Restaurant Rosmarin Lenzburg

Besucht im Juli 2026
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin-Macaron

Der Kanton Aargau in der Schweiz, im Osten begrenzt von der Kantonshauptstadt Aarau, im Westen von Spreitenbach, im Süden von, sagen wir mal, Sins und im Norden von Rhein und der deutschen Grenze, ist und bleibt kulinarisch arm, was die gehobene Gastronomie betrifft. Nachdem das Skins geschlossen wurde, kulinarische Konzepte sich in Baden nur kurz halten können und in Brugg in der Brasserie das gesamte Küchenteam entlassen wurde, bleiben im Michelin nur wenige Adressen, unter ihnen das Fahr in Sulz und das Rosmarin in Lenzburg, jeweils einfach besternt.
Im Rosmarin war ich noch nicht und wollte dies nun nachholen. Am letzten Tag vor den Sommerferien buchte ich also einen Platz an der Küchentheke. Ist das Restaurant voll gebucht, gibt es auch noch weitere Tische in einer Art hellem Gewölbekeller. Das Restaurant befindet sich unterhalb des Strassenlevels. An diesem Abend wurden 9 Gäste an der Küchentheke bewirtet. Die Speisen werden vor den Augen der Gäste vom Inhaber und Küchenchef und einer Köchin zubereitet und serviert.
Zur Auswahl steht ein Überraschungsmenü mit 5, 6 oder 7 Gängen. Das Menü wechselt jeden Monat. Die Zutaten kommen hauptsächlich aus dem Kanton Aargau, einiges aus dem Rest der Schweiz und wenig aus dem Ausland. Nachhaltigkeit wird grossgeschrieben: keine Tischdecken, Besteck bis/mit Hauptgang möglichst wiederbenutzen, ein Weinglas für die gesamte Begleitung. Eine Weinbegleitung oder eine alkoholfreie Begleitung wird angeboten. Man kann aber auch glas- oder flaschenweise aus der Weinkarte aussuchen. Ich entschied mich für 5 Gänge und die alkoholfreie Begleitung.
Am Ende des Abends bekommt man eine Karte mit einem Barcode, der zu einer recht ausführlichen Zusammenfassung von dem führt, was man gegessen hat. Das machte es recht angenehm für mich, musste ich mir doch keine Notizen machen.
Zum Aperitif nahm ich einen Sparkling Tea Royal No. 7 aus Österreich.

Apéro:
Rettich Rolle gefüllt mit Frischkäse und Kimchi Drops
Churro mit Morchel Crème und frisch gehobeltem Champignon
Kleines Tartelette mit Brokkoli Salat mit Curry Mayonnaise, Erdnüsse und Beeler Knolle Gelbe Rande in Yuzu gepickelt mit Macadamia Crumble und Himbeer Segmente

Die 4 Kleinigkeiten zum Apéro waren abwechslungsreich, deckten hauptsächlich die Geschmacksrichtungen sauer und Umami ab, ohne nicht auch teilweise Schärfe zu bieten. Auch texturell waren sie durchaus spannend.

Aufstriche zum hausgemachten Laugen Brötli:
Butter mit Beurre Noisette
Pflanzliche Butter mit Basilikum
Amuse:
Aargauer Maibock/Sommerbock Praline mit Trüffel Crème und Sommertrüffel
serviert mit einem Spargel Miso Sud mit Sesam Öl

Das Bild zeigt Brotservice und die letzten Grüsse aus der Küche zusammen. Die Praline war schlicht sensationell gut. Beim Sud mag man sich fragen, wo man im Juli weissen Spargel herbekommt. Hier wurde schlicht vorgearbeitet, indem man zum Ende der Spargelsaison diesen entsaftet und eingefroren hatte. Auch der Sud schmeckte sehr gut, denn er transportierte doch Spargelbitternoten; das Umami des Miso und auch die Fettfraktion trugen zum Genuss bei.

Das Brot war gut und die beiden Butterzubereitungen geschmacksintensiv.

Gemüse Ceviche mit geflämmten, jungem Romana- Salat mit eingelegten Champignons und Avocado
angegossen von «Leche de tigre» und Koriander Öl
Begleitung: Verjus, Grüntee, Fleur de Sel

Das Korianderöl wurde für mich durch ein anderes Kräuteröl ersetzt. Der erste Gang stellte mit seiner Säure dann noch einmal alle Geschmackspapillen auf Null. Die Idee, eine Ceviche mit Gemüse statt mit Fisch zuzubereiten, war gut umgesetzt. Tomate, Chili, Paprika, Zwiebel und Gurken- und Zucchinikugeln bildeten die runde Basis, die mit dünnen Avocadoscheiben bedeckt war. Obenauf noch das geflämmte Stück Romana-Salat und die eingelegten Champignon- Viertel. Am Platz wurde noch der kühle Sud angegossen.

Tatar von der Bremgartner Lachsforelle mit süsssauren Kohlrabi Würfeli an Kimchi mit Wachtel Onsen Ei (Hunzenschwil), serviert unter Kohlrabi Schaum, Kohlrabi Dashi, Cashewnuss Cracker und Rogen von der Bremgartner Lachsforelle
Begleitung: Gurkensaft, entalkoholisierter Weisswein, Mineral mit Kohlensäure, Thymianöl, Zitronensaft und Zitrone, Fleur de Sel

Recht aufwändig zusammengestelltes Gericht, besteht es doch aus 8 Komponenten, die im Vorfeld weiterer Vorbereitung bedürfen. Das Kimchi war mit dem Forellentatar vermischt und sorgte für eine nicht spitze aber etwas anhaltendere Schärfe. Das Gericht war geschmacklich gut ausbalanciert, die Kohlrabi-Zubereitungen passten gut dazu.

Gebratener wilder Blumenkohl mit fermentierter Knoblauch Crème, Schnittlauch Crème, getrocknetes geriebenes Bioeigelb (vom Hof von Célines Eltern), Panko Crumbles, 6-jähriger Sbrinz von Rolf Beeler und «Sauce Choron» (Hollandaise mit Tomatenmark)
Begleitung: Rosmarinsirup, Schwarztee, Bergfeuer, Basilikum, Tomatensaft, abgeflämmter Rosmarin

Gericht mit einer ungewöhnlichen Hauptzutat, die ich hier zum ersten Mal bewusst gegessen habe. Der sous-vide gegarte wilde Blumenkohl, der geschmacklich eher an Spargel als an Kohl erinnerte, war kurz in einem 800°-Ofen gegrillt worden. Durch die vielen Mitspieler, die Cremigkeit und Herzhaftigkeit beisteuerten, wurde das Ganze recht spannend.

Schenkenberger/ Küttiger Maibock/ Sommerbock serviert mit an kräftiger Wildjus mit Himbeeren und Blaubeeren,
dazu Parmigiana mit Basilikum Crème, Parmesan- und Reischips
Begleitung: Asam-Tee, wilder Heidelbeersaft

Mehr oder weniger klassisches Wildgericht ohne Experimente bei der Zubereitung des Rehfleisches. Als sauer, fruchtige Komponente hier eine Art Kompott aus Himbeeren und Blaubeeren, klassischer, dunkler Wildjus und eine Parmigiana als Gemüsebeilage. Auf eine Sättigungsbeilage wurde verzichtet. Das schmeckte alles sehr gut, besonders das tadellose Fleisch mochte zu begeistern.

Amuse Dessert:
Schokoladen Catalane mit Himbeer Sorbet, Himbeer Espuma und Waldmeister Kaviar, Tuille

Beim Pré-Dessert konnte man die Schokoladenzubereitung in der dunklen Schüssel erst gar nicht erkennen. Himbeer und Schokolade passt gut zusammen. Interessant der selbstgemachte Waldmeister-Kaviar. Aus Waldmeister wird hier auch ein Sirup hergestellt.

5. Gang:

Erdbeere und Granola
Erdbeer Frischkäse Espuma mit Granola, Erdbeer und Rhabarber Coulis, Rhabarber Sorbet und Meringue
Begleitung: Waldmeistersirup, Rhabarber-Erdbeer-Püree, alkoholfreier Sekt, Zitronenverbene

Beim Hauptdessert konnte man unter der Meringuescheibe erst einmal wenig erkennen. Erdbeere passt klar, Rhabarber vielleicht etwas weniger zur Saison. Sorbet und Espuma waren gut umgesetzt, Granola steuerte Knusperspass bei, auch wenn ich es teilweise zu hart fand. Alles in allem gefiel mir dieses Dessert gut.

Friandises:
Passionsfrucht-Ganache mit schwarzer Schokolade
Macaron
Quarkbällchen mit Vanille
Sauerrahm Tartelette mit Schokoladen-Ganache

Zum Abschluss gab es noch einmal vier süsse Kleinigkeiten, die alle gut gefielen.

Fazit

Das hat alles gut bis sehr gut geschmeckt. Ich war nach den 5 Gängen satt.
Sehr persönliches Abendessen, ist man doch sehr nah am Geschehen und es findet eine rege Kommunikation statt, so man denn will. Die auch vor dem Gast zubereiteten Getränke, die dann in der Summe die Begleitung ausmachten, haben mir sehr gut gefallen. Der Guide Michelin liegt in seiner Bewertung hier richtig.

Webseite des Restaurants: Restaurant Rosmarin – Philipp Audolensky

The Cloud München

Besucht im März 2026
Abendessen
Bewertung: im Michelin erwähnt

Das von der Käfer-Gruppe betriebene Restaurant “The Cloud” in der BMW-Welt München ist das Nachfolge-Restaurant des Esszimmers von Chefkoch Bobby Breuer, unter anderem Sous- Chef bei Eckard Witzigmann, der vor einiger Zeit entschied, etwas kürzer zu treten. Gemäss der Aussage eines Kenners der Münchner Gourmet-Szene wurde hier viel Geld in die Hand genommen, um ein völlig neues Konzept, genannt “Nomadic Earth”, zu etablieren.
Man plant jeweils ein Jahr lang zu einem Thema zu kochen und das in 4 Saisons, um auf die saisonal verfügbaren Zutaten Rücksicht zu nehmen. Im ersten Jahr nach der Eröffnung ist das Thema Ost- und Südafrika und das ist etwas, das ich spannend finde. Deshalb habe ich hier gebucht. Noch dazu freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Mona Röthig, die ich als Restaurantleiterin aus dem Tantris Maison Culinaire kenne.
In der BMW-Welt war ich nie zuvor, nur im BMW-Museum gegenüber auf der anderen Strassenseite. Es ist schon eindrücklich, wenn man das Skulptur-artige Gebäude mit der Ausstellung betritt, die tatsächlich bis 24 Uhr für das Publikum geöffnet ist.
Man wird vor den Aufzügen links an einem Counter in Empfang genommen, fährt hinauf und steht dann in einem Lounge-artigen verglasten Empfangsbereich. Hier wartete schon Mona Röthig auf mich und begann nach der Begrüssung, das Konzept zu erklären. Man setzt sich, kann einen Aperitiv nehmen und bekommt nacheinander die ersten zwei Kleinigkeiten serviert, eine flüssige Zubereitung und einen Snack.

