Ji Pin Court Shanghai

Besucht im November 2023
Abendessen
Bewertung: Zwei Michelin Macarons

Ji Pin Court ist das höchstbewertete von 15 Restaurants, die mir der Guide Michelin unter bestimmten Suchkriterien in Xuhui anzeigte, einem Distrikt in Shanghai. Die Beschreibung im Michelin klang verlockend, ist das Restaurant doch in einer historischen Villa im French Concession Teil von Shanghai beheimatet. Die Möglichkeit, in diesem Restaurant mit kantonesischer Küche über Chope zu reservieren, brachte mich schliesslich dazu, eine Reservierung zu tätigen.
Eine Anfrage per Email wenige Tage vorher, mir doch die Speisekarte als PDF zu schicken, blieb unbeantwortet.
Bei Ankunft am Gebäude wurden wir in den dritten Stock geleitet und konnten allein in einem Raum mit etwa 8 Tischen Platz nehmen. Seitlich befanden sich Separees, die alle besetzt zu sein schienen. Erklärung dazu, siehe “Shanghai Reisevorbereitungen“. Im Gastraum konnte man über einen grossen TV-Monitor den Köchen bei der Arbeit zusehen. Nach der Abfrage der bevorzugten Wassersorte wurden uns die Speisekarten gereicht. Neben zwei Menüs, die allerdings mindestens einen Tag vorher vorbestellt werden mussten, wurde eine umfangreiche à la Carte Auswahl angeboten: Vorspeisen, BBQ Spezialitäten, Abalone & getrocknete Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch und Dessert. Unter den Speisen befand sich die ganze Bandbreite chinesischer Spezialitäten inklusive Haifischflossen- und Vogelnest-Gerichte. Eines der Haifischflossengerichte im ersten Menü war mit RMB 6680 bepreist, was etwa 850 Euro entspricht. Dies ist schon aus ethischen Gründen nichts für mich. Ob der überwältigenden Auswahl liessen wir uns von der nicht sehr gut Englisch sprechenden Servicekraft beraten. Der Herr wies darauf hin, dass fast jeder Gast hier das mit Honigsauce glasierte BBQ Schwein bestellt, was ich daraufhin auch tat. Das knusprige salzige Huhn sollte auch gut sein, also bestellt. Bei den Hauptgängen stöberten wir beide in einer Sektion mit Produkten, die es so in Europa wohl nicht oft gibt: Abalone (= Seeohr) & getrocknete Meeresfrüchte. Mein Dinnerpartner entschied sich für ein Gericht mit Abalone. Ich wollte Seegurke probieren. Wir bestellten noch einen alkoholfreien Hausdrink, der sich als Heissgetränk herausstellte und eine kleine Flasche 2017 Skalli Terroir Littoral Chardonnay, Frankreich.
Nun denn, in der Folge wurden etwas unkoordiniert fast gleichzeitig die verschiedenen Gerichte an den Tisch gebracht. Zuerst das Gericht mit Schwein (warm), dann das Muschelfleisch (kühl), nachfolgend das Huhn (kalt) und etwas später die Hauptgerichte unter hübschen Porzellancloches (warm). Inzwischen kümmerte sich ein sehr viel besser Englisch sprechender netter junger Mann um uns.

Crispy Salty Chicken

Dieses Huhn war alles, nur nicht knusprig. Es handelte sich hier um einen Berg fast sorgfältig von Knochen und Knorpel befreite Hühnerbrust, die oberen Stücke mit Haut, sparsam dekoriert mit einer Radieschenscheibe, zwei Erbsen, einer Blüte, einem Kräuter- oder Gewürzzweig und fünf Tupfen Sauce. Bis auf einen Bissen zum Probieren blieb dieses Gericht unberührt und wurde uns hinterher als Take Away mitgegeben. Das Hühnerfleisch war intensiv und auch ordentlich aber nicht übermässig gesalzen.

Clam Meat in Wasabi Sauce

Dieses Gericht war dann definitiv ein anderer “Schnack”, wie wir Norddeutschen zu sagen pflegen. Allerbestes, sehr frisches mit wenig wirklich scharfer Wasabi-Sauce benetztes Muschelfleisch war attraktiv auf und um kühle Gurkenstäbchen drapiert. Nahm man das Muschelfleisch zusammen mit der Gurke, stellte sich eine feine Balance ein, die Schärfe wurde abgemildert. Es braucht so wenig, um Hochgenuss zu erzeugen. Ein wunderbares Gericht.

Als schon einige Gerichte auf dem Tisch standen, wurden karamellisierte Cashewnüsse an den Tisch gebracht. Diese waren gut.

Ji Pin Honey Sauce Char Siu Pork

Char Sui Schwein ist hier relative populär und wird in verschiedenen Varianten angeboten. Dies hier war einfach optimal. Man hatte vor der Bestellung nicht zu viel versprochen. Das Fleisch hatte einen dichten Geschmack, eine knusprige Grillkruste und Grillaromen, war ultrazart, hatte das richtige Verhältnis von Fleisch und dem Geschmacksträger Fett und war dazu noch mit einer sehr guten Sauce lackiert, die wiederum das richtige Verhältnis von Salz, herzhaft und Süsse bot. Man muss sich das als allerbeste entbeinte Spare Ribs ohne die Faszien vorstellen. Dies war eines der besten Gerichte vom Schwein, das ich je gegessen habe.

Braised Sea Cucumber in Abalone Sauce

Viele werde vor einem solchen Gericht wohl zurückschrecken. Wie schmeckt Seegurke? Sie ist hier hauptsächlich – geschmacklos. Der Star auf diesem Teller, auf dem sich dazu nur noch der untere zu einer Rose geschnitzte Teil eines Pak Chois befand, war die Sauce. Aber zurück zur Seegurke: Die Seegurke ist innen hohl und hat in dieser Zubereitungsweise etwa die Konsistenz eines sehr weichen Gummibärchens. Zu dem Gericht wurde eine kleine Schüssel mit Reis gereicht, mit dem Hinweis, man möge damit die Sauce aufnehmen – also Reis statt Brot. Die Sauce war dicht, herzhaft mit maritimen Geschmacksnoten, einfach top. Noch dazu wurde ohne Nachfrage mehr von diesem Elixier in einem Kännchen an den Tisch gebracht.

Braised Dried Abalone (15 Head) in Chef’s Oyster Sauce

Mein Dinnerpartner hatte diese relativ grosse Abalone, die gemäss seinen Aussagen auch ganz hervorragend war. Sie wurde noch von einem angedämpften Romanesco begleitet.

Mango Pomelo Sago

Nachtisch ging auch noch. Diese süsse recht flüssige intensiv nach Mango schmeckende Zubereitung hatte Sagoperlen als Einlage. Den Kontrapunkt zur Süsse setzten Teile vom Pomelofilet. Geschmacklich gut, hätte ich mir hier texturell ein bisschen mehr Bindung gewünscht. Mehr gequollener Sago hätte dafür wohl gereicht.

Strawberry Panna Cotta

Ich hatte mir hier etwas mehr erwartet, aber es mir ja denken können. Die Teller vorher waren sehr reduziert angerichtet, wie ich es auch mag. Deshalb kam hier ein kleines Schälchen mit einfacher guter Panna Cotta mit Erdbeerkompott. Dies war so gut wie so etwas halt sein kann.

Fruits

In China ist es üblich, zum Abschluss eines Essens einen Früchteteller an den Tisch zu bringen. Ich unkte schon rum, dass die gute Erfahrung mit für dieses Level inadäquaten Früchten getrübt werden könnte, aber weit gefehlt. Es wurden schöne, gereifte und von der Textur akzeptable Exemplare folgender Früchte serviert: Wassermelone, gelbe Melone, weisse Traube, Pflaume und frische Jujube (= chinesische Dattel).

Fazit
Wir genossen ein Abendessen mit interessanten Produkten und überwiegend sehr guten Zubereitungen. Die reduzierten Teller gefielen mir, die Qualität der Ausgangprodukte überzeugte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem Restaurant zwei Michelin-Macarons attestieren würde. Im Vergleich zu anderen, rangiert es sicher am unteren (linken) Rand der Bandbreite. Service war etwas holprig, verbesserte sich aber im Lauf des Abends. Wert hierhin zu gehen war es allemal.

Webseite des Restaurants: keine; auf Chope: Ji Pin Court | Chope – Free Online Restaurant Reservations

Mehr Berichte von meiner Shanghai-Reise sind hier verlinkt: “Shanghai Reisevorbereitungen

Shanghai Reisevorbereitungen

Geht man als Gourmet auf längere Geschäftsreise, noch dazu in ein für uns Europäer exotisches Land, in das man nicht so oft kommt, dann soll selbstverständlich das Kulinarische nicht zu kurz kommen.
Hierbei muss man eine Balance finden zwischen den üblichen Geschäftsessen, die im Prinzip jeden Abend stattfinden können und dem Besuch von “besonderen” Locations, welche sich vom Geschmack und Budget nicht für jeden Geschäftspartner eignen.
Die Essensgewohnheiten sind in China ja anders als bei uns in Europa. Gängig sind Essen in Séparées mit rotierender Scheibe in der Tischmitte, das Bestellen von recht vielen Gerichten und jeder kann dann nehmen, was und wieviel er will.

Drehtisch mit 8 Gerichten (Man beachte die Zahl und das war nur der Anfang!)

