Besucht im Juni 2026
Mittagessen
Bewertung: ein Michelin Macaron
Ein Abflug vom Flughafen Basel, der bekanntermassen in Frankreich liegt, ergab die Gelegenheit, ein Mittagessen in der Auberge de Saint-Laurent einzunehmen. Das Restaurant liegt grob zwei Autobahnabfahrten vom Flughafen weg.
Am Vortag kontaktierte uns das Restaurant und fragte an, ob wir wirklich kommen wollten. Grund: wegen der grossen Hitze kann nur innen serviert werden und die Kapazität der Klimaanlage sei begrenzt. Wir entschieden uns, trotzdem zu kommen.
Das Restaurant machte tatsächlich einen halbleeren Eindruck. Sonst ist es fast immer ausgebucht.
Wir bestellten je eine Vorspeise und ein Hauptgericht à la carte und ich verließ mich für zwei Gläser Wein auf die Empfehlung des Sommeliers.
Es ging dann recht zackig los mit Snacks.

Reissoufflé – Maiscracker mit Popcorn – Süsses Gebäck mit Zucchinicrème
War eine recht trockene Angelegenheit, die Variation vom Mais war noch das Interessanteste der drei. Die Süsse des Gebäcks unter der Zucchinicrème fand ich unpassend.
Nicht weiter erwähnenswertes Brot kam auch an den Tisch (kein Foto)

Aubergine und schwarzer Knoblauch, warmes Laugenbrötchen
Der Vorspann wurde mit einem Amuse Bouche abgeschlossen, was nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Weinbegleitung: Valentin Zusslin, Au’Rigine, Auxerrois, Elsass, Frankreich
Dieses Gericht war als kalte Vorspeise konzipiert. Es war vielleicht ein Fehler, weißen Spargel so spät im Jahr zu bestellen. Die Textur war OK aber der Spargel schmeckte ungewöhnlich flach, d.h. die Geschmacksintensität fehlte.

In einem Bleiglas-Pokal wurde dazu eine Bouillabaisse serviert. Das Gericht war technisch gut umgesetzt. Die Tomatenmarmelade hatte die Konsistenz einer weichen, kernfreien, abgezogenen, getrockneten Tomate.


Weinbegleitung: 2025 Domaine de Sarrins, Blanc de Rolle, Provence, Frankreich
Mit meinem Hauptgericht war ich sehr zufrieden. Auf dem ersten Bild ist die Temperatur im Gastraum ein bisschen zu sehen. Obwohl das Erbseneis erst am Tisch auf den Teller gebracht wurde und ich mich nicht lange mit dem Fotografieren aufhielt, war es schon halb geschmolzen. Die Kombination Hummer-Erbse passt gut, obwohl man meinen könnte, dass zweimal Süßanteile vielleicht zu viel wären.
Auch die Satellitenschüssel mochte sehr gefallen.
Die südfranzösische Traubensorte Rolle ist eine Variation des italienischen Vermentino. Auch dieser Wein passte hervorragend zum Gericht und hat mir gut geschmeckt.

Das Fleisch war von hervorragender Qualität, die Garpunkte waren ideal getroffen. Pfifferlinge trugen noch mehr Umami bei, die Jus war fantastisch. Erdäpfelflutes sind die elsässische Variation von Kartoffelgnocchi.

Mein exotisches Dessert kam zweiteilig. Während auf dem großen Teller mit Passionsfrucht und Curry anregende Säure und Erdigkeit dominierten, offenbarte die Schüssel mit Mango-Tatar und Kokosschaum eher die süße, milde Seite des Desserts. Das hat mir gut gefallen.

Meine Lunch-Partnerin überliess mir ein Kalbsmedaillon der Hauptspeise, um noch Platz für dies zu haben. Das hat sich für sie voll gelohnt, war sie doch sehr begeistert von diesem Schokoladentraum.

Sablé mit Erdbeere
Buchweizentartelette mit Rhabarber
Im Hintergrund: dunkler Financier mit Mandel und Haselnuss Karamellisierte Mandeln und Haselnüsse
Die vier Mignardises zum Abschluss schlossen sich qualitativ nahtlos an die Desserts an, d.h. waren sehr gut.
Fazit
Nach etwas schwachem Start und mittelmässigen Vorspeisen konnte die Küche dann mit Hauptgerichten und Desserts doch überzeugen.
Sprachlich war es etwas schwierig, aber wir konnten die Kommunikation letztendlich doch meistern.
Das Serviertempo war hoch. Man hatte den Eindruck, man wollte die Gäste im halbleeren Restaurant schnell loswerden.
Weinempfehlung war spitze.
Webseite des Restaurants: Restaurant 1 étoile Sierentz, Alsace · Auberge Saint Laurent















































































