Anschliessend geht es links um die Ecke und der Küchenchef erklärt an Exponaten auf einem Tresen einige der Zutaten des Menüs und teilt auch Anekdoten aus seinen Reisen, die er für die Recherche in der Region des Themas unternommen hat.

Weiter geht es zum sogenannten “Monolithen”, einem 6 Tonnen schweren Steintresen in der Mitte des Restaurants unter der “Cloud”, auf dem ein weiterer Snack serviert wird.

Meringue, Zuckerwatte

Ich habe mir die weiteren Zutaten nicht gemerkt, Seeigel war jedenfalls nicht dabei. Die Zuckerwatte sollte vom Aussehen her das Thema “The Cloud” aufnehmen, die sich über dem “Monolithen” befindet und den ganzen Abend in unterschiedlichen Farben leuchtete.

Anschliessend wird man auf seinen Platz geführt. Ich hatte einen schönen Tisch am Rand und konnte durch die Fenster auf einige Boliden in auffälligen Farben mit Carbondach blicken, die im 1. Stock der BMW-Welt ausgestellt sind.

Nun muss man sich entscheiden für 6 oder 8 Gänge. Wenn ich schon einmal hier bin, sollte es das volle Programm sein. Es werden verschiedene Getränkebegleitungen angeboten: Wein, nicht alkoholisch, Cocktail-/Weinbegleitung. Ich entschied mich dafür, die drei Cocktails und zum Hauptgang einen Wein zu nehmen.

Amuse bouche warm: Erdmandelpudding, kaltgepresstes rotes Palmöl, Haselnuss, Egerlinge, Lauch, Kaluga Kaviar
Saibling von der Fischzucht Birnbaum
Grünkohl | Topinambur | Pap

Nun wurde der erste reguläre Gang des Menüs serviert. Zu jedem Gang gab es eine Karte, auf der die afrikanischen Zutaten oder Zubereitungsarten beschrieben wurden. Pap ist eine Art Nationalgericht Südafrikas. Es ist typischerweise ein Maisbrei, der als Beilage auf den Tisch kommt. Hier wurde er zu einem Eis verarbeitet. Es sind die hellen Kugeln unter dem Saiblings- Kaviar. Ein Saiblings-Tatar war in der Mitte von einer dünnen Trance umwickelt. Frittierte Grünkohlblätter und Topinambur-Chips waren darauf platziert. Die grüne Sauce entspricht Sukuma Wiki, einem Gericht der Swahili-Küche, bei dem Grünkohl mit Zwiebeln, Tomaten und Gewürzen langsam geschmort wird.

Hokaido Kürbis Sud, Zitronensaft, Bourbon, Kürbiskernöl
Chiemsee Zander
Kürbis | Tamarinde | Piri Piri

Piri Piri ist eine scharfe Sauce portugiesischen Ursprungs, die mit dem Scoth-Bonnet-Chili hergestellt wird. Diese befand sich in der Mitte unter dem Zander umgeben von einem Flan-Ring, war jedoch nicht allzu scharf. Das war auch richtig, da sonst der Zander als nicht sehr aromatischer Fisch darin untergegangen wäre. Der Fisch war mit dünnen Kürbisscheiben umwickelt. Kürbis fand sich auch als weitere Zubereitungen auf dem Teller, u.a. als Mousse in den Kugeln und Brunoise in der Vinaigrette.
Der dazu gereichte Cocktail griff das Kürbisthema ebenso auf. Hätte ruhig ein bisschen mehr Alkohol haben können.

Brochette vom Milchkalb
Junger Lauch | Cashew | Chapati

Chapati, auch Roti benannt, ist ein ursprünglich aus Indien stammendes Fladenbrot, das in Afrika u.a. dazu benutzt wird, um Sandwiches oder Rolls herzustellen. Hier wurde es als Grundlage für einen Taco verwendet, in den allerlei Zutaten vom Milchkalb, darunter das Bries, und Gemüsebeilagen einzuwickeln. Das schmeckte in Summe einfach sehr gut.

Nun wurde die Taube im Zustand nach der Trockenreifung präsentiert. Da die ersten einwöchigen Trockenreifversuche in einem zu trockenen Geflügel resultierten, entschied man sich, den Vogel fast vollständig mit Bienenwachs einzupacken.

Huchen von der Kinsauer Mühle
Pfeffer-Vanille-Essenz | Biltong | N25 Kaviar

Erinnerte mich ein bisschen an das Gericht Schliersee-Saibling aus dem Restaurant Jan. Fisch, Kaviar, eine Essenz und ein Schaum folgen hier demselben Prinzip. Biltong heisst das getrocknete Fleisch aus Südafrika. Hier wurde regionales Fleisch vom Chiemgauer Fleckvieh dazu verarbeitet. Huchen ist die Bezeichnung für einen regionalen Süsswasserfisch, der auch Donau-Lachs genannt wird. Rettich wurde als Schlaufen, Sterne und Taler verarbeitet.

Niederbayerischer Ochsenschwanz
Schwarzwurzel | Trüffel aus dem Périgord | Fufu

Der Ochsenschwanz wurde hier als Eintopf im südafrikanischen Bredie-Style verarbeitet. Fufu ist ein fester Brei oder auch Gnocchi, hergestellt aus Maniok und Kochbanane. Einige dieser Gnocchi befanden sich in der Masse unter dem Trüffeldeckel dieses Gerichts. Am Tisch wurde auf den Deckel noch stickstoffkaltes Pulver Entenleber aufgebracht. Ein Schwarzwurzelschaum und Haselnuss waren auch noch verarbeitet worden. Das war heiss, schlonzig, voller Umami und spannend von den Texturen.

Zur sensorische Vorbereitung auf den nächsten Gang wurde eine Holzschale mit Deckel gebracht, mit dem man die in der Schale befindende Gewürzmischung aufreiben konnte, um deren Aroma zu intensivieren. Man sollte dann daran riechen, was angenehm und interessant war.

Taube aus dem Burgenland
Bobotie | Udzungwa Schokolade | Pilze

Bobotie ist ein traditionelles südafrikanisches Hackfleischgericht mit Ei und allerlei anderen Zutaten, welches in einer Satellitenschüssel zum Hauptgericht serviert wurde. Das Hackfleisch stammte wohl von den anderen Fleischarten der Taube, die nach dem Entfernen der Bruststücke übrig blieben. Ferner waren hier rote Linsen, eine Bechamelsauce und ein Kräutersalat präsent.
Die gegrillten Tranchen der Taube waren mit der Gewürzmischung überzogen. Im Schoko- Taubenjus war Udzungwa-Schokolade verwendet worden, welche aus Kakao aus dem Süden Tansanias produziert wurde. Die Schokolade zeichnet sich durch fruchtige Aromen aus, u.a. Orangenblüte. Eine knusprige Pastilla mit einer Pilz-Duxelle-Sphäre und ein Stück Moro- Blutorange komplettierten den Teller.

Gewürzaubergine
Minze | Cassis | Hirse

Karamelisierte Hirse, Cassis-Marmelade, Pistazien-Minz-Pesto, Amasi-Mousse und Auberginen-Sorbet (die Kugeln) formten dieses erste Dessert. Die Sauce wurde mit Hilfe eingelegter Auberginenschalen hergestellt. Amasi ist ein traditionell fermentiertes Milchprodukt aus dem südlichen Afrika. Es ist vielleicht mit Joghurt oder Kefir zu vergleichen, dabei aber weicher, runder.
Der begleitende Cocktail war aus einem Minz-Tee, Yuzu und Sparkling Sake zubereitet worden.

Bananenbrot
Redmoon Apfel | Cape Malay Curry | Kokos

Karamellisiertes Bananenbrot, ein Redmoon-Apfel-Salat, eine Eisinterpretation vom Cape-Malay-Curry, Kokosschlaufen, ein Kokoswasser-Chip, Zitronengras-Öl, Kokos-Schaum und ein Kokoswasser-Sud formten dieses überaus interessant schmeckende Dessert, das eher nicht süss war. Die Satellitenschüssel enthielt Bananenschaum, Croutons und geraspeltes Kokos.

Pekan-Nuss, Radiccio, Hibiscus
Eiskonfekt mit Perigourd-Trüffel und Zuckerwatte
Keks, Dattel, Lavendel, Zitrus, Hirse

Die Zuckerwatte auf einem der Mignardises griff zum Abschluss das Cloud-Thema vom Anfang noch einmal auf.
Auch die Pekan-Nuss und der Hibiscus waren ja von einem Snack am Anfang schon bekannt. Dieser schmeckte mir auch am besten.

Fazit

Ich habe lange mit mir gerungen, in welcher Art und Weise ich diesen Bericht verfassen soll. Man ist ein bisschen erschlagen von den vielen Eindrücken, die man hier an einem Abend sammeln kann. Nichtsdestotrotz ist es hier ein Supererlebnis und das, was auf dem Teller kommt, ist ganz hervorragend. Dazu tragen auch die Zugewandtheit und Wärme des Personals bei. Ich habe mich während des Abends ein paar Mal mit Herrn Tucci ausgetauscht, der für mich so etwas wie die gute Seele des Hauses ist.
Es gibt vieles Verschiedenes zu essen und man verlässt das Restaurant gesättigt, aber nicht übersättigt.
Beim Verlassen des Restaurants gibt es noch etwas für zuhause: eine Müslimischung und ein kleines Glas Marmelade.
Für mich ist keine Frage, dass ich das Restaurant wieder berücksichtigen werde, kommt hier ein Menü mit neuem Thema auf den Tisch.

Webseite des Restaurants: Enter | The Cloud by Käfer

100/200 Kitchen Hamburg – Feld & Flur 2026

Besucht im April 2026
Mittagessen
Bewertung: zwei Michelin Macarons

Mit diesem omnivoren Mahl komplettiere ich den Zyklus von vier Saisons im 100/200. Dieses Mal sassen wir im hinteren Bereich des Restaurants mit seitlichem Blick auf den Pass. Der Chef war heute auch anwesend und man konnte ihn in der offenen Küche dabei beobachten, wie er Krebsfleisch aus seinen Schalen befreite. Offensichtlich eine Zutat, die für ein Gericht im Glorie, dem à la Carte Restaurant, verwendet wird.
Da das Überraschungsmenü durch Erwerb eines Tocks schon gewählt worden war, bleibt nurdie Entscheidung zur Getränkebegleitung. Wir entschieden uns für je eine halbe Weinbegleitung.
Wie üblich starteten wir an der Schaubar mit einem ersten “Happen”.