Auch das mit dem Reservieren ist so eine Sache. Der Guide Michelin listet in Shanghai beispielsweise zwar viele, darunter momentan, Ende 2023, 51 mit einem Macaron ausgezeichnete Restaurants. Eine grosse Anzahl davon hat aber gar keine Website, sodass man sich kein Bild von dem machen kann, was einen bezüglich Menü und Preisen erwartet. Reservierungen kann man grundsätzlich per Telefon tätigen, oft gibt es aber eine Sprachbarriere. Diejenigen, die eine Online-Reservierungsmöglichkeit haben, funktionieren meist über Chope, welches vergleichbar ist mit opentable oder The Fork. Hier tut sich dann das nächste Problem auf: Als Kontaktinformation lässt sich keine Schweizer oder Deutsche Telefonnummer eingeben. Die auswählbaren Ländercodes sind vorgegeben und dabei stark eingeschränkt. Ich habe dann
immer eine britische Dummy-Telefonnummer angegeben und in die Notes meine reale Telefonnummer geschrieben. Ohne dies kann die Reservierung nicht abgeschickt werden. Spielt aber keine Rolle, da eigentlich keine Kommunikation stattfindet, ausser einen Tag vorher eine Erinnerung via Email.
Das nächste Problem ist die Bezahlung. Ich meine nicht die Beträge aber die Möglichkeiten. Hat man nicht die richtige Kreditkarte und möchte man in China Bargeldlos unterwegs sein, gäbe es grundsätzlich die Möglichkeit einen Bezahldienst wie Alipay oder WeChat zu benutzen. Das funktioniert jedoch nicht in jedem Fall. Ich habe es mir aber einfach gemacht und auf der Michelin-Website Restaurants gesucht, die meinen Kreditkartentyp akzeptieren. Diese Möglichkeit der Filterung gibt es da nämlich. Es schränkt zwar die Zahl der Restaurants ein, aber es bleiben noch genügend Interessante übrig.
In Shanghai gibt es zwei Michelin-Restaurants der höchsten Kategorie, darunter eines der meiner Meinung nach teuersten Restaurants der Welt, das Ultraviolet. Kam für mich eigentlich nicht in Frage, ist es doch auch nahezu unmöglich einen der täglich einen Tag länger in der Zukunft liegenden Slots am Zehn-Personen-Tisch zu reservieren. Das Menü ist auch nicht jede Woche gleich. Es gibt oft Sondermenüs mit z.B. den Klassikern, die dann noch erheblich teurer sind als der RMB 4800 (= ca. 610 Euro) Startpreis. In der Zeit meines Aufenthalts wurden hauptsächlich RMB 6800 und 8888 Menüs angeboten. Was mich vor allem abhielt, ist die nicht erstattbare Anzahlung von der Hälfte des Menüpreises angesichts der Tatsache, dass meine Geschäftsreise selbst innerhalb der Reservierungsfrist noch unsicher war.

Eingang ins Restaurant Taian Table

So habe ich dann über deren Webseite im vom Deutschen Koch Stefan Stiller geleiteten Taian Table reserviert, einem Kitchencounter-Restaurant mit höchsten Michelin-Weihen seit 2019 und mit Europa vergleichbarem Angebot.
Taian Table Shanghai – It’s taian table shanghai website (taian-table.cn)
Hier geht es zum Bericht über den Besuch im Taian Table.

Ferner fand ich das Konzept des Bistronomy-Restaurants New Wave by da Vittorio interessant, welches sich im UCCA Edge, einem Museum of Contemporary Art befindet. Dies war meine zweite, einfach zu tätigende Reservierung.
New Wave by Da Vittorio
Hier geht es zum Bericht über den Besuch im New Wave.

UCCA Edge

Zwei weitere Reservierungen tätigte ich dann via Chope: Im zweifach besternten Ji Pin Court im Französischen Viertel von Shanghai und im einfach ausgezeichneten Yongfoo Elite nicht weit davon entfernt, etwa eine Woche später.
雍福会 | YongFoo Élite (yongfooelite.com)

Hier gehts zum Bericht über den Besuch im Ji Pin Court.

Hier gehts zum Bericht über den Besuch im YongFoo Elite.

Historische Villa, in der das Ji Pin Court** beheimatet ist

Zu den meisten Restaurants beabsichtigte ich, mit der Metro zu kommen. Diese hat gegenüber (chinesischem) Uber, Taxi oder Bus den Vorteil, dass es auf den Schienen nur selten Stau gibt. Und zu typischen Reisezeiten für ein Abendessen gibt es in Shanghai eine Menge davon. Eine Fahrkarte kostet RMB 4, also etwa 50 Euro-Cents. Auch hier ergibt sich für ohne Bargeld Reisende wieder das Problem der Bezahlung, welches aber mit AliPay gelöst werden kann. Ich habe vorgängig den Shanghai-Metroplan heruntergeladen und jede Reiseroute inklusive Umsteigestationen ausgearbeitet. Auf dem Plan sind die Stationen in Englisch angeschrieben und auch in der Metro und in den Stationen sind diese zu finden.

Ausschnitt aus der Shanghai Metro Map

An der Zielstation angekommen, muss man dann nur noch zu Fuss zum Restaurant navigieren. Hoffnungsvollerweise beherrscht die Navigations-App dann nicht nur Chinesisch…

Roter Kreis: Grober Ort vom Taian Table***

In den kommenden Wochen ist über die erwähnten vier Restaurants je ein Bericht geplant.

Ösch Noir Donaueschingen

Abendessen
Besucht im November 2023
Bewertung: Zwei Michelin Macarons (2023)

Ich habe mein Elektroauto zum Laden bei Aldi abgegeben und bin in der Zwischenzeit etwas Essen und Trinken gegangen. Das ist wohl die Idee von moderner Elektromobilität, denn das Laden ist ja nicht, wie das Tanken von fossilen Brennstoffen, in fünf Minuten erledigt. Wenn man dann noch in einem hoch dekorierten Restaurant essen gehen kann, na umso besser. Aldi ist natürlich ironisch gemeint, wurde der Öschberghof mit angeschlossenen zweieinhalb Golfkursen, in dem sich das Restaurant befindet, ja ursprünglich Mal von einem der Aldi-Brüder gegründet.

Zur weiteren Beschreibung des Etablissements sei auf meinen Bericht vom letzten Jahr verwiesen.

Zwei Menüs stehen zur Auswahl: Menü Noir mit Fisch und Fleisch, Menü Vert vegetarisch. Man kann 5, 6 oder 7 Gänge auswählen und zwischen den Menüs Gänge austauschen. Die Gerichte der Menüs sind auch à la Carte wählbar. Die Zahl der Gänge und der Menüpreis ist auch mühelos nach oben zu treiben, können doch drei Zusatzgerichte mit verschieden grossen Portionen Kaviar, ein alternatives Dessert (Schokoladensoufflé) und ein Gericht um Langoustine mit passender Krug Champagnerbegleitung dazugewählt werden. Neben der umfangreichen Weinkarte werden drei verschiedene Getränkebegleitungen offeriert: Weinbegleitung altes Handwerk, Weinbegleitung Grand Cru und eine Saftbegleitung.

Ich startete mit einem alkoholfreien Zitronen-Tonic aus dem Siphon als Aperitif.

Nach Austausch mit dem Sommelier Herrn Häni entschied ich mich für das komplette Menü Noir, auch wenn Austern und Taube eigentlich sonst nicht zu meinen Favoriten zählen. Dazu wählte ich einen Weisswein und einen Rotwein aus der “Altes Handwerk” Weinbegleitung.

Schon ging es los.

Menü Noir

Apéro
Pecorino-Windbeutel mit Auberginencrème,
Sülze von gepökelten Schweinebäckchen mit Radieschen, Schnittlauch und Brotsalat,
Maistaco mit Makrele und Salsa Verde

Auch diesmal werden meine Beschreibungen genau sein, wird doch zu jedem Gang ein kleines Kärtchen mit sehr genauer Beschreibung des Dargebotenen gereicht.

Alle drei Kleinigkeiten waren texturell und geschmacklich fein gearbeitet und schmeckten somit sehr gut. Der Pecorino war auf dem Windbeutel aussen schmeckbar, die Auberginencrème innen sehr aromatisch. Der sehr knusprige Taco hatte u.a. Steinkraut als Zutat auf der Füllung. Die Sülze mit einem Geleespiegel am Boden zeigte die typischen Sülzaromen. Die Komposition schmeckte frisch, die Erbsen waren angenehm knackig.

Amuse Bouche
King Crab Salat mit Staudensellerie, Selleriecrème, Grapefruit-Gel, gepickelter Sellerie, Grapefruitsegmente

Schönes kleines Gericht, bei dem allerdings der Selleriegeschmack etwas zu sehr im Vordergrund stand, sodass die Süsse des Königskrabbenfleisches und die Bitterkeit und Zitrusaromen der Grapefruit nicht so gut zu schmecken waren.

Brot
Roggenbrot mit Kümmel aromatisiert,
Zitronenbutter mit frischer Amalfi-Zitrone und Piment d’Espelette,
Australisches Meersalz,
Kräuterbutter aus 7 verschiedenen Kräutern,
Öl mit Liebstöckel aromatisiert.

Die beiden Crèmes und das warme Brot waren für sich allein gut. Wie beim letzten Bericht bemerkt, würde ich mir noch ein neutraleres Brot dazu wünschen.

Loup de Mer
Auf dem Hauptteller für 20 Minuten bei 45 °C in Traubenkernöl konfierter Loup de Mer, Crème von weissen Mandeln, Kopfsalat in Sherry Vinaigrette, grüne Nocke Kopfsalatcrème
Auf dem Nebenteller Ceviche vom Loup mit Tiger Lemon, grünen Mandeln, Nussbutter Hollandaise mit Sherry und Zitrone, Mandelöl
Weinbegleitung: 2017 Sauvignon Blanc “Reserve”, Haras de Pirque, Chile

Eine sehr gute Zusammenstellung, der Fisch noch etwas fest, abwechslungsreich durch den knackigen Salat, etwas Säure von der Vinaigrette und die Nocke von cremiger, samtige Struktur mit sehr gut herausgearbeitetem Kopfsalataroma. Sehr schön auch die Ceviche mit der Hollandaise, die ich bis zum letzten Rest aus der Schüssel auslöffelte.

