Besucht im Oktober 2023
Mittagessen
Bewertung: Drei Michelin Macarons
Auf dem Rückweg aus den Ferien im Veneto machten wir einen Stop zum Mittagessen im Da Vittorio. Ich hatte Orecchia Di Elefante Valdostana vorbestellt und somit vorher festgelegt, dass wir hier à la Carte essen werden. Ausserdem hatte ich mich vorher versichert, dass der Hund mit ins Restaurant darf. Unsere Ankunft gestaltete sich etwas chaotisch, da es zu diesem Zeitpunkt in Strömen regnete. Schliesslich hatten wir dann im hinteren dunkleren Raum des Restaurants Platz gefunden und erste Snacks wurden gereicht. Für den Hund stand schon ein mit Wasser gefüllter Napf bereit.

Eine mit Kürbiscrème gefüllte und Limetten-Gel und Abrieb dekorierte Gebäck-Kugel

Ein, wie ich fand, sensationell gearbeiteter und schmeckender Korallenchip mit Shrimps, Feige und Lachskaviar

Und für die nicht Krustentieresser ein mit Gorgonzolacrème gefüllter Macaron.
Um den Gästen Bestelloptionen aufzuzeigen, wurde eine Kiste mit weissen Trüffeln aus Umbrien am Tisch gezeigt, die einen intensiven Duft ausströmten.

Anschliessend bekamen wir die Menükarten und wurden nach einiger Zeit vom Maître de l’Hôtel gefragt, ob wir uns für eines der Menüs entscheiden wollten. Das wunderte mich dann doch, dass die Kommunikation im Hause offenbar nicht reibungslos ist, hatte ich den Hauptgang doch schon vorbestellt. Ich wies darauf hin und nach kurzem Austausch mit dem Service bestellten wir als Vorspeise eine Portion Paccheri Vittorio Style, ein Risotto mit Fleisch und einen weiteren Klassiker dieses Hauses: Gran Fritto Misto.

Trockene hausgemachte Brotspezialitäten wurden an den Tisch gebracht.
Nun wurden wir gefragt, ob der Hund schon gegessen habe. Falls nicht, könne man für ihn eine Portion Fleisch vorbereiten. Nach einiger Überlegung stimmten wir dem zu, uns fragend, was da wohl kommen möge. Hier kennt man sich mit Hunden offensichtlich aus, denn was serviert wurde, war allerbestes gekochtes ungewürztes in kleine Stücke geschnittenes Hühnerfleisch, das der Hund sehr mochte und am liebsten gleich alles verputzt hätte.
Nach einiger Zeit wurden dann die Vorspeisen serviert. Von den Paccheri habe ich diesmal keine Fotos gemacht. Diese kann man sich im Bericht vom Frühjahr anschauen. Bemerkenswert ist hier noch, dass auch wir anderen Gäste am Tisch eine kleine Portion zum Probieren bekamen. Meine Tochter befand, dass ihr ein ähnliches Gericht besser schmeckt, das ich manchmal zuhause zubereite.

Das Risotto mit sautiertem Porée, Ochsenschwanz und Taleggio-Käse stellte für sich allein genau wie die anderen Vorspeisen eine schon sattmachende Portion dar.
Ich mag Fritto Misto sehr, so wie es hier zubereitet wird, habe ich es noch nie bekommen.

Die Qualität der Zutaten und die Zubereitung waren perfekt. Um einen Turm aus Kartoffelstroh, der mit zunehmender Dauer des Essens eher zu einem schiefen Turm wurde, gruppierten sich in dünnem Teig frittierte kleine Fische, Tintenfische, Shrimps, eine grössere Garnele, Zucchini, gelbe und rote Paprikastreifen, Ananas und Basilikumblätter. Dazu wurde auf einem Porzellan-Löffel eine mit Thymian und Basilikum aromatisierte leichte Avocadocrème serviert.
Anschliessend kam die Dame mit den Brotspezialitäten an den Tisch.

Alle drei Sorten waren auf ihre Art sehr gut, besonders zu begeistern vermochte der fluffige “Donat” mit dem Tomatenauge.
Schliesslich wurde die Hauptspeise serviert.

Liebhaber von Cotoletta a la Milanese oder Wiener Schnitzel kommen hier voll auf ihre Kosten. Qualität des Fleisches und der Panade, Dicke, Gar-Grad und Beilagen: hier Tomaten und Kartoffeln auf der einen Seite und Kochschinken und Käse auf der anderen Hälfte sind für mich perfekt.

Weinbegleitung: Rotwein Valtellina Superiore Riserva Sassella 2016
Es ist einfach eine riesige Portion, welche nach den Vorspeisen nicht zu bewältigen ist. Wir assen nur einige wenige Stücke zum Probieren und nahmen den Rest mit nach Hause. Dort konnte es im Ofen bei 80 °C für 15 bis 20 Minuten gut auf Temperatur gebracht werden ohne trocken zu werden und mundete uns vorzüglich, fast noch besser als im Restaurant.
Für ein Dessert war natürlich auch kein Platz mehr, aber im Da Vittorio geht man selbstverständlich nicht ohne etwas Süsses nach Hause.
Es gibt das Cornet gefüllt mit Vanillecrème und Haselnuss und ein Stück Columba, eine Art Panettone, vom Wagen mit dem Karussell (siehe Bericht vom Frühjahr) und anschliessend wird der Süssigkeitenwagen aufgefahren.

Wir nahmen zwei Digestif-Pralinés aus der oberen Sektion: Bergamotte und Limoncello vor Ort und aus der unteren Sektion Creminos und Gianduja (die Silber und Gold eingepackten) mit nach Hause.
Fazit
An der Qualität der Speisen gibt es überhaupt nichts zu bemängeln.
Man wird in der à la Carte Sektion darauf hingewiesen, dass für die beste Erfahrung eine Bestellung von mindestens zwei Gängen erforderlich ist. Im Falle der Gerichte für zwei Personen und mehr ist dies meines Erachtens einfach zuviel. Irritierend war bei diesem Besuch der nicht ganz perfekte Service zu Beginn, aber das kann ich verschmerzen. Erstaunlich fand ich noch, dass auch in einem Restaurant dieser Klasse ein Coperto berechnet wird.
Webseite des Restaurants: Brusaporto Restaurant












































































































