Schlachtfest

In der Saison Feld & Flur werden unter anderem die eigenen Rinder geschlachtet und von Kopf bis Fuss verarbeitet. Der Happen war eine Sülze von hochstehender Qualität. In Sülze werdenja normalerweise die weniger wertvollen Stücke eines Tieres verarbeitet. Dies entspricht auch der Philosophie des Hauses.

Schaubar

Die im Menü verarbeiteten Produkte werden hier präsentiert. Daneben kann man auch noch einen Blick auf die beiden Trockenreif-Schränke neben dem Eingang werfen.

Dry Ager

Links Rind, rechts Fjordforellen aus nordischen Gewässern von beachtlicher Grösse
Zurück am Tisch wurden zuerst Wasserkefir und dann die Einstimmung serviert, die die fünf Geschmackrichtungen abbilden sollten.

Einstimmungen

Von ein Uhr im Uhrzeigersinn:
Süss: Fenchel und Süssholz
Sauer: Tomate dehydriert/rehydriert, Limettenschale, fermentierte Johannisbeere
Salzig: Kristallbrot und Pilzcrème
Bitter: Olivencrème, Radiccio
In der Mitte Umami: Brühe mit Käse

Warmes Sauerteigbrot, Joghurtbutter mit Schnittlauch-, Rosmarin- und Chili-Öl

Forelle, Rote Bete & Auster
Weinbegleitung: Reigen Fermentation, Sake, RIFESCH, Berlin, Deutschland

Auf einem ultrazarten Stück konfierter, angeräucherter Lachsforelle befand sich ein Schiffchen aus rohem und eingelegtem Rettich und Kräutern, welches man zuerst essen sollte. Dazu wurde am Tisch eine Sauce mit Dill-Öl, roten Bete-Stücken und Auster angegossen. Es ist erstaunlich, wie viel der Geschmack der Forelle durch das Trockenreifen gewonnen hatte.
Der im Glas gelbliche Sake dazu war ganz erstaunlich. Als relativ ruppiger Einstieg in die Begleitung angekündigt mit einem Bouquet, das mich ein bisschen an Silage auf dem Bauernhof erinnerte, und pur getrunken mit einem Geschmack von frischem Most, stellte er sich als sehr gute Kombination mit dem Essen heraus, verlor er dann doch den Mostgeschmack.

Schlemmertöpfchen Königberger Art
Weinbegleitung: 2020 Pinot Auxerrois “H” Vieilles Vignes Domaine Josmeyer Elsass Frankreich

Unter der Zabaione befand sich alles, was man beim Gericht Königsberger Klopse erwartet. Das Fleisch war nicht in Form von Klopsen, sondern gezupft pur darin zu finden. Dies war wieder ein typisches Thomas Imbusch Gericht, wie man es in fast jedem Menü hier findet – ein schlotziges, Umami-lastiges Löffelgericht, von dem man gern einen Nachschlag haben würde. Dazu gab es ein schon knuspriges Pomme Pavé mit Mayonnaise, eine Edelversion von Fritten mit Mayo.
Nach dem intensiven Einstieg mit dem Sake vom vorherigen Gang, benötigten die Geschmacksrezeptoren einiges an Neutralisation mit Brot und Wein, damit diese Wein nicht einen Eindruck von Belanglosigkeit hinterliess. Am besten schmeckte er nachdem man das Gericht aufgegessen hatte.

Gegrilltes Frittiertes mit Safran
Weinbegleitung: 2021 Manzoni Bianco “Bauchgefühl” Nico Espenschied Rheinhessen Deutschland

In diesem Gericht waren die Schnecken verarbeitet worden. Man konnte am Pass sehen, wie jeweils drei davon von einem Grillspiess auf den Teller geschoben wurden. Ferner gab es frittierten Estragon, Dill und Petersilie, gegrillte Oliven und Gemüse bestehend aus Aubergine und Paprika. Am Tisch wurde eine Safransauce angegossen. Das schmeckte gut und war spannend bezüglich der Texturen, einem Gast fehlte ein bisschen die Frische.
Manzoni Bianco ist eine recht junge, ursprünglich aus Norditalien (Südtirol und Venetien) stammende Kreuzung aus Riesling und Weissburgunder.

Das Hauptgericht bestand aus zwei übereinander geschichteten gegrillten Stücken Rindfleisch bedeckt mit einem Kräuterboquet und einer Gelscheibe. Dazu gab es eine Pfefferrahmsauce.

Käsetoast mit Champignon 2018

Das Signature-Dish des Restaurants wurde wie üblich mit Pilz-Kombucha mit Kakao serviert. Der Toast selbst ist seit einiger Zeit unverändert, aber nach wie vor sehr gut. Noch einmal zur Wiederholung: Es ist zubereitet mit 24 Monate gereiftem Gouda, altem Essig und dünn gehobeltem Champignon de Paris

Für das Dessert war ein Ring aus Olivenparfait mit einer Schokoladenscheibe bedeckt worden. Am Tisch wurde dann warme Schokoladensauce auf die Mitte gegossen mit der Idee, dass diese ein Loch in die Scheibe schmilzt. Das funktionierte bei meinem Lunchpartner gut, bei mir nicht, wie auf dem Foto ersichtlich. Das störte mich aber nicht. Im Zentrum des Rings befand sich noch hellbraune Pralinencrème (Haselnuss), salzige Pistaziencrème und Himbeergelee.
Das Olivenparfait kannte ich schon vom letzten Mal. Damals gefiel mir das Dessert etwas besser, war die Kombination mit Karamelltarte und Sojagelee schlichtweg sensationell.
Die Weinbegleitung hatte viel von einem Sherry, sowohl vom Bouquet als auch vom Geschmack.

Brioche Feuilleté

“Butter ist Dein Freund, Margarine will Dich töten”
Als abschliessendes Dessert wurde ein weiterer Klassiker des Hauses zusammen mit sehr guter Crème Chantilly serviert.

Macarons

Gelb: Zitrone
Rosa: Himbeere, Rose
Weiss: Trüffel

Unser Favorit: Himbeere, Rose

Fazit

Das Menü hat uns sehr gut gefallen. Für mich blieb diesmal ein absolut herausstechendes Highlight wie die Tartes (Vorspeise/Dessert) der letzten beiden Besuche aus. Am besten gefielen mir die Sülze, die Forelle und das Schlemmertöpfchen.
Ohne die Weinbegleitung würde man hier etwas verpassen. Diese ist keineswegs auf Massengeschmack ausgerichtet. Viele der Weine haben Ecken und Kanten und man würde sie niemals ohne Speisen trinken.
Mit dem Service war ich wieder sehr zufrieden. Für eine persönliche Note sorgte eine Karte mit handgeschriebener Widmung, die bei Ankunft bereits am Tisch wartete.
Die nächste Saison ab Mai “Wasser und Salz” versucht etwas Neues – komplett Krustentier-frei. Finde ich aus persönlicher Sicht schade, aber eröffnet Möglichkeiten für Gäste, die eben keine Krustentiere essen. Denn es gilt nach wie vor hier: gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Man könnte ja auch etwas aus der à la Carte Auswahl des Glorie dazubestellen…

Webseite des Restaurants: Restaurant 100/200 und das Glorie. Gourmetrestaurant in Hamburg

Restaurant Zeik Hamburg

Besucht im Januar 2026
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron, grünes Kleeblatt

Es ist schon lange her, dass wir zuletzt im Zeik waren. Es war damals unser erster Restaurantbesuch nach einem der COVID-19-Lockdowns und wir hatten draußen auf der Terrasse an der Sierichstraße gesessen.
Inzwischen hat sich hier viel getan. Ein Michelin-Macaron zieht jetzt mehr Gäste an und es gibt einen wochentagsabhängigen Menüpreis. Das Konzept ist gleichgeblieben: regional, saisonal und nachhaltig, wo immer es geht. Deshalb ist das Restaurant auch zusätzlich mit einem grünen Michelin-Kleeblatt ausgezeichnet. Zum Beispiel wird nicht automatisch zu jedem Gang neues Besteck aufgedeckt, sondern gefragt, ob man es behalten will. Man kann, muss aber nicht.
Da wir momentan eine Location für ein Fest suchen, dachten wir uns, hier sozusagen zur Probe zu essen. Innen drin gibt es zwei Räume, einen Gastraum hinten für 10 Personen und einen grösseren mit 22 Sitzplätzen – nicht so ideal für eine Feier mit vielen Personen. Wir hatten unsere Plätze im hinteren Raum und fanden, am Platz angekommen, ein dunkles Couvert mit persönlicher Begrüssung und zwei Menükarten vor – eine Vorstellung der aktuellen zwei Menüs, omnivor und vegetarisch, inklusive Weinbegleitung und Vorstellung des Teams und eine Karte mit genauer Beschreibung von allem, was in den einzelnen Gängen verarbeitet wurde. Das war für mich sehr gut, musste ich diesmal doch fast nichts mitschreiben.
Wir bestellten dann einmal vegetarisch, einmal omnivor und einmal gemischt. Ich orderte dazu noch drei Gläser aus der Weinbegleitung und die anderen Gäste neben stillem Wasser hausgemachtes Ginger Ale und Zeik Cola.

Begrüßung und Einstimmung in das Menü

Auf das Menü eingestimmt wurden wir mit vier Variationen zum Thema Pilz. Das versprach viel, sind solche Zubereitungen doch meist voller Umami. Wir bekamen auf dem Deckel einer Holzkiste ein Schälchen mit einem

Pilz 1

2. Apero (rechts)
glasierter Champignon
Käseschaum
Liebstöckel Julien

Ein kleines Sandwich 3. Apero (links)
Zwischen zwei Pilzchips befanden sich Pilzragout
Hefecrumble
Zitronenessig und
eingelegte Krause Glucke

Pilz 2

In der Kiste befanden sich der 1. Apero (rechts)
Tartelette
Hefe Mayo
Sphäre gefüllt mit Bobbel Pilzsuppe
ausgestochener Kräuterseitling und
Fichtenessig

und der
4. Apero (links)
Ein Berliner gefüllt mit Pilzcreme und bedeckt mit Johannisbeer-Lack.

Das war alles sehr gut abgeschmeckt, abwechslungsreich in den Texturen und zeigte tatsächlich viel Umami. Ich fand, dies war ein sehr guter Einstieg.

Eigelb | Rettich

Das Amuse -Rettich- beendete den Reigen der Einstimmungen.
geräucherte Molke + Zitrone
eingelegter Rettich
Wildkräuter
Asche
Eigelbcreme
Rettich in Sellerie-Pilz eingelegt

Der Rettich war hier geschmacklich sehr schön herausgearbeitet und wurde durch die Molke sehr gut unterstützt.

Sauerteig | Bier | Thymian

Brot+Butter

Brotteig (70 g/1 Brötchen)
Röstzwiebelbutter (gebrannter Zwiebeljus, Thymianöl?)