Plèiade Poget Auster
Pochiert, mit Kalbsjus glasierte Kalbszunge, konfierte Lauchherzen und Lauch à la crème, Austernnage, Salat von gepökelter Kalbszunge mit Lauch

Tolles Surf und Turf Gericht, welches auch von Sven Elverfeld stammen könnte. Einfach gesagt hatte ich hier eine Deklination von Austern, Kalbszunge und Lauch vor mir. Die Kalbszunge hatte ihre typische feste Konsistenz. Sensationell fand ich die Austernnage, deren Saucière am Tisch blieb und von mir bis zum letzten Rest geleert wurde.

Rouget Barbet
gegrillt, gerösteter Fenchel süss-sauer, Sphäre von angedörrten San Marzano Tomaten, Fenchelsalat, Sauce Rouille, Bouchot Muscheln und gerösteter Pfeilkalmar, Focaccia-Chips, Bouillabaisse-Sud

Könnte man vielleicht als dekonstruierte und in anderen Proportionen wieder zusammengesetzte Bouillabaise sehen. Alle Komponenten sind da: Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, die Flüssigkeit, Sauce Rouille und die Chips als Brotkomponente. Auf jeden Fall zeichnete sich das Gericht durch absoluten Wohlgeschmack aus. Speziell das auf dem Holzkohlegrill durch den Chef persönlich gegrillte Stück Rotbarbe konnte mit Textur, Grillaromen und knuspriger Haut begeistern.

Rotbarben auf dem Holzkohlengrill in der Küche, rechts zwei verkohlte Stangen Lauch, die für einen Lauchgang im Menü Vert verwendet werden.

Nun ging es zu den Fleischgängen über. Als erstes war das Kaninchen “dran”.

Kaninchen
Ballotine, glasierte Pfifferlinge und Erbsen, Bohnencassoulet mit grünen Bohnen, Cocobohnen und Fèves, Kaninchenessenz mit Sherry und Kräuterhollandaise
Weinbegleitung: 2020 Caprareccia, Villa Caprareccia, Bolgheri, Italien

Kaninchen ist eine eher ungewöhnliche Zutat in der Hochküche. Das obere Bild zeigt die Ballotine vor der Applizierung der Essenz und der Mayonnaise. Es ist gut zu erkennen, dass das Innere (Rücken) und das Äussere (Bauch) aus Kaninchenfleisch besteht. Die Bohnen waren schön knackig und eine ideale Ergänzung.

Das falsche Ei

Die Neutralisation vor dem Hauptgang sollte man wieder raten. Ich erschmeckte als Eigelb die Zitrusfrucht Kalamansi und als Eiweiss einen Schaum aus Kokos und einer Zitrusfrucht, tippte auf Limette. Die Auflösung ergab dann, dass der Schaum richtig erraten war und im Eigelb tatsächlich Kalamansi verwendet wurde. Zusätzlich war dort noch Karotte für die Farbe präsent. Dies konnte man meiner Meinung nach aber nicht schmecken.

Imperial Taube
Taubenbrust mit Ponzuglasur, Togarashi und Kimchisesam, Gyoza gefüllt mit geschmorter Taubenkeule, Spitzkohl-Kimchi-Rolle, gepickelter Rettich, Sesamcrème und Reischips, Rettich und Erbsenschote auf geschmortem Rettich, reduzierter Taubenjus mit Reisessig

Die Taubenbrust war perfekt zubereitet und dabei wahnsinnig zart. Die japanische Gewürzmischung passte gut. Der Gyoza war geschmacklich gut, wirkte zuletzt gegessen allerdings etwas trocken. Ich würde ihn separat in einer zweiten Schüssel servieren und noch etwas anreichern wie etwa den, den ich beim Wine Awards 2023 in Hamburg hatte. Interessant fand ich den mutigen Einsatz von Schärfe im Kimchi und auch beim roh geriebenen weissen Rettich auf der Scheibe gegarten Rettich. Man hat es ja oft, dass das Kimchi zurückhaltende Schärfe zeigt, um den gelegentlichen Restaurantbesucher in Europa nicht zu verschrecken. Neben der Taubenbrust war der zweite Star auf dem Teller der dunkle, zähflüssige Taubenjus, von dem kein Tropfen zurück in die Küche gelangte.

Camembert Normandie
vom Tölzer Käsladen mit eingelegtem Périgord Trüffel, Estragonpuder, Croissant-Eis, Minicroissant, rote Johannisbeeren und mit schwarzem Pfeffer eingelegte schwarze Johannisbeeren, Cassisgel, roter Johannisbeersud

Der getrüffelte Camembert in diesem Käse-Gang hatte nichts mit dem zu tun, was man manchmal im Supermarkt erwerben kann. Er wurde auch nicht so vom Tölzer Käsladen erworben, sondern hausgemacht. Dazu wurde der Deckel des Camemberts abgehoben und der Kern mit eingelegtem Trüffel versehen. Wie man auf dem Foto sieht, war der Käse selbstverständlich perfekt gereift – kurz ein Hochgenuss. Das kleine knusprige Croissant auf dem Eis von ebendiesem war interessant, die Estragon- Komponente glücklicherweise zurückhaltend. Der Gang hatte alles, was normalerweise in Zusammenhang mit Käse serviert wird: Käse, Frucht, Brot.

Pré Dessert
Passionsfrucht-Panna Cotta, knuspriger Passionsfruchtbiskuit, Sorbet von Passionsfrucht und Kombucha, Grüntee-Espuma mit Grünteepulver, Passionsfruchtgel und -kompott

Sehr schönes Pré-Dessert. Die Variation der zwei Grundkomponenten Passionsfrucht und Grüntee, die Fermentationskomponente und die Darbietung unterschiedlicher Texturen und Temperaturen ist hier perfekt gelungen. Davon hätte ich noch eine zweite Portion genommen.

Kirsche
Namelaka von Bahibe-Schokolade, Kirschsorbet, Kirschragout und –gel, Bahibekiesel, eingelegte rote Beete, Erdnusscrème und geröstete Erdnüsse, Rote Beete-Gelee, Quinoaknusper, Kirschsud

Da es sich beim Dessert durch die Zutaten Kirsche und rote Beete um eine sehr dunkle Zubereitung handelte, habe ich zur besseren Erkennbarkeit der Einzelkomponenten die Belichtung beim Fotografieren voll aufgerissen – daher die quitschige Farbe. Es handelte sich um ein nicht zu süsses Dessert mit einem schönen Spiel zwischen Kirsche und Beete mit deren unterschiedlichen Aromen. Namelaka steht für “weiche Crème” und ist die hellbraune Scheibe am Boden des Tellers. Sie ist aus Bahibe Lactée, einem Typ Valrhona Edelschokolade hergestellt, deren Kakao ausschliesslich aus der Dominikanischen Republik kommt.

Petit Fours und Pralinen – rechts nach links: Kugel von Lillet und Waldbeere, Knusperhörnchen mit Komuntu-Schokolade und Kalamansi, Baba au Rum mit Ron Botucal Rum und Ivory Chantilly, in der Petrischale: Birne-Yuzu mit 80% Komuntu-Schokolade, Cranberry-Kaffee mit 33% Tanariva-Schokolade

Alle waren gut bis sehr gut. Die Kugel bildete den imitierten Drink gut ab. Der Baba wurde als Favorit des Service angekündigt und war tatsächlich sensationell gut.

Fazit

Hier arbeitet der Chef voll mit und steht nicht nur am Pass und schmeckt ab. Grill- und Saucenposten sind seine. Das Saucenhandwerk hat mich hier auch sehr überzeugt. Man beachte meine Bemerkungen zur Austernnage und zum Taubenjus. Es besteht insgesamt wenig Verbesserungspotential. Somit spielt die Küche in der oberen Liga von Restaurants mit gleicher Bewertung. Der Service war tadellos.

Internet: Restaurant Ösch Noir

Da Vittorio Brusaporto

Besucht im Oktober 2023
Mittagessen
Bewertung: Drei Michelin Macarons

Auf dem Rückweg aus den Ferien im Veneto machten wir einen Stop zum Mittagessen im Da Vittorio. Ich hatte Orecchia Di Elefante Valdostana vorbestellt und somit vorher festgelegt, dass wir hier à la Carte essen werden. Ausserdem hatte ich mich vorher versichert, dass der Hund mit ins Restaurant darf. Unsere Ankunft gestaltete sich etwas chaotisch, da es zu diesem Zeitpunkt in Strömen regnete. Schliesslich hatten wir dann im hinteren dunkleren Raum des Restaurants Platz gefunden und erste Snacks wurden gereicht. Für den Hund stand schon ein mit Wasser gefüllter Napf bereit.

Eine mit Kürbiscrème gefüllte und Limetten-Gel und Abrieb dekorierte Gebäck-Kugel

Ein, wie ich fand, sensationell gearbeiteter und schmeckender Korallenchip mit Shrimps, Feige und Lachskaviar

Und für die nicht Krustentieresser ein mit Gorgonzolacrème gefüllter Macaron.

Um den Gästen Bestelloptionen aufzuzeigen, wurde eine Kiste mit weissen Trüffeln aus Umbrien am Tisch gezeigt, die einen intensiven Duft ausströmten.

