sich mit einer Miso-Suppe mit Tofu-Einlage fort.

Dann wurde die grosse Platte mit all den Spezialitäten gebracht, was auch einige Aufmerksamkeit am Nebentisch erzeugte. Diese bestanden aus Sashimi und Nigiri, Jakobsmuschel-Tatar sowie Maki und Inside-Out Rolls. Ich war mit der Qualität sehr zufrieden. Bezüglich Temperatur, Zusammenstellung, Reisqualität und besonders bezüglich des Thunfischs wurde hier vieles richtiggemacht.

Die Thunfischstücke wurden nicht benannt. Im Gespräch mit dem Restaurantleiter erfuhren wir dann, dass es sich um Balfego-Thunfisch handelte und wir zumindest Akami und o-toro serviert bekommen hatten. Da die Belieferung mit diesen Qualitäten nicht immer sichergestellt werden kann, verzichtet man auf der Karte auf die Spezifizierung.

Wir schlossen unser Mahl mit je einer Kugel Yuzu- und Sesam-Sorbet ab.
Ich hatte während des Abendessens mit meinem Dinner-Partner ein bisschen über Sake gesprochen bezüglich Geschmacksrichtungen, Polierung und anderer Kriterien bei der Herstellung des Reisweins. Dies hatte der Restaurantleiter mitbekommen und offerierte uns zum Abschluss einen speziellen Sake, von dem er gleichentags eine Palette geliefert bekommen hatte.

Dieser war ein Sake Blend 002 Nama-Zum Junmai Daiginjo Vintage 2018 von Tanaka Chartier 1789. Er wird von einem in Japan lebenden Kanadier kuratiert. Der Sake stellte sich als tatsächlich von hervorragender Qualität heraus. Seine Geschmacksrichtung ging in Richtung Umami.
Website des Restaurants: Roku Japanese Dining & Wine

Gaijin Izakaya Zürich

Besucht im Oktober 2025
Mittagessen
Bewertung: Michelin Bib Gourmand

Ein Arbeitskollege äusserte sich als sehr angetan von diesem japanischen Restaurant in der Nähe von Zürich-Stauffacher. So gingen wir mit einem Teil des Teams dorthin zum Mittagessen. Als wir ankamen, war der Laden rappelvoll. Ohne Reservierung sollte man hier also nicht hinkommen.
Wir bestellten aus der im Vergleich zu Abend reduzierten Mittagkarte folgende Vorspeisen

Chicken Karaage
Tare, Cabbage Salad, Homemade Japanese Mayo

Dies sind eine Art Japanischer Chicken McNuggets allerdings aus mariniertem Hähnchenkeulenfleisch. Solche habe ich schon mal richtig schlecht im Hinode im Eppendorfer Weg in Hamburg gegessen. (Die besten mache ich selbst :-)) Normalerweise benutzt man dann die übrig gebliebenen Keulenknochen, um eine hausgemachte Teriyaki-Sauce herzustellen. Diese hier waren nicht schlecht, wenn auch die einzelnen Stücke ziemlich gross ausfielen.

Spicy Prawn Tempura
Citrus Cabbage Slaw, Spicy Prawn Tuille

Hauptspeisen

Shoyu Charsiu Pork Neck Udon Noodles
Fresh Udon Noodles, Five Spice Roast Pork, Onsen Egg
Gaijin Grilled Octopus
Chef’s Garnish

Die Stücke des Oktopus waren etwas inhomogen, was den Gargrad anging, einige gummiartig, andere sehr in Ordnung vom Biss.

The Best F@%&#$! Chicken Burger! & Fries
Double Fried Swiss Chicken, Gaijin Spicy Aioli, Cabbage Slaw, Spicy Prawn Cracker, Brioche Bun

Dazu nahmen wir ein Glas Sake.

Die Übersetzung des Restaurantnamens bedeutet wohl etwa “Arbeiterkneipe”. Das Essen ist auch in diesem Stil. Fast alle Speisen sind zum Teilen geeignet.

Fazit

Ordentliche Portionen, schneller Service ohne lange Wartezeiten, etwas zu Frittiert-lastig, gute Qualität, die schmeckt. Kann man wieder hingehen.