Sehr gutes warmes fluffiges Brot und dazu eine Zwiebel-intensive aufgeschlagene Butter als separater Gang, der hernach abgeräumt wurde.

Sommerspargel | Winterspargel
Weinbegleitung: 2024 Etna Bianco, Graci, Sizilien, Italien

1. Gang -Winterspargel-

Schwarzwurzel Mousse
Schwarzwurzel Röst Sud
Schwarzwurzel Ragout
Schwarzwurzel Milch Gelee
Schwarzwurzel Chip
Seespargel (Salicorn)
Zitronenzeste

Spargel Eis
eingelegter Spargel

Schwarzwurzel Schaum

Auf dieses Gericht war ich ziemlich neugierig. Das Zeik hat ein sehr gutes Instragram- Profil und ich hatte dort schon eine Beschreibung des Gerichtes gelesen. Es ist quasi Spargel hoch drei – Sommerspargel, Winterspargel, Seespargel. Die Eiscrème unter dem Schwarzwurzel-Schaum war aus gerettetem, weissem Sommerspargel in Form von Spargelessig hergestellt worden. Die Schnitte hatte dann ausschliesslich den Winterspargel = Schwarzwurzel in verschiedenen Zubereitungen als Zutat. Abgerundet wurde das Ganze durch Zitronenzesten für die Frische und Salicorn (= Seespargel). Tolle Idee, gut umgesetzt und sehr gut vom Geschmack.

Karotte | Wildkräuter

2 . Gang -Karotte-

marinierte Karottenstreifen
Karottenstampf
Karottenragout
Karottenmousse
Karotten Buttermilch Sauce
Kräuteröl
Kräuterstrauß on top

Knusperrolle
Gefüllt mit Rauchkarottenpüree
Zwiebel Vinaigrette

Auch der zweite Gang wurde auf Instagram schon präsentiert. In einem Päckchen aus marinierten Karottenstreifen verbarg sich Stampf, Ragout und Mousse der Karotte. Obendrauf eine schönes Kräutersträusschen und das Ganze umgeben von einem Sud aus Buttermilch und Karottensaft. A part wurde ein knuspriges Röllchen mit geräuchertem Karottenpürée gereicht. Das fanden einige am Tisch ganz hervorragend, andere ganz schrecklich. Räucheraromen mag nicht jede/jeder.

Topinambur | Haselnuss

3. Gang -Topinambur-

Rauch Hollandaise
geröstete Topinambur Sauce
Topinambur Stampf
Birnen Gelee
Topinambur Chip
Haselnussmousse
Haselnusspesto
Topinambur Schaum

Dieses Gericht zeigte eine komplett andere Aromenwelt mit einer Art Haselnusspraline, die entfernt an Nutella erinnerte, welche auf einer im Schaum nicht sichtbaren grösseren Scheibe ruhte.

Kabeljau | Kapern
Weinbegleitung: 2023 Chardonnay “Leithaberg”, Wagentristl, Neusiedlersee, Österreich

4. Gang -Kabeljau-

Kabeljau gebeizt
Krustentier Glace
Krabben
Frühlauch fein geschnitten
Kapern Zitronen Sauce
Kapern frittiert

Hefekloß
Krabbenfüllung

Perfekt gegartes recht kleines Stück Kabeljau bedeckt mit einer Krustentiergelee-Scheibe, darauf Krabben und Kapern. Die umgebene Sauce war mir zu zitronig. Hier hätte ich eine klassische Bisque oder einen Krustentiertee bevorzugt – Geschmackssache.

Im vegetarischen Menü

Steckrübe | Zitrone

4 . Gang – Steckrübe-

Steckrübe geschmort
Steckrüben Stampf
Steckrüben Sauce
Meier Zitronen Segment
Zitronengelee
frittierte Kapern

Hefekloß gefüllt mit
Steckrüben Vanille Ragout

Raviolo I Kohlrabi

Raviolo gefüllt mit fermentierter Kohlrabi-Crème, Kohlrabischaum, Schnittlauch

Während an anderen Tischen ein Zusatzgang mit rote Beete serviert wurde, bekamen wir diese wohlschmeckende Kohlrabi-Kleinigkeit. Das wäre gar nicht nötig gewesen, war aber eine nette Geste.

Reh | SellerieSellerie | Walnuss
Weinbegleitung: 2018 Demoiselle Sociando Mallet, Château Sociando Mallet, Haut Médoc, Frankreich

5 . Gang -Reh-

Rehrücken
Selleriepüree
Walnuss kandiert
Walnuss Sellerie Praline
Sellerie Lack
Sellerie gehobelt
Apfel gehobelt
Liebstöckelstreifen
Selleriestreifen
Petersilienstreifen

Im Hauptgang wurde Rehrücken serviert. Dieser war ganz zart, hatte aber eine andere Textur als wenn er nur klassisch im Ofen gegart worden wäre. Ich vergass, nach der Garmethode zu fragen. Als Frucht-/Säurekomponente dienten die dünnen Apfelscheiben obenauf, die dort abwechselnd mit Sellerie platziert waren. Der Jus war gut, das Pürée fein. Der Sinn der kalten, recht grossen Wallnuss-Sellerie-Praline erschloss sich mir nicht.
Der Wein, ein klassisches Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit 10% Cabernet Franc passte gut dazu.

Im vegetarischen Menü

5. Gang -Sellerie- Sellerie Püree

Walnuss Mousse
Walnuss kandiert
Sellerie Terrine
Sellerie Püree
Walnuss Sellerie Praline
Röstjus

Hier wurde der Rehrücken durch eine gefüllte Sellerierolle ersetzt. Der Geschmack der dunklen Füllung erschloss sich so recht nicht.

Der Anfang vom Ende

Sanddorn | Petersilie

DAVE -Sandddorn-

Sanddornsorbet
Hirsesalat
Peterschaum
Nougatcreme
karamellisierte Quinoa
gepuffter Buchweizencrunch

Sehr schön frisches Pré-Dessert, in dem der “Peterschaum” nicht zu “petersilig” und das Sanddorn-Sorbet nicht zu sauer waren.

Mandarine | Quark

6. Gang -Mandarine-

Mandarinensorbet
Quarkmousse
Mandarinen Gel Füllung
Mandarinen Estragon Sud
Estragonöl

Mandarinen Krokant
gestockter Quark
geflämmte Mandarine
Kakaobutter-Sticks

Tolles Dessert rund um das Thema Mandarine und Quark. Gefiel der Mehrheit am Tisch sehr gut.

süßer Ausklang

Petit Four
1.
rechts
Sphäre gefüllt mit Bratapfel Crème und Apfelkompott
Crème Patissiere
Mürbteig
2. unten
Kaltes Rum Parfait
eingelegte Rosine
3. links
Praline Blaubeere

Dies war ein schöner Abschluss mit drei Kleinigkeiten, die etwas vom sonst Üblichen abwichen.

Fazit

Durch die richtige Wahl der Portionen geht man nicht übersättigt nach Hause. Die Küche ist leicht. Nicht alles gefällt jedem. Der Service ist aufmerksam, beim Wasser wurde beispielsweise gefragt, ob man bis zum Hauptgang jeweils eine neue Flasche bringen darf. Man wird geduzt.
Auch wenn es sich etwas versteckt, wird hier viel mit Selbstfermentiertem gearbeitet. Das ist nicht jedermanns Sache, kann es doch überraschende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Ich habe es zumindest hinterher gespürt.
Gegenüber unserem ersten Besuch ist eine klare Weiterentwicklung zu erkennen. Die Bewertung ist verdient.

Webseite des Restaurants: Zeik Hamburg: Fine Dining in Winterhude • Willkommen!

SOÏ 28 / Widder Restaurant Zürich

Besucht im Dezember 2025
Mittagessen
Bewertung: unbewertet/ Zwei Michelin Macarons

Dies war einer der ungewöhnlicheren Besuche in Restaurants dieses Jahr. Es gibt ja Arrangements, die sich Essern, die in der Fine-Dining-Welt nicht zuhause sind, nicht unbedingt erschliessen. Beispiele sind, Mittagessen und Abendessen an einem Tag in demselben mit drei Michelin-Macarons ausgezeichneten Restaurant einnehmen. Oder: Gibt es zwei Restaurants in einem Haus, wie im 100/200 oder im Tantris Maison Culinaire, das Menü in einem Restaurant essen und ein à-la-carte-Gericht aus dem anderen Restaurant dazubestellen. Oder: Nach Vorbesprechung mit dem Koch bereitet dieser Speisen für einen zu, die gar nicht auf dem aktuellen Menü stehen.
Wir nahmen an diesem Tag die Vorspeisen im neuen SOÏ 28 by Stefan Heilemann ein und wechselten dann über die Gass ins Widder Restaurant für den Hauptgang.
Das kam so: Wir wollten als Team zum Jahresende noch einmal essen gehen und reservierten im Soï 28, für das im Moment recht viel Werbung gemacht wird. Ich war schon länger nicht im Widder gewesen, auch weil wiederholtes Prüfen der Webseite kein Wildmenü und auch keinen “Königlichen Hasen” ankündigte. An beiden hatte ich Interesse. Darüber hatte ich mit dem Küchenchef in der Vergangenheit schon mal geredet. Ich schrieb ihm, um zum Jahresende Grüsse zu übermitteln, nicht ohne den Hasen und das Wild zu erwähnen. Und siehe da, er antwortete: “Den Hasen haben wir im Moment im Menü.”
Da reifte bei mir die Idee, ob man den Besuch im Soï nicht so modifizieren könnte, dass wir nur diesen Hauptgang danach im Widder einnähmen. Ich besprach dies im Widder bei einem Besuch spätabends nach einer Weihnachtsfeier vor und mir wurde signalisiert, dass dies kein Problem sei. Der Grundstein für ein grossartiges Mittagessen war gelegt.
Das Soï 28 in der Augustinergasse ist ein kleines Restaurant, das sich Asian Streetfood zum Thema gemacht hat. Um die Kompetenz des Chefs für asiatisches Essen etwas zu beleuchten, muss man Folgendes wissen. Eine Station im Werdegang von Stefan Heilemann war unter anderem die Schwarzwaldstube, seit Jahrzehnten eines der besten Gourmetrestaurants in Deutschland. Die Schwarzwaldstube hat eine Art Partnerhotel in Bangkok mit einem entsprechenden regional geprägten Restaurant. Schon seit langer Zeit findet ein Austausch der Köche statt und auch privat war der Chefkoch des Widders schon öfters in Südostasien. Eine gute Freundin von ihm aus Thailand kommt auch regelmässig für einen Monat nach Graubünden und kocht in einer Art Pop-Up Thailändisch.
Wie gut das Team vom Widder Gerichte aus dieser Aromenwelt kochen kann, haben wir ja schon beim gefüllten Steinbutt mit Fried Rice und Spicy Gurkensalat erfahren können.
Das SoÏ 28 ist nicht so gross und ich würde es im Zweifel nicht darauf ankommen lassen, hier einen Walk-in zu versuchen. Der Gastgeber ist locker, dabei sehr nett und gibt bereitwillig Auskunft, wie hier gearbeitet wird. Einer der Sous-Chefs aus dem Widder Restaurant steht mit in der Küche. Zutaten-Einkauf und Zubereitungstechniken sollen auf “Sterne-Niveau” sein. Wir starteten mit einem Non-alcoholic Aperitif und orderten, nachdem auch der letzte Gast angekommen war, einige Hauptspeisen, eine Portion Ramen und eine Beilage, alles zum “sharen”, wie es so schön Neudeutsch heisst.