Anschliessend bekamen wir die Menükarten und wurden nach einiger Zeit vom Maître de l’Hôtel gefragt, ob wir uns für eines der Menüs entscheiden wollten. Das wunderte mich dann doch, dass die Kommunikation im Hause offenbar nicht reibungslos ist, hatte ich den Hauptgang doch schon vorbestellt. Ich wies darauf hin und nach kurzem Austausch mit dem Service bestellten wir als Vorspeise eine Portion Paccheri Vittorio Style, ein Risotto mit Fleisch und einen weiteren Klassiker dieses Hauses: Gran Fritto Misto.

Trockene hausgemachte Brotspezialitäten wurden an den Tisch gebracht.

Nun wurden wir gefragt, ob der Hund schon gegessen habe. Falls nicht, könne man für ihn eine Portion Fleisch vorbereiten. Nach einiger Überlegung stimmten wir dem zu, uns fragend, was da wohl kommen möge. Hier kennt man sich mit Hunden offensichtlich aus, denn was serviert wurde, war allerbestes gekochtes ungewürztes in kleine Stücke geschnittenes Hühnerfleisch, das der Hund sehr mochte und am liebsten gleich alles verputzt hätte.

Nach einiger Zeit wurden dann die Vorspeisen serviert. Von den Paccheri habe ich diesmal keine Fotos gemacht. Diese kann man sich im Bericht vom Frühjahr anschauen. Bemerkenswert ist hier noch, dass auch wir anderen Gäste am Tisch eine kleine Portion zum Probieren bekamen. Meine Tochter befand, dass ihr ein ähnliches Gericht besser schmeckt, das ich manchmal zuhause zubereite.

Risotto porri fondenti coda di bue et taleggio

Das Risotto mit sautiertem Porée, Ochsenschwanz und Taleggio-Käse stellte für sich allein genau wie die anderen Vorspeisen eine schon sattmachende Portion dar.

Ich mag Fritto Misto sehr, so wie es hier zubereitet wird, habe ich es noch nie bekommen.

Gran Fritto Misto

Die Qualität der Zutaten und die Zubereitung waren perfekt. Um einen Turm aus Kartoffelstroh, der mit zunehmender Dauer des Essens eher zu einem schiefen Turm wurde, gruppierten sich in dünnem Teig frittierte kleine Fische, Tintenfische, Shrimps, eine grössere Garnele, Zucchini, gelbe und rote Paprikastreifen, Ananas und Basilikumblätter. Dazu wurde auf einem Porzellan-Löffel eine mit Thymian und Basilikum aromatisierte leichte Avocadocrème serviert.

Anschliessend kam die Dame mit den Brotspezialitäten an den Tisch.

Alle drei Sorten waren auf ihre Art sehr gut, besonders zu begeistern vermochte der fluffige “Donat” mit dem Tomatenauge.

Schliesslich wurde die Hauptspeise serviert.

Liebhaber von Cotoletta a la Milanese oder Wiener Schnitzel kommen hier voll auf ihre Kosten. Qualität des Fleisches und der Panade, Dicke, Gar-Grad und Beilagen: hier Tomaten und Kartoffeln auf der einen Seite und Kochschinken und Käse auf der anderen Hälfte sind für mich perfekt.

Orecchia Di Elefante Valdostana
Weinbegleitung: Rotwein Valtellina Superiore Riserva Sassella 2016

Es ist einfach eine riesige Portion, welche nach den Vorspeisen nicht zu bewältigen ist. Wir assen nur einige wenige Stücke zum Probieren und nahmen den Rest mit nach Hause. Dort konnte es im Ofen bei 80 °C für 15 bis 20 Minuten gut auf Temperatur gebracht werden ohne trocken zu werden und mundete uns vorzüglich, fast noch besser als im Restaurant.

Für ein Dessert war natürlich auch kein Platz mehr, aber im Da Vittorio geht man selbstverständlich nicht ohne etwas Süsses nach Hause.

Es gibt das Cornet gefüllt mit Vanillecrème und Haselnuss und ein Stück Columba, eine Art Panettone, vom Wagen mit dem Karussell (siehe Bericht vom Frühjahr) und anschliessend wird der Süssigkeitenwagen aufgefahren.

Wir nahmen zwei Digestif-Pralinés aus der oberen Sektion: Bergamotte und Limoncello vor Ort und aus der unteren Sektion Creminos und Gianduja (die Silber und Gold eingepackten) mit nach Hause.

Fazit

An der Qualität der Speisen gibt es überhaupt nichts zu bemängeln.
Man wird in der à la Carte Sektion darauf hingewiesen, dass für die beste Erfahrung eine Bestellung von mindestens zwei Gängen erforderlich ist. Im Falle der Gerichte für zwei Personen und mehr ist dies meines Erachtens einfach zuviel. Irritierend war bei diesem Besuch der nicht ganz perfekte Service zu Beginn, aber das kann ich verschmerzen. Erstaunlich fand ich noch, dass auch in einem Restaurant dieser Klasse ein Coperto berechnet wird.

Webseite des Restaurants: Brusaporto Restaurant

Autour de la Table Huningue

Visited in September 2023
Lunch
Rating: mentioned in Michelin

A short-term booking for a planned delicious lunch and some good wine resulted in the choice of this restaurant. Not too far away, mentioned in the Michelin guide, and an attractive menu on their website drove the decision to go here. We expected classical French cuisine with typical ingredients.

We started with a Crémant d’Alsace Wunsch & Mann /Wettolsheim (organic) and relatively quickly decided on the “Menu Création”. Instead of going for the attractive-priced pairing, we chose two bottles of wine, one white and one red. My question for a Chenin Blanc, which should pair well with the first courses of the menu, was answered with the 2018 Château de Varennes, Chenin Blanc, Les Grands Bureaux, Savenniéres, Loire.
Because the main course would be beef, which should go well with a stronger red, it resulted in a 2016 Château Ferrand, Pomerol, Gasparoux et fils, Bordeaux

Amuses bouches were served.

Roquefort hazelnut / Hummus / Chicken sausage Melba Curry

A more accurate description would be: Hazelnut Cracker with Roquefort crème, Hummus (eggplant) with oil and radish, shortbread with chicken sausage, and peach curry. We liked the mild Roquefort cheese cream with hazelnut best.
Hummus always stays hummus. You may like it or not. The chicken was overwhelmed by the curry.

Menu Création

Escalope de foie gras de canard poêlée
Compotée d’oignons / Figue confite /Fumée

The first course reached the table on plates that were covered with a Cloche. The Cloche was lifted, and immediately, a smoky smell pervaded the table. The menu described what we got. Pan-fried Foie Gras with its jus, barely cooked figs and some onion compote. And it was smoked with beech wood, the sommelier told us. I liked it very much, is it my favorite preparation of Foie Gras, as you could already read in the report of my visit to Schwarzwaldstube.

Petits pots d’escargots de Bourgogne
Compotée de tomates / Beurre à l’ail rose de Lautrec

The next course had snails as the main ingredient. In comparison to the usual serving of this dish, the tomato compote added freshness to it. Due to the small diameter of the pots, there was no chance to dip the crispy pieces of bread into the garlic butter. This was good but not overwhelming.

Pavé de turbot
Gnocchis à la romaine / Ail rose de Lautrec / Émulsion au sel fumé

The well-prepared piece of turbot was located onto a gnocchi cylinder underneath, with almonds and garlic slices in between. A squid ink-colored cracker added crispiness and color contrast to the bright-colored preparation. The smoked salt resulted in almost bacon aromas in the nose. A tasty course I liked very much.

Ris de veau
Sauté au beurre / Tombée de jeunes pousse d’épinard / Miel de Huningue

The sweetbread had a crispy outside and was firmer than usual inside, probably just a little overcooked. The two pieces were located on spinach and the frying jus aromatized with a little honey.

Filet de boeuf
Ecrasé de pomme de terre charlottes / Légumes

The main course consisted of a piece of beef filet done just about right meaning still red inside, potato puree without butter and milk, and bars of vegetables to name carrots, celery, cabbage turnip. A beef jus was added at the table.

Fromage
Tourrette Goat / Three cream (SAINT-FÉLICIEN?) / TOMME À L’AIL DES OURS / BLEU DE TERMIGNON

Astonishing enough for this class of restaurant, they offered a cheese trolley with raw milk cheeses only. We had to go for it. Especially, my American dinner partner got here cheese he will never get in the US, thanks to the FDA.
I had a goat cheese, a fantastic very creamy Saint Felicien, a tomme with wild garlic, and a rare blue cheese, which was a little dry but very tasty. No additional bread or sauces were served with it, which was OK for me.

Cannolo
Mousse passion / cœur framboise / sorbet

The crispy Cannolo roll, perhaps a little too thick, was filled with two sweet mousses of raspberry and passion fruit. It came with a cocoa milk sorbet and a bouquet of fruits: blackberry, raspberry, blueberry, and fig. This light dessert paired well with what we had in the course of the menu.

Last but not least mignardises were served.

Mignardises
Flan mirabelle / Almond cake / Chocolate

We closed the menu with a digestive from the impressive digestive trolley: Eau de vie Alisier (eng.: Sorbus, Rowan, mountain ash).

Summary

Our expectations were fulfilled and, in part, exceeded. Classical French cuisine with typical ingredients is served here. The courses are arranged rather reduced not in size but in the number of components, which is good. The ingredients are of good quality. Some preparation could be optimized. The cheese and digestive offering is above average.
The wine list offers a wide selection. The value for money of both the wines and the menu is high.
Service was attentive and tried to explain terms in English that we did not know in French. The Sommelier did a great job.
From my opinion, the Michelin rating is correct.