Website des Restaurants: Gaijin Izakaya – Japanese restaurant Zürich | Essen in Zürich

Kampai Sushi Bar Hamburg

Besucht im November 2025
Abendessen
Bewertung: ohne

Normalerweise gehen wir in Hamburg, wenn wir Lust auf Japanisch haben, ja ins Akari auf der Uhlenhorst. Heute sollte es aber eine sehr kleine Sushi-Bar in der Nähe der Reeperbahn sein. Parksituation ist dort sehr unbefriedigend, es wird also empfohlen per S-Bahn anzureisen.
Die Sushi-Bar selbst ist sehr beengt, aber doch ausreichend, in den Platzverhältnissen. Genau 8 Gäste haben Platz: 4 am Fenster, 2 am Tresen, 2 an der Seite. Das und die limitierten Öffnungszeiten haben zur Folge, dass man per E-Mail reservieren sollte und einen 1,5-Stunden-Slot zugeteilt bekommt. Während unseres Abendessens haben etwa 10 Partien einen Walk-in angefragt und wurden abgewiesen.

Die Bar ist mit japanischer Dekoration ausgeschmückt, auf dem Monitor wird Anime gezeigt und es läuft japanische Musik im Schlagerstil.

Wir bestellten Seetang-Salat (süsslich), Edamame (etwas zu salzig) und blanchierten Lachs mit Porree (sehr gut) als Vorspeise. Unsere 4-köpfige Gesellschaft teilte sich in zwei Fraktionen: eine omnivore, eine vegetarische. Ich hatte zuhause im Vorfeld die Karte studiert und eine Vorselektion getroffen. Nachfolgend die Platte, zu der ich einen kalten Sake bestellte, der ungewöhnlicherweise in einer eckigen Schale serviert wurde. Die erste vegetarische Platte habe ich nicht fotografiert, da ich aufgrund der Park-Schwierigkeiten etwas später ins Restaurant kam.

Nigiri der omnivoren Fraktion: Von oben nach unten und links nach rechts – Rettich, Ingwer, Lachs, Tintenfisch, Garnele, Makrele, Yellowtail, Thunfisch, gegrillter Aal, roter Lachsrogen, Jakobsmuschel, Eieromelett (Tamago)

Das Nigiri war qualitativ gut und hatte die richtige Temperatur. Körnigkeit und Säure des Reis waren OK, der Belag teilweise etwas gross, aber das ist mehr eine Stilfrage. Man sehe sich nur die Grösse des Tamago an. Fisch und Meeresfrüchte waren laut Aussage des Meisters nie gefroren. Der Thunfischschnitt ist etwas zwischen Chu-toro und Akami.

Erste gemischte Maki-Nachbestellung: Omelett, Thunfisch, Lachs, Gurke.

Die Lachs-Maki hatten wir nicht bestellt, wir wollten das geflämmte Nigiri. Es wurde anstandslos ausgetauscht. Alle vegetarische Maki (Ei, Gurke, Avocado) wurden von den Essern als sehr gut beurteilt.

Geflämmtes Lachs-Nigiri (sehr gut)

Als sehr nette Geste zum Schluss, spendierte der Meister uns noch marinierten Thunfisch, ebenfalls sehr gut.

Eine in unserer Runde ass hier zum ersten Mal Sushi und war wegen des tollen Geschmacks der vegetarischen Sushi sehr davon angetan. Ein und einhalb Stunden sind für ein Abendessen hier absolut ausreichend.

Website des Restaurants: Home

Le Bernadin New York

Visited in August 2025
Lunch
Rating: Three Michelin Macarons

With a late afternoon flight back to Europe, this time we tried a walk-in to the lounge at exactly noon. We were offered a place in the dining room, which had become available shortly before due to a cancellation, but we decided to stay with our original plan to go to the lounge. However, we were offered the dining room menu. After five lunches or dinners in New York, we wanted to take it a little easier. Since the city harvest menu had a selection that was attractive to us, we had this.

Bread and butter

From the fantastic bread basket, I had the brioche and the rosemary/olive bread.

Tuna
Tuna Tartare; Sweet Potato Crisps Piquillo Pepper Vinaigrette

A well-prepared tatar including capers, drops of the vinaigrette with a high content of red peppers, frisee lettuce and sweet potato chips on top.

Shrimp
Sautéed Shrimp; Baby Greens White Balsamic Vinaigrette

Three sautéed shrimps on a bed of lamb’s lettuce, oyster mushrooms, and thinly shaved button mushrooms.

Skate
Poached Skate; Endive Salad, Potato Foam Brown Butter Sauce

This is the second time that I have eaten skate at Le Bernadin. This time it was completely different. To the perfectly prepared wing with endive stripes and leaves, a brown butter sauce was added at the table. In a side bowl, potato foam that exhibited some acidity was served. This, I found a little strange. I had preferred a standard Joel Robuchon-style potato preparation.