Kalamansi Spritz
Bitter Lemon | kaffirlime | homemade kalamansi syrup

Sehr schön erfrischender alkoholfreier Cocktail, der die Geschmacksnerven optimal auf das vorbereitete, was da kommen sollte.

Thai Beef Salad
Beef from our own farm | lettuce | chili | Thai salsa | mint | coriander

Sehr interessanter Salat, der mit einer Vinaigrette in separatem Schälchen gereicht wurde. Herzhaft, scharf, saftig, knackig, frisch sind Attribute, die ich diesem Gericht zuordne. Die Korianderblätter habe ich rausgefischt und beiseite gelegt.

Balik Salmon Sashimi
Yuzu | soy | wasabi | pickled radish

Lachs von hoher Qualität wurde von Mayonnaise, Wasabi-Gel, eingelegtem Rettich, Radieschen-Scheiben, Bambusstreifen? und Sprossen-Microgreens begleitet. Dieses Gericht lebte von der exzellenten Qualität des Sashimis.

Crispy Eggplant
Homemade XO crunch | teriyaki sauce | crispy onions

Super-knusprige Auberginen-Streifen mit toller Panade, etwas Grapefruit als sauer, bitterem Gegenspieler zum Fettanteil des Gerichtes. Die Aubergine innen drin war weich und cremig. Drumherum kleinteiliger nicht näher zu identifizierender Crunch mit viel Umami. Würde ich immer wieder bestellen.

Soï 28 Ramen
Rich chicken broth | eggs from our own farm | egg noodles | Swiss chicken meatballs

Sehr geschmackvolles gut gewürztes Ramen Thai-Style und nicht Japanisch. Unterschied: Hühnerbrühe statt Dashi. Grosszügige Einlage mit Nudeln, Ei, Hühnerfleisch und Fleischklössen. So bekommt man Ramen wohl als Streetfood in Bangkok.

Fried Rice
Yellow Thai curry | jasmine rice | vegetables | egg | coriander | crispy Onions

Ich war sehr gespannt, ob dieser geschmacklich sehr von dem abwich, was wir als Beilage zum Steinbutt schon im Widder Restaurant gegessen hatten. Tat er nicht. Erstaunlich, es ist “nur” Bratreis und schmeckt so gut. Schreibe ich als eigentlich Nicht-Reis-Fan.
Nun wechselten wir ins Widder Restaurant und nach etwas Brot mit Aufstrichen wurde der besagte Hauptgang serviert.

French Hare
beets | blackcurrant | duck liver
Weinbegleitung: 2018 Amarone della Valpolicella, Riserva di Costasera, Azienda Masi, Veneto, Italien

Der Lièvre à la Royale oder auch Lapin à la Royale ist ein Klassiker der französischen Hochküche. Zum ersten Mal kam ich damit Ende 2022 in der l’Auberge Saint Laurent im Elsass in Berührung. Das Gericht gilt als Prüfstein für Spitzenköche, was Nachhaltigkeit, Anzahl der Arbeitsschritte, Beherrschen von unterschiedlichen Techniken und präzise Zubereitung betrifft, und erscheint deshalb nicht oft auf Speisekarten. Insbesondere die Zubereitung der mit Blut gebundenen Sauce Rouennaise ist sehr anspruchsvoll. Dazu passt die Aussage von Stefan Heilemann: “Wer diese Sauce perfekt zubereiten kann, der kann kochen.” Es gibt mit Hilfe moderner Küchentechnik aber Tricks, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.
Und wie hat es geschmeckt? Mir grossartig und meinen Lunchpartnern offensichtlich auch. Dieses Gericht ist etwas vom Intensivsten, was man als herzhaften Gang essen kann. Es ist etwas für fortgeschrittene Gourmets, und es besteht immer die Gefahr, dass jemand es nicht mag und speziell die Sauce von sich weist.
Hier wurde die Royale unten auf dem Teller mit einem milden roten Bete-Pürée, schwarzen Johannisbeeren für die Säure und Totentrompeten kombiniert. Die speckummantelte Royale wird mit einer Farce aus Hasenfleisch und Innereien gefüllt und langsam geschmort. Auf der Royale waren eine gebratene Entenleber und kurzgebratene Tranchen des Hasenrückens platziert. Ein Entenleberschaum und die besagte Sauce Rouennaise in einem separaten Kännchen komplettierten das Arrangement. Auf meinen besonderen Wunsch wurde uns noch ein wunderbares seidiges Kartoffelpüree dazu gereicht, das durch die Verwendung von Nussbutter geschmacklich enorm gewann. Zitat vom Tisch: “Die Sauce braucht es gar nicht. Das Kartoffelpürée allein ist schon super.”
Den Wein habe ich als Alternative zur Glas-weise Begleitung aus dem Menü ausgesucht, einem gereiften Cuvée aus Cabernat Sauvignon und Sangiovese. Der kräftige Amarone passte überaus gut zum Gericht und bot einen Trinkfluss, der dazu führte, dass wir die Flasche zu viert recht schnell leerten.

Süsses Finale
canelé | tonka bean | passion fruit
pistachio | marzipan | plum
„André’s banana split“

Zwei von dreien haben wie hier schon öfter gegessen. Ich meine, dass das Pistazien-Marzipan- Pflaumen-Sandwich neu war und noch dazu sehr gut. Bei einem Canelé kann man Fehler machen. Dieses hier ist nach wie vor perfekt von Geschmack, Texturen und Bräunungsgrad.

Fazit

Auch wenn dies nicht der letzte Restaurantbesuch dieses Jahr war, so betrachte ich es doch als sehr guten kulinarischen Abschluss.
Das Soï 28 ist wirklich etwas neues Innovatives für Zürich. Es ist ein legereres Angebot für den kleineren Geldbeutel. Allerdings wird hier mit einem Qualitätsanspruch gekocht, den man an anderen Orten in und um Zürich mit asiatisch geprägter Küche lange suchen muss. Bleibt das so, komme ich bestimmt öfter.
Wie immer war der Besuch des Widder Restaurants etwas Besonderes. Ich bin sehr froh, dass ich hier einen so guten Zugang gefunden habe. Das Schöne ist auch, dass wir immer sehr persönlich betreut werden und ich in den Gesprächen mit dem Küchenchef oft auch etwas lerne.
Es zählt natürlich hauptsächlich das, was auf dem Teller kommt und da wurden wir hier noch nie enttäuscht. Alles ist meisterhaft zubereitet und ein Hochgenuss.

Webseite der Restaurants:
Soï 28 – Widder Hotel – Zurich’s Luxury Hideaway
Widder Restaurant – Widder Hotel – Zurich’s Luxury Hideaway

Restaurant Hochzwei Langenau

Besucht im November 2025
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Nachdem wir vor einiger Zeit einmal im Seestern gewesen waren, fiel unsere Wahl diesmal auf das Hochzwei. Langenau ist nicht weit von Ulm entfernt und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Ulm aus erreichbar. Der Platz, an dem das Hotel gelegen ist, in dem sich das Restaurant befindet, bot genügend Parkplätze an, sodass die Anreise recht angenehm war.
Das Restaurant selbst war zu unserem Abendessen Mitte der Woche recht spärlich besetzt. Die Küche bedient aber noch andere Lokalitäten im Haus und eines der Restaurants sah recht gut besucht aus.
Die Menükarte bietet allerlei Optionen, darunter drei verschiedene Menüs. Man wird darauf hingewiesen, dass pro Tisch die Bestellung von bis zu zwei verschiedenen Menüs möglich ist, und davon machten wir auch Gebrauch. Während die Mehrheit sich für das sehr fair bepreiste viergängige Fischmenü entschied, nahm eine Person vier Gänge aus dem bis zu 6-gängigen Menü nach Empfehlung des Chefs.
Aus der Weinkarte war recht bald auch der passende Wein herausgesucht: Ein 2020 „Where Dreams Have No End“ Silvio Jermann | Chardonnay, Friaul, Italien, der sich als hervorragende Wahl herausstellte.
Ich hatte auch das Fischmenü und werde hauptsächlich dies beschreiben.

Brot
Los ging es mit fünf verschiedenen guten Brotsorten, die mit Salzbutter, Pfeffer und zusätzlich Salz und einer Gemüse-Crème mit vielen zusätzlichen Kräutern serviert wurden.

Amuse Bouche

Dieses Amuse Bouche wurde allen Personen am Tisch serviert.

Hummerschaumsüppchen
Kartoffel-Garnelenmaultäschle

Das Fischmenü begann mit diesem ganz hervorragenden Hummerschaumsüppchen, welches als Einlage einige Hummerstücke und eine kleine Maultasche hatte, die mit einer Garnelenfarce gefüllt war. Ein attraktives, mit Sepia-Tinte gefärbtes Tuile in Fischform und einige Micro-Greens rundeten das Gericht ab. Die Suppe war genauso, wie sie sein sollte: sehr gut ausbalancierter intensiver Krustentiergeschmack ohne Dominanz von Gemüse oder zugesetztem Alkohol.

Seesaibling
Blumenkohl | Ponzu | Birne

Seesaibling und sein Kaviar wurden begleitet von ausgestochenen Birnenkugeln, die für Frische sorgten. Ich notierte hierzu Blumenkohl hoch 3, kam er doch in drei verschiedenen Zubereitungen: als Pürée, frittiert und als Schaum. Ponzu, mit Zitrusaromen, Salzigkeit und Umami vom fermentierten Soja rundete dieses Gericht ab.

Atlantischer Seeteufel
Nordseekrabbe | Wilder Broccoli | Grünes Curry

Auf den Seeteufel war ich gespannt, definieren doch Qualität des Ausgangsprodukts und vor allem richtige Zubereitung den Genuss, den dieser Speisefisch bereiten kann. Um es vorweg zu nehmen, dieser war hier nur befriedigend, da die Konsistenz doch von den besten Gerichten, die ich davon bisher hatte, etwas abwich. Die Textur war etwas zu fest und die Stücke trennten sich nur faserig von dem Stück. Die übrigen Zutaten, Krabben, Püreé unter dem Fisch, Brokkoli- und Haselnusscrèmes, waren gut und auch die Aromen-Zusammenstellung mit dem Twist durch das grüne Curry mochte zu überzeugen.