Website of the restaurant: Restaurant gastronomique Autour de la Table I Bienvenue

Underwater Love Pop-Up Zürich

Visited in October 2023
Dinner
Rating: without

I became aware of this pop-up through an article in the Zurich daily newspaper Tagesanzeiger (see link at the end of the article). Here, three women with various culinary backgrounds offer raw and cooked seafood in a different way. The pop-up is located in a casual restaurant in Zurich’s Seefeld, the Mame, where during the day other operators mainly offer coffee, small dishes, and takeaways like buns and bowls. As written, it is rather casual here. This evening, the pop-up was booked out. The menu consists of five courses. Dessert has to be paid extra. A four-glasses wine pairing is offered. Besides this, the wine list consists of seven organic wines, two of them of the natural kind.

Bread – smoke – salt – butter

The bread was good and even better with the smoked salt butter. I started with a glass of Jz velue muskateller 2020, zillinger austria

kingfish – yellowfin tuna – shiso – carrot . orange

The first course presented a kind of sashimi of kingfish and yellowfin tuna with pickled carrot and ginger, shiso leaves, fleur de sel, and a sauce in a separate small bowl. These accompanying ingredients did little to distract from the fish. The fish was of good quality, very tender, and had the right temperature.

salmon – stracciatella – fennel – zaatar – kiwi

The next was maybe my favorite on the menu. On the liquid core of burrata, melon juice marinated salmon tatar was placed and covered with thin-sliced fennel. Yellow kiwi added sweetness on the side, and the whole was spiced with zaatar, a culinary herb mixture from the Middle East with the main ingredient Origanum syriacum. I could imagine that I offer this at home one day.

I took a second glass of wine, La dame, chardonnay ariège France.

pulpo – yuzu kosho – soba – melon radish – chervil

Cold Soba buckwheat noodles mixed with melon radish Julienne came with slices of cooked octopus, which were spiced with yuzu kosho, a Japanese citrus condiment consisting of fermented paste made from chili peppers, yuzu citrus peel, and salt. Some black sesame and chervil leaves were also on the plate. The Octopus had the right bite, and I liked the overall composition.

razor clam – (cilantro) – lime – walnut – jalapeño

Very fresh razor clams served in their shells were marinated with lime. Thin slices of jalapeño added spiciness, walnut pieces some nutty taste. Besides this, grated lime zest and some green leaves completed the plate. The star of this course was, of no doubt, the razor clam, which one does not get often in Switzerland. Since I used chopsticks for the major part of the menu, cutting the mussel meat in half would have made it easier to eat. The cilantro was left away for me.

halibut – squash – baby kale – plum – mushroom

A tranche of halibut supposed to have been grilled came on a sweet potato squash puree with vinaigrette-treated baby kale leaves and pan-fried chanterelle mushrooms for Umami taste. A plum sauce with plum, salt and sour taste came with it that tasted for me like a liquefied Umeboshi. The halibut seemed rather poached because there were neither roasting aromas nor Maillard browning present. Nevertheless, it did not have any negative effect on the taste and this course exhibited a very pleasant composition.

Baba au rhum – apple – cream

Mirjam, who seems to be the main responsible for the kitchen, came to the table after the main course and asked how it was. Originally, I did not want to take dessert. As a courtesy, she offered a mini portion of the baba, which consisted of a mini baba au rhum gugelhupf, apple puree, whipped cream and a pink sour powder on it. This was a nice finish of the menu.

Summary

I enjoyed this very much. Good ideas, good quality ingredients, interesting combinations, and proper execution. Service was flawless, with Mai standing out, smiling all evening, showing real interest for the guests and exhibiting that she really likes what she does. A tip for the service: a rest for the chopsticks would be nice. I used the fork turned upside down for this.
If you like seafood, you should go as long as it is possible.

Website: Underwater love french inspired fish and seafood Zurich pop-up restaurant

Additional information:

Drei Frauen eröffnen ein Seafood-Pop-up, Mutprobe inklusive (Abo)

Dieses Zürcher Pop-up serviert rohen Fisch auf zugängliche Art

Auerhahn Pop-Up auf der Baustelle

Besucht im Oktober 2023
Abendessen
Bewertung: nicht bewertet

Für dieses Pop-Up wurde auf Restaurant Ranglisten erheblich die Werbetrommel gerührt. Zwei Berichte in den News und ein Podcast sind dort zu finden. Das Konzept ist aber auch überaus interessant. Geboten wird hier ein Four-Hands-Dinner von zwei Köchen mit unterschiedlichen Talenten, die sich optimal ergänzen sollen. Ich war gespannt und hatte für Anfang Oktober reserviert, sobald sich das Reservierungsfenster öffnete.

Wir erreichten die Baustelle pünktlich und nach Türöffnung wurden wir in einen Raum geleitet, der mit Informationen zum Design, Bauplänen und Baumaterialmustern “dekoriert” war. Die Gastgeberin offerierte eine Auswahl von Aperitiv-Getränken. Wir entschieden uns für einen Sekt von Wagner. In der Mitte des Raumes war noch eine Produktschau aufgebaut. Etwas später stiessen die beiden Köche hinzu und nach kurzer Unterhaltung mit ihnen erläuterten sie abwechselnd die Produkte und die hausgemachten Zubereitungen wie die fermentierte Butter und das Berglinsen-Gersten-Soja.

Anschliessend wurden wir an der verglasten Küche und dem Dry-Aging-Schrank vorbei in den Gastraum geleitet. Dieser war gut geheizt und mit in grosszügigem Abstand platzierten Tischen ausgestattet. Heute waren aus Kalkül nicht alle Tische besetzt. Zwei Tische blieben frei. Man hatte gestern den ersten Service mit noch weniger Gästen und wollte langsam starten.

Es gibt genau ein Menü, das allen Gästen gleichzeitig begonnen wird zu servieren. Wir bestellten eine Flasche 2021 Sauvignon Blanc, Pouilly-Fumé, Terres Blanches von der Domaine du Bouchot, Loire, Frankreich.

Ein erster Snack wurde serviert.

Ricotta
Aji Amarillo I Radieschen

Feines knuspriges Tartelette mit Ricotta-Crème, schwarzem Rettich, Aji Amarillo (einem Chili aus Peru), Radieschen und Kaffeepulver. Das Kaffepulver war sofort wahrzunehmen. Danach dominierten die Cremigkeit des Ricottas und das knusprige Tartelette. Erst spät und recht plötzlich war dann die Schärfe des Chilis zu schmecken, ohne unangenehm zu wirken. Ein sehr guter Snack.

Shiitake Windbeutel, Haselnuss I Steinpilz; Mirabelle Kosho, Kohlrabi I Buchweizen

Recht grosser Zylinder fermentierter Kohlrabi, Mirabellen Kosho, ein milchsaures Ferment aus Mirabelle, Zitrusfrüchten und Chili und schliesslich Buchweizen-Popcorn. Je nachdem, in welcher Orientierung der Zylinder im Mund landete, waren die kleiner portionierten Zutaten mehr oder weniger wahrnehmbar.

Der Shiitake-Windbeutel war Umami pur. Crème aus fermentiertem Shiitake mit kleingeschnittenem Steinpilz war ummantelt mit einer Brandteig-Hülle mit Walnuss-Pulver. Für mich hatte es fast eine leicht süsse Anmutung. Gefiel uns gut.

Gegrillte Aubergine
Reh-Speck I Buttermilch

Eine Auberginencrème mit kleinen Rehschinkenwürfeln am Boden der Schüssel war bedeckt von fein gehobelten Champignon-Scheiben, auf denen sich Crème von schwarzem Knoblauch befand. Eine Emulsion von griechischem Joghurt und Liebstöckel-Öl vervollständigten den Teller. Das schmeckte besonders gut, wenn man alle Zutaten zusammen auf den Löffel nahm.

Brot und Butter

Sehr gutes hausgemachtes warmes Brot aus Sauerteig mit Roggen und Weizenmehl und wirklich gute fermentierte gewaschene mit Buttermilch versetzte aufgeschlagene Butter, die eine spritzige, frische Anmutung hatte.

Weisses Kimchi
Tomate I Liebstöckel

Kimchi aus Rettich, Navette und Kohlrabi, hergestellt mit Jalapeño, Yuzu und Ingwer, darauf 2 Wochen getrocknete Tomaten mit Olivenöl, eine Buchweizenwabe, Eigelbcrème mit Yuzu und eine Vinaigrette aus der bei der Ricotta-Herstellung aufgefangenen Flüssigkeit, sowie ein Sud aus grünen Tomaten mit Liebstöckel.

Dieses Gericht zeichnete sich durch schöne Säure, leichte Scharfe und eine interessantes subtiles Ingweraroma aus.

In Shio Koji gereifter Hamachi
Umeboshi I Holunder

Nun kam das erste Gericht, was nicht unbedingt für alle zugänglich ist. Die Scheiben der mit einer Reis-Edelschimmel Zubereitung (= Shio Koji) gereiften Gelbschwanzmakrele (Herr de Matos servierte es am Tisch als Kingfisch) waren sensationell in Textur und Geschmack. Der gepuffte Reis für den Crisp war auch OK. Der lacto-fermentierte Sud aus japanischer Salzpflaume und Holunderblütenessig war allerdings ungewöhnlich.

