Besucht im Juli 2025
Abendessen
Bewertung: ein Michelin Macaron
Die Spatzen pfiffen es ja schon von den Dächern, dass hier versucht wird, einen Stern im Michelin zu bekommen und mit der kürzlich erfolgten Annoncierung der neuen Bewertungen hat es tatsächlich geklappt. Dies ist nun neben dem Zeik schon das zweite besternte Restaurant in Gehweite von unserem Hamburger zuhause und dann muss man da ja Mal hingehen, um sich ein Urteil zu machen. Das Ganze ist so neu, dass die Michelin-Plakette noch nicht an der Tür klebt.
Hier wird eine Überraschungsmenü angeboten, auf der Website sind nur Beispielmenüs zu sehen. Das hat bei einer grösseren Gruppe von fünf Personen umfangreiche Bekanntgabe der Vorlieben und Unverträglichkeiten zur Folge, was auch gut geklappt hat.
Zu Beginn bestellten wir aus der Bar, u.a.
PN Spritz | Grapefruit | Wein | Campari | ‘Sonic’
Kœr Cocktail | Waldmeister | Zitrus | Verjus | Riesling
Plus ein alkoholfreier Cocktail
Zwei Gäste nahmen einen Brut Pinot Rosé Barth, Hattenheim
Am Tisch wurde dann doch das Menü bekanntgegeben, sodass der passende Wein aus der sehr fair bepreisten Weinkarte zum Menü ausgesucht werden konnte. Es wurde wegen des überwiegenden Fehlens von dunklem Fleisch ein Weisswein, nämlich ein
2022 Ried Rossatz Federspiel Gr. Veltl. Frischengruber, Wachhau


Praline I Crustade I Krapfen
Vegetarischer Foie Gras-Ersatz unter Verwendung von Fenchelsaat, Nussgelee auf einem Haselnusscracker
Textur und Geschmack ähnlich, aber ich habe schon bessere Versionen gegessen, z.B. Noix Gras aus der Rose in Rüschlikon.
Warmer Krapfen, der Zwiebelkuchen zum Thema hatte. Die Füllung bildete tatsächlich den Geschmack von Flammkuchen perfekt ab. Schmand und Dill wurden zum Finish verwendet. Ganz hervorragend und das Beste aus dem Snack-Trio.
Crustade gefüllt mit Pilzcrème, Pilzen und geröstetem Buchweizen. Ein schöner Umami-Snack, leicht süsslich mit Crunch vom Buchweizen.

Sauerteigbrot mit aufgeschlagener Nussbutter, Lauchöl und in dem Fläschchen selbstgepresstes Rapssaatöl. Das war so gut, dass wir davon auch nachbestellt hatten.

Haselnuss I Sellerie
Auster von tadelloser Qualität mit Haselnuss und Sellerie als Kondimente. Hätte vielleicht vorgeschnitten werden können. So musste man die recht grosse Auster in einem Happs nehmen.

Aus Dänischer See
Kohlrabi I Rhabarber I Hühnerhaut
Gebeizte und geflämmte Makrele, eingelegte Kohlrabischeiben, Hühnerhautchip, Rhabarbersud. Es liegt in der Natur der Hauptzutat, dass das Ganze sehr Makrelig schmeckt. Die Mitspieler passten gut dazu, besonders die Säure des Rhabarbers hätte ich nicht missen mögen.

Als Flan, Frisch & Sud
Pfifferlinge I Holunderblütenschaum
Auf einem Erbsenfan war eine Scheibe gelierte Pfifferlinge angerichtet. Umgeben war dies mit ganzen Pfifferlingen, Erbsen einem Holunderblütenschaum und einem intensiven Erbsensud. Die Süsse der Erbsen ist diesem Gericht natürlich immanent. Das Umami der Pfifferlinge gibt nur leicht Gegensteuer. Im Ganzen schmeckte es aber sehr gut.


Geräucherte Butter I Rehschulter I Mandel I Kirschblüte
Stücke der konfierten Beete, Schalotten und Streifen von Rehschulter-Pastrami waren mit geräucherter Nussbutter umgeben und mit einem Kirschblütenschaum überschichtet. Dies war eine ziemlich ausgewogene Komposition. Die Erdigkeit der Beete war nicht im Vordergrund und besonders die Räucheraromen setzten einen interessanten Akzent. Sehr gutes Gericht.
Zwei Zusatzgänge:

Sellerie I Haselnuss I Preiselbeere
Wagyu, gebrannte Sahne, Rinderjus und ein hausgemachter Preiselbeerkompott bildeten dieses Gericht, welches von einigen Gästen der Runde als Ersatz für die Makrele und von anderen als Zusatzgang vor dem Hauptgang geordert wurde. Ich selbst hatte es weder gegessen noch probiert, es soll aber sehr gut gewesen sein.

Spitzkohl I Traube I Kümmel
Auf geröstetem Spitzkohlsalat, mit Traubenmarmelade und Kümmelschaum. Tolles Produkt, interessante Zubereitung, sehr guter Meeresfrüchte-Gang.
Ohne Foto
Fischbrötchen
Wels I Brioche I Apfel
Unagi-Style mit Apfel-Zwiebel-Marmelade. Man hatte tatsächlich ein bisschen den Eindruck, man isst ein kleines Aalbrötchen.

Gemüse der Saison I Blumenkohl I Kombu-Alge I Zitronen-Thymian-Sud
Kabeljau, Radieschen, Karotte, Blumenkohl auf Blumenkohlcrème, Kombu-Algen-Kompott. Das war nicht schlecht, und alles sorgsam zubereitet, aber vielleicht in der Zusammenstellung nicht ganz auf dem Level von vielen anderen Gängen in diesem Menü. Was ich damit sagen will: Das könnte man auch in einem Restaurant mit gehobener gutbürgerlicher Küche bekommen.

Shiso
Kirschsorbet, Kirschmousse, eingelegte Kirsche, frittiertes Shiso-Blatt, Shiso-Öl. Das Pré- Dessert mit seinen nur zwei Zutaten und dem reduzierten Stil gefiel mir dann wieder sehr gut.

Hafer I Erdbeere I Kräuter
Hafer-Hefe-Savarin, Hefe-Ganache, Kräutersorbet, Erdbeere, Erdbeer-Essig-Sud
Auch das eigentliche Dessert konnte sich sehen lassen. So ein Kräutersorbet ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber in der Kombination mit dem Gebäck und der Ganache passte es sehr gut.
Keine Mignardises.
Fazit
Highlights auf dem Teller: bei den anderen Gästen Wagyu, bei mir Krapfen, Erbse und Beete, Pré-Dessert. Teilweise recht unkonventionelle Ideen, was es spannend macht.
Recht eng gestellter Gastraum. Öffnung der Fensterfront den ganzen Abend während des Hamburger “Hochsommers” eher grenzwertig.
Netter, lockerer Service
Website des Restaurants: Koer Kulinarik & Bar – Restaurant – Hamburg













































































