Crème brûlée | Schokolade | Kokos | Exotische Aromen

Die als Hauptzubereitung angekündigte Crème Brûlée kam nur als “Nebenschale” auf den Tisch. Vor die Gäste wurde der als attraktiverer Eyecatcher fungierende Teller mit den exotischen Aromen platziert. Schokoladencrumble als Grundlage wurde überschichtet mit ausgelöffelter Passionsfrucht, Ananas und Kokosspalten und –Eiscrème.
Die Crème Brûlée war ohne Fehl und Tadel und kann nicht besser zubereitet werden, was Mundgefühl und Geschmack anbetrifft.
Damit war das Fischmenü auch schon beendet und ich gebe hier noch einige Eindrücke des eigentlichen Menüs wieder, das etwas kostspieliger ist, aber auch mehr “drumherum” bietet.

Menü by Hans Häge

Kleinigkeiten

Tartelette, Crustade und mit Käsecrème gefülltes Beignet mit Schinken

Wie im Fischmenü:

Amuse Bouche

“Vitello Tonnato 2025″
Kalb | Thunfisch | Blumenkohl | Eigelb | Ponzu

Recht innovatives dekonstruiertes Vitello Tonnato mit geflämmten Tranchen vom Thunfisch, Kalbstatar mit Eigelb vom Wachtelei, Blumenkohlcrème, Buchenpilzen und, ich nehme an, frittiertem Blumenkohl. Das mit Blumenkohlcrème geformte “Ufer” wurde am Tisch mit Ponzu gefüllt.

Kabeljau & Nordseekrabbe
Wilder Broccoli | Mandel | Grünes Curry | Dillblüte

Dem Hauptgang aus dem Fischmenü recht ähnlicher Fischgang mit Kabeljau als anderem Fisch und Mandel statt Haselnuss. Dillblütenöl als zusätzliche Komponente.

Hirschrücken
Radicchio | Rettich | Rote Beete | Brioche

Unabhängig, wie viele Gänge man sich aus dem Menü aussucht, war der Hauptgang zur Zeit unseres Besuchs immer Hirsch. Der Teller sieht in seiner Farbzusammenstellung von Rot- und Brauntönen sehr attraktiv aus, wie ich finde. Das Gericht spielt mit erdigen Aromen von der roten Beete und Bitteraromen vom Radicchio. Dazu wurde eine Brioche gereicht, die ich nicht im Bild festgehalten hatte. Die Tranche vom Hirschrücken sieht optimal zubereitet aus, war es wohl auch.

Pré-Dessert

Nach dem Hauptgang wurde ein Pré-Dessert serviert, zu dem ich nichts notiert habe.

Hibiskus & Griechischer Joghurt
Kaktusfeige | Kalamata Olive

Dessert mit Wow-Faktor – sehr schön angerichtet und dem Trend folgend, nicht alle Zutaten aus der Patisserie-Geschmackswelt zu nehmen (hier Olive). Hat dem Esser sehr gut geschmeckt.

Ohne Bild

Petit Fours

Mini-Canelé und eine Art Financier

Die Petits Fours, die auch nur einer am Tisch bekam, konnten nicht so überzeugen. Der Financier war recht trocken. Der Canelé zu klein, sodass aufgrund des ungünstigeren Oberflächen-Volumen-Verhältnisses die eigentliche Sensation dieser Petitesse nicht zur Geltung kam: Aussen knusprig karamellisiert, innen fluffig, cremig soll sie sein. Diese backe ich besser. Alternative: Grössere backen und vor dem Servieren durchschneiden und die Hälfte servieren, wenn es eine kleinere Menge sein soll.

Fazit

Trotz “Meckerns” auf hohem Niveau waren wir mit der Küchenleistung zufrieden. Einige Gäste am Tisch fanden es sogar besser als unseren Besuch im Seestern. Nächstes Jahr gehen wir dann vielleicht ins Bibraud.
Das Fischmenü hatte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir verliessen das Restaurant ausreichend gesättigt.
Aufgrund der geringen Auslastung konnte der Service sehr zugewandt agieren, sodass dies auch als tadellos zu beurteilen ist.

Webseite des Restaurants: Restaurant HOCHZWEI | Michelin-Stern Küche in Langenau

The Epicure Dolder Grand Zürich

Besucht im September 2025
Mittagessen
Bewertung: 24 Michelin-Macarons

Dieses Jahr war es für mich etwas anders als sonst, da wir von Anfang an zu Dritt an einem der Hochtische Platz gefunden hatten. Zwei konnten dann an den Stationen immer etwas holen, während die dritte Person die Plätze freihielt. Das aufwendig gestaltete Heft zur Veranstaltung, das etwa eine Woche vorher per Post ins Haus kam, hatte erstmals einen Barcode aufgedruckt, der per Link zu dem kleinen Programmheft führte, in dem man sehen konnte, was serviert werden sollte. Ich schlug deshalb eine Folge der Speisen vor, die erst die beiden vegetarischen Gerichte, dann Fisch und andere Meerestiere, anschliessend Fleisch und zuletzt das Dessert umfasste. Gleich nach dem Eingang gab es ein Glas Champagner und kleine vegetarische Snacks.

Z.B. Pilzrolle, Nacho-Cone und rote Beete Tartelette

07 ALAIN WEISSGERBER Restaurant Taubenkobel, Schützen, Austria
Creation: KING OYSTER MUSHROOM / HAZELNUT / CAVIAR
Wine: 2022 BORGO DEL TIGLIO, COLLIO RONCO DELLA CHIESA, FRIULANO, FRIULI, ITALY

Zweiteiliges Gericht mit Pilzessenz und einem Austernpilz, dessen Stängel mit Trüffelabrieb gefüllt war. Auf dem Pilz waren zwei verschiedene Crèmes, davon eine auf Haselnussbasis und Kaviar aufgebracht worden. Gutes vegetarisches Gericht mit viel Umami.

04 KIRK WESTAWAY Restaurant JAAN BY KIRK WESTAWAY, Singapore
Creation: GOLDEN HENS EGG / CHORIZO MARMALADE / TRUFFLE TOAST
Wine: 2020 MONCHIERO CARBONE, RISERVA VIGNA RENESIO, ROERO ARNEIS, PIEMONTE, ITALY

Mein Highlight an diesem Nachmittag. Am Boden ein Flan, darauf das wachsweiche Eigelb, eine buttrige, knusprige Toaststange mit Trüffelcrème dazu, weiche eingelegte Zwiebelringe, ein herzhafter Tuile und gebratener Chorizo-Speck. Himmlisch.

Snack: Krustentieressenz (ohne Foto)

03 CHRISTOPH RAINER Restaurant IKIGAI, Elmau, Germany
Creation: JAPANESE BOUILLABAISSE
Wine: 2020 HYDE & DE VILLAINE, CARNEROS, CHARDONNAY, NAPA VALLEY, CALIFORNIA, USA

Die Bezeichnung des Gerichtes fand ich etwas irreführend. Für eine Bouillabaisse hätten doch deutlich mehr erkennbare Krustentieren und Fische präsent sein müssen. Nichtsdestotrotz war das ein gutes Gericht, diese Jakobsmuschel mit Paprikarelish und Krustentieressenz. Eine grüne Crème am Boden des Tellers und auf der Jakobsmuschel hatte Koriander als Hauptbestandteil. Für mich wurde eine Alternative mit Queller (Salicornia)-Crème bereitet.

Snack: Hummer, Melone, Kresse und Koriander
Sehr gut. Die Korianderblätter habe ich herausgefischt.

05 MASSIMILIANO DELLE VEDOVE Restaurant Smoked Room, Madrid, Spain
Creation: SHRIMP FROM MOTRIL / BROWN BUTTER / YUZU KOSHO
Wine: 2022 RAFAEL PALACIOS, AS SORTES, GODELLO, GALICIA, SPAIN

The beauty lies in it’s simplicity! Dies hat mir ausserordentlich gut gefallen. Wie man mit nur wenigen Zutaten ein so hervorragendes Gericht kreieren kann, ist erstaunlich. Die Süsse der Garnelen harmonierte sehr gut mit den nussigen Aromen der braunen Butter, die mit der richtigen Menge an Salz versehen war. Das Gel und die Blüten trugen nicht viel zum Geschmack bei.

Snack: Kingfish, Edamame, Coconut

06 EERO VOTTONEN Restaurant Palace, Helsinki, Finland
Creation: VENDACE ROE / LAPPISH POTATO / NORDIC REMOULADE
Wine: 2019 DREISSIGACKER, WUNDERWERK, RIESLING, RHEINHESSEN, GERMANY

Einige Gäste fanden diese kalte Kreation mit Maränenkaviar zu salzig, andere waren davon begeistert. Dass das Pürée mit Kümmel aromatisiert worden war, habe ich gar nicht wahrgenommen. Für mich nur ein durchschnittliches Gericht.
Der gereifte Riesling dazu war allerdings sehr gut – mein Weinfavorit beim diesjährigen Event.

Snack: Lachs, Gurke, Radieschen

10 ERIC KRAGH VILDGAARD Restaurant Jordnær, Gentofte, Denmark
Creation: HAMACHI / PONZU / WASABI
Wine: 2015 DOM PÉRIGNON BRUT, CHAMPAGNE, FRANCE

Ich war enttäuscht, da es etwas sehr simpel war. Hat man die Bilder aus den Jordnaer-Berichten vor Augen, so weiss man, dass das Küchenteam hier erheblich mehr kann. Das Gelbschwanzmakrelen-Tatar war sicher von hervorragender Qualität, aber der Zitrus-Anteil im Ponzu war hoch, sodass die Säure etwas verhinderte, dies auch genussvoll wahrzunehmen.

Snack: Blumenkohl-Süppchen, Meerrettich, Nordsee-Krabbe, Röstzwiebel

01 DAVID ŽEFRAN Restaurant Milka, Kranjska Gora, Slovenia
Creation: CAVIAR / BEAR / BEETROOT
Wine: 2020 POLZ, RIED HOCHGRASSNITZBERG, SAUVIGNON BLANC, SÜDSTEIERMARK, AUSTRIA

Sehr schön anzusehendes Gericht mit ordentlich Kaviar, der ja gemäss Beschreibung auch die Hauptzutat dieses Gerichts war. Ich frage mich nur, wo der Bär geblieben war. Da ich das Gericht nicht geholt hatte, wollte ich hinterher das Kochteam befragen. Die Station war allerdings am Ende sehr schnell unbesetzt und die slowenischen Köche waren etwas schüchtern und nicht bei der After Lunch Party zugegen.

Snack: Crabcake (ohne Bild).
Dies war sehr salzig.