BBQ Lauch
Gribiche I Eigelb

Wir hatten uns im Auto auf der Fahrt zum Auerhahn in anderem Zusammenhang noch über diese Zubereitungsart unterhalten. Nun bekamen wir es serviert. BBQ Lauch ist auf dem Grill bis zur Schwärzung gegarter Lauch. Die verkohlte Aussenschicht wird entfernt, und das Innere offenbart dann zart schmelzenden Lauch, der hier in Scheiben auf der Sauce Gribiche platziert wurde. Sauce Gribiche ist eine klassische französische Sauce aus gekochtem Eigelb, Kapern, Gewürzgurke, grobem Senf, Essig, Öl, Estragon und/oder Kerbel. Die war hier perfekt mit wahrnehmbaren Senfaromen, die aber nie die anderen Komponenten auf dem Teller dominierten. Etwas Lauchstroh, Eigelbcrème, Croutons, frittierter Estragon und Kerbel waren um den und über dem Lauch platziert. Wir fanden das sensationell gut. Die “Sternefresser” hätten diesen Eindruck mit dem Begriff “Götterspeise” betitelt.

Konfierte Forelle
Hefe Beurre Blanc I XO

Als nächster Gang wurde ein ultra-zartes Stück konfierte Forelle von einem Züchter in Albbruck serviert. Der Fisch, von dem es stammt, ist im besten Falle nur etwas mehr als eine Stunde vorher gefangen worden, so dass es frischer kaum geht. Diese Produktqualität ermöglicht natürlich Zubereitungsarten wie das à Part servierte Tartelette mit Forellentatar auf Frischkäse und Forellenrogen, welches wir zuerst genossen. Grossartig.

Der Hauptteller stand dem in nichts nach. Genial die Idee, unter dem Fisch eine Beurre Blanc mit Hefe für den Umami Boost auf hausgemachter XO Sauce zu schichten. Frittierte weisse Kombu-Alge obendrauf. Leider bekamen wir trotz Nachfrage keine zweite Portion…

Gefüllte Wachtel
Rosine I Lacto fermentierte Pilze

Das Hauptprodukt für den Hauptgang hatten wir heute Abend ja schon zweimal gesehen: einmal schon dressiert und mit Heu gefüllt bei der Produktschau zu Anfang und dann im Dry- Ager sechs Exemplare an Schnüren aufgehängt auf die Verarbeitung wartend.
Eine Kombination aus Keule und mit einer Farce aus Totentrompeten, Wachtelleber und Kräutern gefüllter Brust war auf Holzkohle gegrillt worden. Dazu gab es mit Togarashi gewürzte in rarem Ximenez Essig eingelegte Rosinen und einen veganen Jus auf Kohl-Hefe Basis. Die Wachtel lag auf einem Pürée von lacto-fermentierten Pilzen mit Vanille-Kaffee-Öl und einige kleine, runde Scheiben Salzzitrone befanden sich auch noch oben drauf. Das schmeckte gut, kam aber nicht ganz an die beiden Gänge davor heran.

Heidelbeeren
Pistazien I Kardamom

Heidelbeer-Kompott und lacto-fermentierter Heidelbeersaft war bedeckt von einer Pistaziencrème mit kandierten Pistazien. Darauf befand sich Kardamom-Eiscrème. Ein gutes Pré-Dessert. Dieses wird es aufgrund der Saisonalität der Heidelbeeren schon bald nicht mehr geben.

Bratapfel
Salzkaramell I Beurre Noisette

Ich liebe Sphären zum Dessert. So war dieses genau richtig. Ein falscher mit schaumiger Crème aus Weißer Schokolade und Sahne und Salzkaramellkern gefüllter Apfel kam mit einem von Apfelkompott eingefassten Sud aus Bratapfel mit Apfelbalsamessig, Bratapfeleis und Hippe. Schönes Dessert.

Mignardises

Schokolade I Olivenöl, Kumquat Kosho I Tonka Bohne

Bei der dunklen Petitesse schmeckte man hauptsächlich Schokoladen Ganache. Das Tartelett mit Tonkabohnen-Crème und den Zitrusfrucht-Aromen und der Fermentations-Säure der Kumquat Zubereitung war interessanter.

Fazit

Es hat sich absolut gelohnt, hierher zu kommen. Ich hatte mir nicht zuviel versprochen. Auch wenn gerade erst eröffnet wurde, muss eigentlich nichts geschmacklich nachjustiert werden. Hier sind zwei absolute Könner am Werk. Bis auf einen Gang waren alle zugänglich. BBQ Lauch und die Forelle waren die Highlights des Menüs.
Crazy und Küchen-Punk sind Begriffe, die ich keiner der servierten 14 Zubereitungen zuordnen würde. Das mögen andere Gourmands differenzierter sehen. Im Gespräch mit Yann Bosshammer fand ich heraus, dass in den folgenden Monaten kleine der Saison geschuldete Veränderungen immer einfliessen werden und das Ziel jedoch sein wird, jeden Monat das Menü fast komplett zu ändern. Wir haben schon einige Zutaten in Einmachgläsern gesehen, die für das hier beschriebene Menü gar nicht verwendet wurden…
Service war angenehm ohne Fehl und Tadel.
Ich hoffe, ich schaffe, noch einmal wiederzukommen, bevor das Pop-Up schliesst.

Website des Restaurants: Pop-Up – Auerhahn

(voraussichtlich bis Mai 2024)

Berichte auf Restaurant-Ranglisten:

Pop-Up auf der Baustelle

Pop-Up am Schluchsee in den Startlöchern

Podcast: Interview mit Oscar De Matos und Yann Bosshammer

Wine Awards 2023 Hamburg

Besucht im September 2023
Abendessen
Bewertung: aktuell insgesamt **

Die Wine Awards Verleihung ist eine vom Magazin “Der Feinschmecker” organisierte Veranstaltung, die dieses Jahr im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten stattfand. Einlass an diesem Sonnabend war ab 18 Uhr. Nach Champagner-Empfang (Moet) und einer Sorte Canapés (Lachstatar) fand die Verleihung der Wine Awards statt, die um 20:15 Uhr zu Ende sein sollte. Schinken von Basedahl wurde auch noch on the fly angeboten. Einige Cracker und gute grüne und schwarze Oliven standen auf diversen Tischen. Danach gab es eine Küchenparty mit 10 Stationen, an denen jeweils ein Gericht bezogen werden konnte. Zusätzlich waren in 6 Räumen noch Punkte aufgebaut, an denen man Weine und Spirituosen der Ausgezeichneten beziehen konnte.

Johann Lafer (ehemals Le Val d’Or** Guldental)
Zweierlei vom Thunfisch
mit grünem Apfel und Rettich

Auf einer Brunoise von grünem Apfel und Rettich, der Schärfe beisteuerte, waren ein Taler Thunfischtatar und ein Thunfisch-Tataki mit Sesam angerichtet.

Christoph Rüffer (Restaurant Haerlin** Hamburg)
Geschmortes Short Rip
in Sherryessigjus
mit Meerrettich und Paprika

Ein wunderbar zartes Stück von der kurzen Rippe lag auf eine Polentaschnitte umgeben von einem aromatischen Jus. Aufgebracht wurden Mini-Croutons, Schnittlauch und frisch geriebener Meerrettich. Sehr gut schmeckte auch das Paprikapürée.

AKI Grill
Schlemmerschnitte
mit AKI Kaviar

Toast mit Rindertatar und Kaviar. Wegen der Vorbereitung lange vorweg und der nicht Mise en place à point hatte das Tatar Feuchtigkeit an den Toast abgegeben und dieser war weich. Ich hätte das Tatar etwas zurückhaltender gewürzt, da die Salzigkeit ja durch den sehr guten Kaviar beigesteuert wird.

René Verse (Hotel Severin’s Sylt)
Faröer Lachs mit Sylter Auster
Gewürzgurkensorbet
Küstenkräuter

Das Gewürzgurkensorbet war einfach wow. Daneben gab es noch eine Auster, ein qualitativ hochwertiges Stück Rückenfilet vom Faröer Lachs mit Keta-Kaviar, ein Gurkenröllchen, Gurkenschnee? und einige Kräuter wie Seespargel, ein Zitronengel und eine graue Crème, die ich nicht identifizieren konnte. Hierzu nahmen wir den Cuvée Prestige Franciacorte von Ca’ del Bosco, der uns sehr gefiel. Den hätte man von Anfang an anstatt des Moet aussschenken sollen.

Nils Henkel (ehemals Restaurant Dieter Müller***)
Kaisergranat
mit Seeigel Beurre Blanc
und Sellerie

Der Beschreibung unter dem Bild ist nichts hinzuzufügen, ausser dass sich auf dem Krustentier noch gepuffter Amaranth befand. Schmeckte sehr gut und der Kaisergranat wurde auch in der Hektik auf Innentemperatur geprüft und war somit perfekt gegart.

Cornelia Poletto (Restaurant Cornelia Poletto, Hamburg ehemals * an einem anderen Ort)
Handgemachte Parmesan-Tortelli
mit Pfifferlingen, Nussbutter
und Aceto Balsamico die Modena

Tortelli mit Ricotta-Parmesan-Füllung auf Spinat und mit aromatischen kleinen Pfifferlingen, darüber Nussbutter und am Boden des Tellers ein wenig Aceto Balsamico von Giuseppe Giusti. Das Einfache kann so gut sein. Hatte uns so gut gefallen, dass wir eine zweite Portion geholt haben.

Thomas Bühner (La Vie Taipeh noch unbewertet, ehemals La Vie*** Osnabrück)
Warmer Kartoffelschaum
mit Kürbis Curryeis

Warmer Kartoffelschaum aus der ISI-Flasche und eine Nocke sehr (zu) scharfe Kürbis-Curry- Eiscrème. Dies war so gewollt. Herr Rüffer sagte mir, man habe sich bewusst für dieses Gericht entschieden, denn es sei neben dem Tortelli von Frau Poletto das einzige andere vegetarische Gericht gewesen, welches man anbot.