Salmon
Barely Cooked Salmon; English Pea-Wasabi Purée Yuzu Beurre Blanc

My dinner companion had the always fantastic salmon. Every time, the side and the liquid preparation are a little different. The beurre blanc was quite acidic.

Pistachio
Pistachio Praliné, Grand Marnier Bavarois

The first time that I ate a dessert the second time at Le Bernadin. But it is so good that it is worthwhile.

This dessert was a choice from the separate dinner menu and not listed on the City Harvest menu. My dinner companion liked it very much.

And we even got a third dessert that was not listed on any of the menus. This was a very nice treat from my favorite waiter and the kitchen.

Summary

This time I saw the very first time Eric Ripert in the restaurant, who had a chat in French with a friend in the corner of the lounge. Also, the head sommelier Aldo Sohm was present. If one is looking for high-quality fish and seafood in New York, Le Bernadin is always a first choice.

Website of the restaurant: Le Bernardin by Eric Ripert | Home

Jungsik New York

Visited in August 2025
Dinner
Rating: Three Michelin Macarons

I reserved at the bar again because, after a fancy lunch with four courses, there was a big chance that we wouldn’t be able to go for the full menu.
The red MTA line 1 brought us to Franklin street and after a short walk direction west we reached the restaurant. This time we had two places at the left end of the bar. Bartender Josh welcomed us warmly. For the beginning, we ordered a cocktail and a mocktail, and selected each two courses from the à la carte menu. We were going for the hitlist of the last visit in February.

Banchan
Kong Guk, Yukhwe, Yun-dubu, Hwemuchim, Joomukbap, Baesook Tartlet

This variety of nibbles was very good, with the tatar and the crustade as highlights. The foie preparation on top right is special with the Asian pear but could serve with its sweetness also as petit four afterwards.

Scallop
Squid Ink Nurungji, Citrus Emulsion

A must-have for a scallop lover. Scallop of very good quality and optimal preparation. Truly Korean influence to be seen on the black rice, and a good combination with the citrus-infused emulsion too.

Yellowtail Kimbap
Truffle Rice, Crispy Seaweed

Still a fantastic dish on a true three macaron level, so good that my dinner companion ordered it too as the next course.
Now, we were going to order new things. The service told us that it will take some time until our “main courses” will be served.

Galbi
Gondre Barley Rice

Galbi is Korean-style grilled short rib. Gondre is a thistle (Distel) grown in the mountain regions of Korea. The carbohydrate base was not only rice but a mixture with barley (Gerste), which gives it a better bite. It came with mushrooms on the main plate, the size and form of which were between oyster and enoki mushrooms. Two satellite bowls were saved with it: a layered kimchi with white cabbage and layers of Asian pear, and a salad with lamb’s salad, sliced champignons, a few other fruity pickle ingredients, and mustard vinaigrette. I liked my main course very much.
It took much longer for this to arrive at the bar. For me, the time was bridged by another glass of 2024 Grüner Veltliner “Zöbinger”, Barbara Öhlzelt, Kamptal, Austria, on the house.

Carrot
Carrot Cake, Pecan Praline, Cream Cheese Mousse, Black Tea Ice Cream

This time, we ordered dessert. Only the central carrot from the little beet garden was harvested. Earlier in the menu service asked if it was my companion’s first time in New York. This information was nicely used for the plate the carrot ended on.

Strawberry
Oat Yuja Bingsu

I decided for something new and seasonal on the menu. Bingsu is a Korean milk-based shaved ice dessert, Yuya = Korean for Yuzu. I liked the dessert with its freshness and uncommon texture very much. The tastes of the different ingredients fit very well together.

I approached Josh early in the menu about a cocktail I had instead of dessert at my last visit. Showing him the picture, it was identified as a yuzu daiquiri. His mate behind the bar mentioned that Josh has composed some others as well, with banana or watermelon as leading flavours. He wanted to let me taste and short time later two other “containers” stood in front of me.

Both were good. The banana flavor better paired with the alcohol. The watermelon taste had less chance, so it tasted more alcoholic. Remarkable, the nice “glass” in which it was served. Josh got the inspiration for this from a snack in fish form.
I recommend all three daiquiris, but my personal favorite remains the yuzu one.

The dinner ended with petits fours.

I did not take notes about the choux, macaron, and the other two mignardises. They were good.

Summary

We left the restaurant in a very good mood. Great food and warm and friendly service, going the extra mile, which makes guests happy. I had a short, interesting chat with Angelo, the Maître D’. I am looking forward to future visits. There are still more unknown courses to explore and highlights of the two evenings I had here, and I like the hospitality you experience here.

Website of the restaurant: Korean Restaurant – Jungsik New York