02 PASCAL STEFFEN Restaurant Roots, Basel, Switzerland
Creation: DUCK / RADISH / SHIITAKE / MISO
Wine: 2017 REMOISSENET, GEVREY- CHAMBERTIN, PINOT NOIR, BURGUNDY, FRANCE

Diese Melange erinnerte mich ein bisschen an ein Müsli. Viel Umami und ordentlich Crunch machten daraus ein Löffelvergnügen.

Snack: Shortrip und Eigelb-Sauce Gefiel mir sehr gut.

Für ein Gericht eines Drei Michelin Macaron Restaurant war dies doch sehr profan. Man könnte meinen, es handelt sich um Taiwan Street Food.

09 HEIKO NIEDER Restaurant The Restaurant, Zurich, Switzerland
Creation: WAGYU / PORCINI / ELDERBERRIES / PURPLE CURRY
Wine: 2022 JOSEPH PHELPS, CABERNET SAUVIGNON, NAPA VALLEY, CALIFORNIA, USA

Dies ist natürlich von den Zutaten eine Winner-Kombination, bei der man kaum etwas falsch machen kann. Das Fleisch war sehr gut, die Sauce hatte Tiefe und die Aromen der Beilagen passten gut dazu.

Snack: eine anderes kleines Fleisch Amuse Bouche Gericht, bei dem ich mich nicht erinnern kann, was es war.

11 LEWIS WILSON Restaurant The Ritz Room, London, Great Britain
Creation: THE RITZ SIGNATURE CHOCOLATE
Wine: 2016 GINI, RECIOTO DI SOAVE, COL FOSCARIN, GARGANEGA, VENETO, ITALY

Tolles Dessert, das alles hatte, was es für ein Spitzendessert braucht: Karamell, verschiedene Schokoladenzubereitungen, Vanille, Eiscrème, Crunch, Nuss.

Mini-Dessert: Aprikose, Getreide, Shiso

12 KALTE LUST ICE CREAM

Mango, Pistazie und eine dritte Sorte mit Amarenakirsche (ohne Bild)

13 ROLF BEELER Maître Fromager CHEESE
Von 9 Uhr gegen den Uhrzeigersinn: Robiola di Roccoverano, Brie Cru Blanc, Küntener Reblochon, Bergkäse Appenzell, Alp Lochhütte, 5-jähriger Alp Sbrinz; Mitte: Jersey Blue

Sehr schöne Käseauswahl

14 SIPS BAR Barcelona, Spain COCKTAILS

Ich hatte zwei Cocktails, die sehr wenig Alkohol enthielten.

Creation: Strawberry Swing – Volcan Blanco, Aperol, Spiced Strawwberry, Yuzu & Lactose Creation: Banana Bonanza – Coconut Water, Banana, Lime and Pineapple soda

15 NESPRESSO COFFEE

16 DAVIDOFF CIGARS

17 Late Afternoon Snack

Zu guter Letzt gab es ähnlich wie bei Hochzeitsfeiern, bei denen es einen Mitternachts-Snack gibt, diese sehr guten Pommes Frites mit Mayo, Speck und einem dritten Topping.

Fazit

Dies war wieder einmal eine in ihrer Gesamtheit sehr schöne Veranstaltung. Für mich konnten viele Gerichte trotz Zutaten hoher Qualität und grosser Namen nicht das halten, was sie versprachen.
Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr war es überraschend, wie schnell man an den einzelnen Stationen diesmal die Gerichte bekam.
Die Snacks von Heiko Nieders Team waren alle gut bis sehr gut und meiner Meinung nach von höherer Qualität als die Jahre zuvor.
Bei der Weinbegleitung liess man sich nicht lumpen. Viele tolle Weine waren dabei.
Stimmt Preis-Leistung? Gerade noch so. Wahrscheinlich bin ich aufgrund meiner Erfahrungen inzwischen zu verwöhnt. Für Gourmet-Unerfahrene ist dies sicher eine Spitzenveranstaltung.

Website des Events: The Epicure – Homepage

Restaurant 100/200 Hamburg

Besucht im August 2025
Mittagessen
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Normalerweise publiziere ich chronologisch. Den Bericht über dieses letzte Menü des Monats August ziehe ich allerdings vor. Geneigte Leser haben so noch die Chance, das bis Mitte Oktober erhältliche Menü zu probieren.
Der kulinarische Abschluss des Monats August sollte das 100/200 sein. Ich habe ja vor, alle vier Saisons im aktuellen Zyklus mitzunehmen. “Die Saison – Das Beste des Spätsommers”, wie das vegetarische Menü in den Monaten August/September/ Oktober heisst, ist nun die zweite davon. Ich hatte diesmal einen sehr schönen Tisch zwischen Fenster und Küche und konnte so manche Tätigkeit in der Küche beobachten. Ich beschränkte mich an diesem Mittag auf drei Gläser Wein, konnte aber dankenswerterweise jeden der begleitenden Weine probieren.

An der Showbar wird ein schön intensiver Tomaten-Tee mit geräuchertem Wacholder-Öl serviert. Man ist sehr stolz darauf, nun den eigenen Mascarpone hergestellt zu haben.
Es gibt neue fünf Einstimmungen.

Die Einstimmungen bilden die 5 Geschmacksrichtungen teils subtil aber treffend ab. Die rote Beete wird als Gelwürfel dargeboten. Die Tomate ist mariniert, angetrocknet und hat Kombu-Gel obenauf. Auf dem Kristallbrot befindet sich Kohlcrème und Shiitakepulver. Beim Salat hat man Radicchio verwendet, um das Bittere zu betonen. Gouda, Alge und braune Butter wurden für eine Brühe eingesetzt.

Brot und Butter

Schnittlauch-, Rosmarin- und Chili-Öl, aufgeschlagene Butter und Brot. Wie immer gut.

Als der Hauptteller dieses Gangs an den Tisch kam, scherzte ich, dass es etwas früh für ein Dessert sei. Dieser Teller könnte vom Aussehen her gut und gerne ein im Le Bernadin, New York, serviertes Karamelltörtchen mit Tahiti-Vanille-Eiscrème sein.
Das sehr edel aussehende Gericht bestand aus einer Artischocken-Tarte, einem Tomaten- Lorbeer-Eis und einer aufgeschnittenen vorwiegend grün aussehenden Tomate auf Fenchelcrème, Chili-Emulsion und mit ein wenig Estragon. Ich fand es schlicht sensationell. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, einem sei hier eine Entenleber-Crème untergejubelt worden. Dazu tragen natürlich Farbe und Textur der Tarte-Crème bei. Ich hatte den Eindruck, hier kam es auch gar nicht darauf an, den Geschmack der Artischocke perfekt herauszuarbeiten. Bei all den Versuchen von Foie Gras Ersatz, die ich in der Vergangenheit probiert hatte, wie z.B. Noix Gras, war dies hier die überzeugendste, auch wenn es vielleicht gar nicht die Absicht war. Die kandierte Haselnuss obenauf, das sehr intensive Tomateneis mit changierender Süsse und Umami-Aromen und die à Part servierte Spitzentomate mit ihren Begleitern machten für mich dieses Gericht zu einem klaren *** Gericht.
Der interessante Wein bekam, zusammen mit dem Gericht getrunken, noch einmal einen ganz anderen Twist.

Vichyssoise, Pomme Pavé
2023 Sauvignon Blanc Fumé Mosbacher, Pfalz, Deutschland

In der kalten Kartoffel-Lauch-Crème befanden sich ein Austernpilz, Tatar vom gebrannten Lauch und Lauchöl. Die sehr knuprige frittierte lange Kartoffelstange hatte Mayonnaise und Schnittlauch obenauf. Dieses klassische französische Gericht, das ich liebe und mich an die Zeit von Escoffier denken lässt, wird leider viel zu selten serviert und war hier optimal umgesetzt.

Bohne und Brot
Sangiovese Bakkanali Rosso, Grosseto, Toskana, Italien

Nach den feinen zwei ersten Gängen wechselte das Menü nun wieder in eine rustikalere typische Imbusch-Richtung. Das à Part servierte kleine geröstete Brot mit Rettich, Sellerie, Salat und einer Crème war noch filigran und offenbarte Frische, Säure, Cremigkeit und vom Brot herrührenden Knusper. Die Schüssel mit allem von der Bohne hatte dann ordentlich “Wumms”. Dazu trugen viel Umami, Raucharomen und ordentlich Salz bei. Unter anderem befanden sich unter dem Schaum Bohnencrème, gegrillte Bohnen und eine Soja-Gelscheibe. Der kräftige Wein weniger auf der fruchtigen Seite konnte damit gut mithalten.

Pilz, Pistazie, Paprika
2021 Abouriou Elian Da Ros Côtes du Marmandais, Aquitanien, Frankreich

Auch dieses Mal drehte sich der “Saison” Hauptgang um Pilz. Der Kräutersaitling war stark gegrillt worden, was ihm eine fast fleischige Struktur verlieh. Als Begleiter hatte er Paprika, Buchenpilze und sauer eingelegte Totentrompeten. Verschiedene Saucen komplettierten den Teller: Pistazie, Paprika und Bärlauch (dunkel). Die Bärlauchcrème war aus eingelegten Bärlauchknospen zubereitet worden. Dazu wurde ein vom Service so bezeichnetes “Wischbrot” gereicht, um die Reste der flüssigen Zubereitungen hinterher aufzunehmen.

Keine Änderung im Vergleich zum letzten Mal. Immer noch sehr gut.

Kakao, Crème, Kirsche
2011 Riesling Auslese “Goldloch” Diel, Pfalz, Deutschland

Simpel und gut. Die Worte des Service zitierend: Nicht Schwarzwälder Kirsch und auch nicht Tiramisu, aber irgendetwas dazwischen. Und darin: der eingangs erwähnte selbstgemachte Mascarpone, eingelegte Kirschen, darüber ein Schokoladenbiskuit und darauf ein Schokoladeneis mit etwas Fleur de Sel.

Butter ist dein Freund, Margarine will dich töten

Wie immer etwas zum Geniessen am Schluss: süss, salziges Brioche, Crème Chantilly auf Pralinencrème

Macarons

Lakritz, Himbeer, Zitrone

Haben uns zuhause gut geschmeckt. Textur war auch in Ordnung.

Fazit

Dieses vegetarische Menü gefiel mir noch einmal besser als das von meinem ersten Besuch im 100/200 vor einem Jahr. Der Mix aus typischen Imbusch-Gerichten wie Bohne und Brot, feiner französisch geprägter Küche wie das superbe Artischockengericht und die Vichyssoise und augenzwinkernden Klassikern macht hier den Reiz aus. Als wiederkehrender Gast etablierte sich inzwischen auch eine sehr gute Kommunikation mit dem Service inklusive den servierenden Köchen, sodass ich mit meinem Besuch rundum zufrieden war.