Zu diesem Zeitpunkt des Abends hätten wir uns gern noch eine Glas Rotwein von Cotarella und einen Franciacorta von Ca’ del Bosco geholt. Diese waren leider schon ausgetrunken.

Kai Weigand (Nikkei Nine, Hamburg)
Perlhuhn
in Gyoza-Enoki

Mit Weizen hergestellter Gyoza auf eingelegten Enoki-Plizen, Geflügelfond und Ponzu, Gyoza gefüllt mit Perlhuhn-Farce, kleingeschnittenem Perlhuhn-Fleisch, Ingwer, Knoblauch, Sesamöl. Auch dies war ein sehr tolles, geschmackvolles Gericht.

Käse vom Anbieter Käse Kober liessen wir aus. Dieser war zu diesem Zeitpunkt auch schon sehr aufgebraucht.

Marco D’Andrea (Patisserie aus dem Lakeside**, Hotel Fontenay Hamburg)
Schwarzwälder Kirschtorte
Sauerkirsche, Vanille, Schokolade

Dekonstruierte Schwarzwälder Kirschtorte: Schoko-Crumble, in Kirschwasser eingelegter Schokokeks, eingelegte Kirschen, nicht süsses Kirscheis, mit Kirschwasser verfeinerte Crème Chantilly, Schokobuskuit. Sehr gutes Dessert, ich mag ja solche auseinandergenommene Zubereitungen. Herr Rüffer hatte mit seiner Empfehlung nicht zuviel versprochen.

Ein milder weisser Port von Johannes King mochte zum Abschluss zu gefallen.

Fazit

Zusammenfassend ist zu sagen, dass uns am besten die Gerichte der vier Lokalmatadoren geschmeckt haben. Die Veranstaltung kann man durchaus mit “The Epicure” im Zürcher Dolder Grand Hotel vergleichen. Folgende Verbesserungen für eine erneute Veranstaltung schlage ich vor:

  • Bereitstellung einer gedruckten Karte mit allen Gerichten am Anfang der Veranstaltung,
  • ein Briefing der Laudatoren, sich auf nüchterne und zeitlich begrenzte Beiträge zu beschränken und
  • wenn schon keine Weinpaarung zu den Gerichten, dann zumindest eine passendere Platzierung der Weinstationen zu den Gerichten.

Zum Short Rip hätte ich Beispielsweise nicht die mit dem Grünen Veltliner, den wir übrigens sehr gut fanden, sondern eine Station gepaart, die auch einen etwas kräftigeren Rotwein angeboten hätte.

Alles in allem war dies trotzdem eine gelungene Veranstaltung und wir haben uns gut amüsiert.

Website des Events: WINE AWARDS – Deutschlands bedeutendster Weinpreis

La Rôtisserie Zürich

Zweimal besucht im September 2023
Mittagessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Update: Der Bericht vom zweiten Besuch eine Woche später schliesst sich unten nach den Mignadises vom ersten Besuch an.

Es wurde Mal wieder Zeit La Rôtisserie einen Besuch zum One-Hour Business-Lunch abzustatten. Die attraktiven Mittagessenoptionen sind in letzter Zeit ja in Zürich etwas geschrumpft. Das Mesa ist geschlossen, im Ornellaia hat ein Konzeptwechsel stattgefunden und das Maison Manesse bietet kein Mittagessen mehr an, um nur einige zu nennen.

Der Besuch im Januar 2022 hatte mich nicht vollends überzeugt. Nun hatte ich in der Stadt Zürich zu tun, das Angebot auf der Mittagskarte sagte mir zu, also warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und eine Stunde hier einkehren.

Das Prinzip ist immer noch dasselbe, wie im ersten Bericht beschrieben: Je zwei Vorspeisen, zwei Hauptgänge und zwei Desserts zur Wahl.
Aufgrund der Tatsache, dass ich am Nachmittag noch arbeiten wollte, verzichtete ich auf Alkohol und begnügte mich mit Wasser.

Zuerst kam Brot auf den Tisch.

Das warme Ruchbrot wurde von sehr gutem milden nicht eine Spur bitterem Olivenöl und Fleur de Sel begleitet.

Bunter Tomatensalat
Pulpo | Polenta Knusper von unserem Hof Terreni alla Maggia | Dillblüten

Bei der Vorspeise entschied ich mich für den bunten Tomatensalat, der eigentlich keiner war. Auf einer Auberginencrème waren aromatische Cherrytomaten-Hälften und – Spalten, optimal gegarter Pulpo und Dillblüten, die zum Geschmacksbild beitrugen, platziert. Die Chips, die Polenta war nicht so knusper. Durch wohl falsche Lagerung hatten diese Feuchtigkeit aufgenommen und waren deshalb eher weich. Und dann war da noch so eine schwarze Nocke. Diese war eine Auberginen-Mousse, welche durch eine mit Tintenfischtinte gefärbte Geleeschicht ummantelt war und in der noch ein Basilikum-Blättchen steckte. Nun mag man sich fragen, worin denn der Geschmacksunterschied zwischen der Crème und der Mousse bestand. Diese waren tatsächlich aromatisch etwas unterschiedlich, die Mousse leichter und kühler, während die Crème Raumtemperatur hatte.

Die Alternative wäre Spinat-Nussbutterschaum, Ei von unserem Hof Schlattgut | Sommertrüffel | Quinoa gewesen. Klingt auch gut. Ich interessierte mich aber mehr für den Pulpo.

Kabeljau
Zitronen – Buttersauce | Romanesco | Kapern

Zu dem von mir gewählten Hauptgang hätte man zusätzlich noch 10 g Kristal Kaviar gegen Aufpreis wählen können. Ich verzichtete darauf. Eine bei 42 ° pochierte Tranche Kabeljau war perfekt von Geschmack und Konsistenz aber nicht ideal von der Temperatur. Hier muss es zwischen Anrichten und Servieren schon Zack zack gehen, sonst kommt der Fisch nur lauwarm an den Tisch. Ein Zitronen-Butterschaum begleitete den Fisch. Des Weiteren befand sich auf den Teller eine Potpourri von Gemüsen und anderen Zutaten als da waren: Romanesco, Mini-Brokkoli, kleine weisse Rübchen, frittierte Kapern, sehr schön knusprige Croutons und Meerspargel. Mir schmeckte das Hauptgericht sehr gut.

Die Alternative wäre Wiener Schnitzel, Kartoffel – Gurkensalat | Preiselbeeren gewesen.

Ich hatte an einem anderen Tisch gesehen, was für Desserts serviert werden. Eigentlich wollte ich keines nehmen, aber was ich sah und die Zutat Pfifferling in dem Apfeldessert machte mich neugierig. Ich liess mir erklären, was sich dahinter verbarg und bestellte dann doch ein Dessert.

Grüner Apfel
Quark | Pfifferling

Was sich so einfach liest, war geradezu wow.
Auf einem von weisser Schokoladenganache ummantelten mit Apfelgel gefülltem Quarkcrème-Ring befanden sich blätterförmige Karamellsegel, karamellisierte Haselnüsse, Apfelkugeln, Pastinakenchips und eine Pfifferlings-Quark-Eiscrème. Am Tisch wurde eine dunkelrote Sauce einer Beerenauslese in den Ring gegossen. Schokoladencrumble war auch noch auf dem Teller. Die Apfelkugeln waren nicht einfach solche mit dem Kugelausstecher erzeugte – nein, hierbei handelte es sich um Apfel-Weisse-Schokoladensphären, die mit einer Art Apfelragout gefüllt waren. Die Eiscrème war sehr fein, der Pilzgeschmack nicht dominant aber deutlich wahrnehmbar. Alles in Allem ein ziemlich aufwendiges Dessert.
Im Gegensatz dazu fand ich das andere Wahldessert (Affogato, Schokoerde | Milchschaum wahlweise mit Espresso Shot oder Cold Brew Espresso) geradezu profan. Im Gespräch mit dem Service meinte sie dazu, dass dieses aber von der Kundschaft oft nachgefragt wird. In der Tat ist dies im Moment in Zürich Mode. Es gab im Tagesanzeiger sogar einen Artikel dazu.
Zum Abschluss gab es noch gute Petits Fours.

Schokoladen-Praliné mit Arancello-Crème Füllung
Tartelette mit Cassis Crème Brulée, Vanillecrème und Waldblaubeeren

Eine Woche später

An schönen Tagen kann man auf dem rechts zu sehenden Balkon zur Limmat sein Essen einnehmen.

Blick vom Balkon auf die Limmat

Eine Woche später hatte das Menü gewechselt und wir waren wir zu Dritt. Brot, Olivenöl und Fleur de Sel und auch die Petits Fours hinterher waren wieder gleich, aber es gab andere Vorspeisen und Hauptgerichte zur Wahl. Zwei der Gäste nahmen je ein Glas Wein zum Hauptgang.

Kingfish
Melone | Aguachile | Gurke

Diese Vorspeise bestand aus dünnen Scheiben Kingfish-Tataki, Melonenkugeln, Gurkenstücken, Tapioka-Crackern, Mini-Zucchiniblüten auf einem Aguachile-Spiegel. Hätte ich auch fast genommen. Auf Nachfrage wurde mir aber bestätigt, dass in der Aguachile frischer Koriander verarbeitet war. Aguachile ist eine Mexikanische Zubereitung aus Shrimps, Zwiebeln, Gurke, grüne Pepperoni, Limettensaft und Salz.