Website des Restaurants: Restaurant 100/200 – ausgezeichnet mit zwei Michelin Sternen. In Hamburg

Restaurant Orsini Zürich

Besucht im April 2025
Lunch
Bewertung: Ein Michelin-Macaron

Mein erster Besuch kurz nach der Neueröffnung Anfang letzten Jahres ist schon etwas her, den Plan, hier einmal zum Business-Lunch herzukommen, hatte ich aber nie aufgegeben. Heute wurde er umgesetzt. Mittags wird hier von Dienstag bis Freitag ein Business-Lunch von 2 oder 3 Gängen angeboten. Wer will, kann zusätzlich noch ein Dessert bestellen, welches dem aus dem grösseren Abendmenü entspricht. Wir entschieden uns für alle 3 Gänge aus dem dreisprachig (IT/DE/EN) beschriebenen Menü.
Das Restaurant war an diesem Mittag ausgebucht.
Zum Start kamen drei Snacks an den Tisch.

Piadina gefüllt mit schwarzem Rettich, hausgemachten Feta und selbst gesammeltem Bärlauch Poulet-Reis- Crisp mit Haselnuss und Bresaola
Panisse, Kichererbsen, Oliven, Camembert-Burrata, Trüffel
Die drei Snacks waren abwechslungsreich und alle gut bis sehr gut. Besonders gefallen hat uns das provenzalische Panisse, ein ursprünglich aus Ligurien stammendes mit Kichererbsenmehl bereitetes Gebäck, welches an den Tisch gebracht ein schönes “Bouquet” vom Trüffel verströmte.

Buchweizen-Sauerteigbrot, Rosmarin-Focaccia, handgerollte Grissini und phantastisches Olivenöl aus Sizilien

Alle drei Gebäcksorten waren von hoher Qualität und sehr wohlschmeckend. Vom Focaccia gab es reichlich Nachschlag. Das Olivenöl kannte ich schon vom vorherigen Besuch. Eine bessere Produktqualität des Öls kenne ich eigentlich nicht.

ASPARAGI VERDI
Bernaise al pistacchio e frittatina all’aglio Orsino
Grüner Spargel mit Pistazien-Bernaise und Bärlauchkrapfen

Dies war ein bemerkenswert guter vegetarischer Auftakt ins Menü mit saisonalen Produkten. Die Spargelstangen waren warm, somit von genau richtiger Temperatur und perfekt bissfest gegart. Auf ihnen befand sich die Sauce Bernaise, hergestellt mit sizilianischen Pistazien. Daneben befand sich eine Art Flan, an dessen Boden Bärlauch haftete und der mit einem mit einer Vinaigrette angemachten Salat aus dünnen Spargelstreifen bedeckt war. Das gab dem Ganzen eine knackige Komponente. Sehr gut!

RISONE
Con bisque di corostacei, peperoni friggitelli e salsa al corallo di astice
Risone mit Muschelbisque, gebratenen Paprikaschoten und Hummer-Corail-Sauce
Weinbegleitung: 2022 Borgo del Tiglio, Sauvignon Blanc, Friaul, Italien

Auf den Zwischengang waren wir wegen der Meeresfrüchte-/Krustentierkomponenten sehr gespannt und wir wurden nicht enttäuscht. Zuerst einmal nahmen wir den betörenden Geruch der Hummer-Corail-Sauce obenauf wahr. Dieses Löffel-Pastagericht war fein ausbalanciert und alle Zutaten ergänzten sich ideal. Davon hätten wir glatt noch einen zweiten Teller verputzt. Bemerkenswert vor allen die gute Einbindung der süssen Frigitelli Paprika. Paprika kann in einem Gericht ja sehr dominant sein, war es hier aber nicht.

POLLO ARROSTO
Con cipollotto marinato, salsa allo zafferano e menta
Gebratenes Hähnchen mit marinierten Frühlingszwiebeln und Safran-Minz-Sauce

Das Hauptgericht liess uns mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Gut: Geschmack und Textur des Huhns. Dieses war sehr zart. Auch die Sauce gefiel uns sehr gut. Diese war eher ein klassischer Hühner-Jus. Safran, Minze und Koriander waren nicht sehr präsent. Hauptproblem war hier die Temperatur. Was beim ersten Gang optimal war, gelang hier überhaupt nicht. Das Huhn kam nicht warm genug an den Tisch. Die “Contorni” Schwarzwurzelcrème und marinierte Zwiebel wollten für mich auch nicht so recht passen. Ich verstehe die Intention, etwas Säure als Gegenpol zu den Umami-Aromen auf den Teller zu bringen. Ich hätte wahrscheinlich einen kleinen Salat in einer Satellitenschüssel dazu serviert. Das Gericht war nicht schlecht, könnte aber optimiert werden.

Canolo gefüllt mit Crème von der schwarzen Zitrone
Schokoladenpraline mit Erdbeer-Schokoladen-Ganache
gekühltes Limoncello-Gelee

Zu einem Dessert konnten wir uns nicht durchringen, zum recht teuren Kaffee gab es dann einige Mignardises.
Am Canolo war das Beste die sehr knusprige Gebäckrolle. Die Crème-Füllung war vom Geschmack indifferent und hatte eine etwas körnige Struktur.
Die Praline war gut, deren Füllung hatte einen fruchtigen Touch, die Geschmacksrichtung konnte ohne die Erläuterung zuvor nicht erkannt werden.
Sensationell fanden wir das Limoncello-Gelee. Dies gab im Mund aufgewärmt deutliche Limonen- und sogar Alkohol-Noten frei.

Fazit

Wir haben sehr gut gegessen. Wie ich erwartet hatte, war dieses Mittagessen vom Konzept her doch sehr unterschiedlich von dem vor einigen Wochen im Eden Kitchen & Bar. Bis und mit dem Zwischengang waren wir begeistert. Hauptgang und Mignardises hatten etwas Optimierungspotential.
Die Stimmung hier ist sehr angenehm. Dazu trägt auch der zugewandte, freundliche Service bei.
Es gibt keinen Grund, hier nicht wieder herzukommen.

Webseite des Restaurants: ORSINI Italian Fine Dining | Mandarin Oriental, Zurich

Gabriel Kreuther New York

Visited in February 2025
Dinner
Rating: Two Michelin Macarons

Restaurant Gabriel Kreuther is one of the few high-profile restaurants in New York that doesn’t yet operate a chargeable tock or other reservation system where you have to pay the full menu price at the time of booking. What’s more, it’s open on Mondays and also allows reservations for individuals.
I originally wanted to go to Atera, but there was nothing available when the reservation window opened, so I could only put my name on a waiting list. Less than 24 hours before this dinner, a seat actually became available. Of course, it was too late to cancel the reservation at Gabriel Kreuther.
The restaurant was within easy walking distance of my hotel. I had a seat in the left-hand section of the restaurant, from where I could see the kitchen behind a large pane of glass. They offer a 3- or 4-course multiple-choice dinner menu and a longer chef’s tasting option. Three courses would have been enough for me tonight.
I had studied the long wine list in advance and opted for half a bottle of Chardonnay 2022 JJ Vincent “Marie Antoinette” Pouille-Fuissé.
Gabriel Kreuther, a native of Alsace who was not present that evening, has a long culinary history in New York, having previously worked at Jean-Georges and then at The Modern before opening his own restaurant in Bryant Park. He has also already published a beautiful, heavyweight cookbook.

Bread and spread

It started with a warm, very fragrant Gugelhupf, which included miso and chives. It was served with a kind of quark cream, which I didn’t find very suitable with its acidity. The bread could also be enjoyed without a spread.

Snacks

Five small snacks were served beforehand. I started with the glass, continuing counter- clockwise.
The glass contained a cold maple miso Combucha. This was fruity and tart, refreshing and therefore an ideal start.
A mushroom mole hushpuppy with pine nuts and meringue, flamed at the table, was quite sweet and dry.
Then I had the impeccable fresh oyster, which was quite bitter with its watercress and Mimolette condiments.
Between two Herbes de Provence crackers was classically seasoned beef tartare with dried egg yolk on top – very good.
Finally, there was a mint mochito praliné with white chocolate, which played with the contrast of acidity and fruit on the inside and sweetness on the outside.
The snacks were therefore quite ambivalent. I generally don’t like sweetness to start with.

Sturgeon & Sauerkraut Tart
applewood smoke • sabayon • imperial kaluga caviar

The first course I chose was a signature dish from Gabriel Kreuther. The ingredient sauerkraut is certainly due to his Alsatian origins. The dish came to the table with a glass cloche, which released applewood smoke as soon as it was lifted. A three-layered larger crispy tart had the sturgeon in the middle, surrounded by mild sauerkraut and covered with a sabayon. On top, there was Imperial caviar and chives. The smoke was just an effect at the beginning, smoke flavors were not present in the dish. The textures were entertaining and the temperatures were just right. It tasted very, very good and I would want to eat it again.

Grilled East Coast Diver Scallop
badger flame beets • horseradish foam • salmon roe

The main course was supposed to follow, but the kitchen sent another intermediate course as a compliment, namely scallops. A bigger scallop had been grilled and then sliced and rested on a bed of beets. It was surrounded by a shellfish horseradish foam. A sauce with salmon roe and chives was served at the table. This worked well in combination. The scallop itself and especially the end pieces were quite firm, but not unpleasantly so.

Hay Smoked-Two Week Aged Hudson Valley Duck Breast
roasted salsify • aji pepper glaze • hazelnut jus

The main course was served with a different type of bread, namely sourdough bread with good butter. The duck breast had been dry-aged for two weeks, roasted and smoked with hay. The quality of the breast was perfect and the preparation, which resulted in crispy skin and tender meat, was also faultless. A breaded praline was prepared from the confit leg meat. The main garnish was a stick of salsify alongside chicory and physalis slices. Celery and aji pepper puree and a hazelnut duck jus added to the enjoyment. I really liked this main course.

Ube Pearl
spiced passionfruit & banana • ube granita • milk chocolate brownie

The dessert looked quite spectacular. Keen readers of my blog already know that I love this kind of thing. Here, a blown sugar sphere was enthroned on a granité of the same color. The base of the sphere was a milk chocolate brownie with pieces of banana in the sphere surrounded by a slightly spicy passion fruit cream. It tasted very good.

Petits fours

Clockwise from bottom right:
Cream cheese bergamot kumquat confit tart was quite acidic.
Tiramisu and chocolate ganache pralinés – good
Cheesecake and cheesecake/coffee macarons. The last one more exciting in taste. Both could have been a little crispier. Again, they had obviously not been stored optimally.

Conclusion
Classic French cuisine with a few modern twists is served here. It reminds me a little of the cooking style at Daniel. The products are perfect, the preparations are sometimes elaborate but always impeccable, and the combinations are perfect. The influence of the chef’s origins is palpable. The important thing: the plates didn’t just look good. With a few exceptions, everything tasted good. The service was attentive and professional, and the atmosphere in the restaurant was very pleasant.

Website of the restaurant: Gabriel Kreuther Restaurant