Gefüllte Zucchiniblüte
Ricotta | Ingwer | Hummer Bisque

Dies hatte ich mir anders vorgestellt. Man kann die Zucchiniblüte auf dem Teller nicht wirklich erkennen. Diese war ein panierter frittierter Ellipsoid, der mit Ricotta gefüllt war. Scheiben von gelber und Streifen von grüner Zucchini bildeten die Basis. Ein weisses Gel mit Ingwerauszug und ein grünes Gel waren mehr als dekorative Elemente eingesetzt. Eine recht flüssige aber geschmacklich wirklich gute Hummerbisque wurde angegossen und zum Nachnehmen am Tisch gelassen. Ich hätte dies in einer Schüssel mit breitem Boden angerichtet, sodass man die Bisque mit dem Löffel leichter hätte aufnehmen können. Das schmeckte gut, konnte mich aber nicht so begeistern wie die Zucchiniblüte im La Pergola.

Zander aus dem Lago Maggiore
Gelber Thai-Curry-Schaum | Gebackene Muscheln | Pak Choi
Weinbegleitung: Il Principe Langhe Nebbiolo Michele Chiarlo Piemonte

Auf ganz feiner mit gestocktem Eigelb vermischter Pasta und gedünsteten Pak Choi Stücken thronte ein perfekt gebratenes Stück Zander. Auf der Haut des Zanders ein mit Tomatenconfit gefüllter Rettich-Raviolo, ein hauchdünner rote-Beete-Chip und Tupfen von grüner Crème, die ich nicht identifizieren konnte. Dazu gab es zwei panierte, frittierte “Muschelnuggets” und einen gelben Thai- Curry-Schaum.

Kalbshaxe
Yuzu-Jus | Wilder Brokkoli | Röstzwiebeln
Weinbegleitung: Rocche Die Manzoni, Barbera d’Alba La Cresta 2020

Eine Butter-zarte Kalbshaxe in der Tellermitte war mit Röstzwiebeln bedeckt und wurde begleitet von eingelegten roten Zwiebeln, wildem Brokkoli und geröstetem Sesam, Kartoffelpüree und Brokkolicrème. Angegossen wurde noch ein sehr dichter mit Yuzu aromatisierter Kalbsjus aus einer kleinen Kupferpfanne.

Aus Zeitgründen nahmen wir diesmal kein Dessert. Die Mignadises waren unverändert.

Fazit

Diese Mittagessen fand ich gut. Es gab zwar ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, aber die Gerichte waren durchwegs interessant zusammengestellt und haben sehr gut geschmeckt. Gegenüber meinem ersten Besuch stelle ich einen deutlichen Qualitätsanstieg fest.
Der Service ist je nach Mitarbeiter etwas steif. Man könnte durchaus etwas mehr beim Servieren erklären als sowieso auf der Menükarte steht. Die Dame, die mir vorab das Dessert erklärte, hat das vorbildlich gemacht. Die Zeit wurde eingehalten. Hier gehe ich bestimmt wieder hin.

Website des Restaurants: La Rôtisserie – Hotel Storchen Zürich

Schwarzer Adler Oberbergen

Besucht im September 2023
Abendessen
Bewertung: Ein Michelin Macaron

Nach unserem ersten Besuch im Oktober 2021 war schnell klar, dass dies nicht der einzige Besuch bleiben wird. Unsere Erzählungen speziell auch vom Wein weckten noch dazu bei anderen Geniessern Begehrlichkeiten. Gesagt getan, nun war es wieder soweit. Diesmal ein Herrenabend zu dritt, obwohl erst anders geplant. Wir entschieden uns schnell für das Menü und begannen den Abend mit einem Weisswein, der uns sehr gut gefiel, der 2021 Oberbergener Bassgeige 1G Grauburgunder Franz Keller.

Wir hatten vorher schon die auf dem Internet verfügbare Weinkarte studiert und uns eigentlich für den dort aufgeführten Masseto 2008 und einen Cheval Blanc entschieden. Der Masseto war dann leider ausgetrunken, nur ein 2016er verfügbar – zu jung. Wir ersetzten diesen auf Empfehlung der Sommelière durch einen 1998 Château Margaux, den wir zusammen mit einem 1992 Château Cheval Blanc öffnen liessen. Zwei Gläser Wein am Tisch, da war es wieder: dieses unvergleichliche Tabak-Bouquet des Cheval Blanc. Der Margaux gab sich am Anfang noch etwas verschlossen, gewann aber im Laufe des Abends enorm.

Gleich zu Anfang wurden Butter-Flutes auf den Tisch gestellt. Diese waren sehr knusprig und sehr buttrig und hatten mit ihrer hohen Güte so gar nichts mit der Supermarkt-Version zu tun. Sehr gut.

Gutes, warmes Sauerteigbrot und gesalzene qualitativ hochwertige Butter kamen als nächstes auf den Tisch.

Der Gruss aus der Küche war Melone und Schinken einmal anders. Dieser bestand aus einem Melonensalat in Melonensuppe, einer sehr dünnen Scheibe Schinken und wenn ich es richtig verstanden habe einem Camembert-Chip. Gefiel mir sehr gut, wenn auch nicht so gut wie der Melonen-Gruss bei Anne-Sophie Pic. Etwas Koriander war auch dabei, was mich aber nicht weiter störte.

Bunte Tomaten und weisses Tomatenmousse
mit Kaisergranat und Imperialkaviar

Der erste Gang des Menüs wusste schon durch die Optik zu begeistern. Der Kaisergranat und die Tomatenmousse mit einer Nocke Kaviar machten schon etwas her. Die Speise wusste auch durch ihren Geschmack zu begeistern. Das Hummer-artige war von hoher Qualität und auf den Punkt gegart. Die Tomaten waren aromatisch und der angegossene Tomatentee sehr intensiv. Der Kaviar steuerte Salz und Meer bei. Alles in allem eine gelungene Kombination: Tomaten- Umami, Kaviar-Salzigkeit und Krustentier-Süsse.

Felsenoktopus im Vadouvanfond
mit Graffitiaubergine,
Joghurt und Haselnuss

Felsenoktopus hatten wir auch schon letztes Mal. Die Zubereitung heute gefiel uns besser. Graffiti-Aubergine ist kein Scherz. Die gibt es als Unterart wirklich. Deren Schale ist weiss-violett gestreift, sie hat festes fast süsses Fleisch und soll aromatischer als übliche Auberginen sein. Vadouvan ist eine indische Currygewürzmischung, die wohl von französischen Siedlern im indischen Puducherry entwickelt wurde. Joghurt auf der Aubergine steuerte etwas Säure und Frische bei. Einige Scheibchen Frühlingszwiebel waren auf der Aubergine auch zu finden.

Gegrillter wilder Steinbutt
mit Kartoffel, Kapern, Parmesan
und unserer Beurre Blanc

Langsam auf das Hauptgericht zugehend kam nun der Wunsch nach etwas Abwechslung beim Wein auf und diese kam dann in Form eines 2013 Le Pergole Torte ins Glas. Das war natürlich ein ganz anderer Wein als die beiden Bordeaux aber auch sehr gut und besonders passend zum Lamm.
Zuerst gab es nun sehr guten Steinbutt mit Parmesanschaum und einer milden Beurre Blanc, die nach meinem Empfinden ruhig etwas mehr Säure hätte haben können. Am Boden des Tellers befand sich noch ein sehr schmackhaftes Kartoffel-Kapern-Ragout.

Gebratenes Lammmedaillon
mit Artischocke und Spinat

Der Hauptgang des Menüs hatte geschmackvolles Lamm mit Fettrand und knuspriger Kruste als Hauptdarsteller. Begleitet wurde es von einer Gemüse-gefüllten Teigrolle mit etwas zu dicker Gebäckdicke, Spinat, Artischockenschnitzen und einem sehr dichten Jus. Eine geschmorte rote Zwiebel befand sich auch noch auf dem Teller. Der Gang gefiel uns alles in allem gut.

Griessflammerie mit Zimtstreusel,
Zwetschgensorbet und Jivara-Ganache

Ein Griesflammerie-Ring war von Zwetschgenvierteln, Apfelstiften, Zwetschgen-Gel, Zimt- Biskuit und heller Ganache der Schokoladensorte Jivara bedeckt. Jivara-Schokolade ist eine Milchschokolade von intensivem Kakaogeschmack mit den Sekundäraromen Malz und Vanille. Mit den anderen Komponenten und der Portionierung konnte man das hier allerdings so nicht herausschmecken. Was ist ein Dessert ohne Eis? Hier gab es passend zur Erntezeit ein schönes Zwetschgensorbet.

Petits Fours
Mini-Vanille-Windbeutel, Mandelhippe
Blaubeer-Tartelette, Schokoladen-Trüffel

Auch die Petits Fours waren durchwegs gut und viel besser als beim ersten Besuch.

Fazit

Viele kommen hier hin, um Wein zu trinken und das Essen ist nur Nebensache. Angebots-Breite und Jahrgangstiefe des Weinkellers im Schwarzen Adler sind in Deutschland wohl ungeschlagen und dies bei äusserst fairen Preisen. Am Nebentisch erfüllte sich jemand am späteren Abend einen Traum und liess eine Flasche Französischen Rotweins aus seinem Geburtsjahrgang 1970 öffnen. Und der Wein war gut.
Die Küchenleistung fanden wir viel besser als beim letzten Mal. Mir persönlich sagten speziell der Kaisergranat und der Steinbutt sehr zu.

Das Ambiente ist sehr klassisch mit der Holzvertäfelung und den mit weissen Tischdecken bedeckten Tischen.
Der Service agiert professionell und freundlich. Hier kommen wir gerne wieder hin.

Website: Franz Keller: Schwarzer Adler